Haben Menschen den Verlust eines geliebten Menschen zu beklagen, müssen sie sich neben aller tiefer Trauer auch mit den buchstäblich letzten Dingen auseinandersetzen. Auch wer nicht (mehr) besonders gläubig ist, will dem Verstorbenen eine angemessene Ruhestätte bereiten. Und steht nicht selten vor vielen Fragen.
Aeternitas, der Verein für Bestattungskultur, rät, möglichst früh im Kreis der Familie grundlegende Aspekte zu klären. Dazu zählen unter anderem die Wünsche der Verstorbenen, die Bedürfnisse der Hinterbliebenen oder die Frage, wer die Grabpflege übernehmen kann und will. Darüber hinaus ist es hilfreich, sich mögliche Grabplätze im Vorfeld in natura oder wenigstens auf Bildern anzuschauen. Auch über mögliche Gestaltungsvorschriften und die Höhe der Kosten sollten Betroffene sich unbedingt informieren, bevor sie sich für eine Grabstätte entscheiden.
Immer mehr Friedhöfe fächern ihr Angebot auf, zum Beispiel mit Rasengräbern, Baumgräbern, parkähnlichen Gemeinschaftsgrabanlagen oder Urnenwänden. Dazu steigt die Zahl der Bestattungswälder außerhalb klassischer Friedhöfe seit Jahren an. Selbst Kirchen werden zunehmend als Bestattungsplätze für Urnen genutzt. Seebestattungen auf Nord- und Ostsee oder das Verstreuen der Asche in der freien Natur (das ist nur im Ausland möglich) rücken als Möglichkeiten verstärkt in das Bewusstsein der Menschen.
Schritt der Trauerbewältigung
Angesichts der wachsenden Vielfalt fühlen sich viele Menschen jedoch auch überfordert und schlecht informiert, was zu einer vorschnellen und falschen Wahl führen kann. Nicht selten vermissen Angehörige im Nachhinein den Besuch am Grab der Eltern, weil diese sich aus falscher Rücksichtnahme für eine anonyme Grabstelle entschieden haben.
In anderen Fällen überfordert Hinterbliebene die jahrzehntelange, aufwändige Pflege eines Grabes, das möglicherweise aus Unkenntnis der Angebotsvielfalt erworben wurde. Fachleute sagen, dass es auch ein Schritt der Trauerbewältigung ist, sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen, die auch an die Wurzeln unserer eigenen Existenz gehen. Eine Grabstelle ist ein Ort des Gedenkens, ein Ort des Friedens, ein Ort, der Vergehen und Werden symbolisiert.