Die Gartentage bringen das Fürstenfelder Klostergelände über Pfingsten wieder zum Blühen. Rund 260 ausgewählte Aussteller aus der Region, dem gesamten Bundesgebiet sowie dem europäischen Ausland verwandeln das Areal mit einer Vielfalt an Kräutern, Stauden, Rosen und Gehölzen in ein grünes Paradies. Die Gäste erwartet darüber hinaus ein großes Angebot an Gartenausstattung und Gartenmöbeln. In den Innenräumen werden Ideen stilvollen Wohnens präsentiert. Dazu gibt es Konzerte, Vorträge, Workshops und zwei Kinderprogramme des Kreisjugendringes und des Landesbundes für Vogelschutz. Außerdem können sich die Besucher in den mit schattigen Plätzen ausgestatteten Biergärten, Bars und Gastronomiestationen stärken und erfrischen. Die Gartentage wenden sich als Verkaufsausstellung an Garten- und Balkonbesitzer.
Die 21. Fürstenfelder Gartentage stehen unter dem Motto Lebensraum Garten, weil dieser eine wichtige Rolle spielen kann, wenn es dar-um geht, dem Artensterben der heimischen Flora und Fauna entgegenzuwirken. In Bayern sind mehr als 300 Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, die Zuflucht im Garten finden können, sagt Martin Lohde, Landschaftsarchitekt, Organisator der Gartentage und Mitglied des Umweltbeirats der Stadt Fürstenfeldbruck.
Auch für einen Teil der bedrohten Tierarten kann der Garten zu einem wichtigen Lebensraum werden. Bei den Gartentagen soll der Gedanke des Naturschutzes in Kombination mit der Erholungsfunktion und dem Gestaltungswillen der menschlichen Bewohner gedacht werden. Dadurch entwickelt sich der Garten zu einem Lebensraum für den Menschen und für eine Vielzahl an wertvollen Tier- und Pflanzenarten.
Die Veranstalter wollen wieder einen Teil der CO2-Emissionen, die durch die Gartentage entstehen, kompensieren und werden für jeden 100. Besucher über „Plant for the Planet“ einen Baum pflanzen. Die Besucher werden gebeten, eigene Taschen und Körbe mitzubringen, da Einweg-Plastiktüten nur von Gärtnereien für nasse Topfpflanzen abgegeben werden. An den Kassen gibt es das Gartentage-Sackerl aus Biobaumwolle und die Gartentage-Mehrwegtasche, die zu 100 Prozent aus Kunststoff hergestellt wird, der recycelt werden kann. Während der Gartentage verkehren Rikschas zwischen dem nahegelegenen S-Bahnhof und dem Messegelände. Dazu gibt es kostenfreie Pflanzengarderoben zur Aufbewahrung der Einkäufe.
Die Gartentage sind am Freitag, 17. Mai, von 10 bis 19 Uhr und von Samstag bis Montag, 18. bis 20. Mai, von 9.30 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sowie das gesamte Rahmenprogramm sind zu finden unter: www.fuerstenfelder-gartentage.de
Der Garten als Naturschutzgebiet
Viele bedrohte Pflanzen gedeihen vor der Haustür
Rechnet man die Fläche aller Gärten in Bayern zusammen, ergibt das etwa 135.000 Hektar, der Umfang entspricht fast der Größe der bayerischen Naturschutzgebiete. In den Gärten gibt es also viel Platz, um bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum zu bieten, auch in kleinen Gärten.
Um die Artenvielfalt im Garten zu erhöhen, ist es wichtig, verschiedene Lebensräume anzubieten. Dazu gehören Hecken aus heimischen Gehölzen, die nektarführende Blüten und Früchte tragen, letztere dienen im Herbst den Vögeln als Nahrung. Wichtig sind Ecken mit Laub und Totholz, in denen Brennnesseln wachsen dürfen, dazu sandige Stellen und Wasser. Eine Blumenwiese ist besonders insektenfreundlich, wenn mit der ersten Mahd bis Mitte Juli abgewartet wird.
Der Veranstalter der Gartentage, der Landschaftsarchitekt Martin Lohde, wirbt darüber hinaus für das „Conservation Gardening“. Die Idee ist, gezielt gefährdete Pflanzen-Arten in den eigenen Garten zu pflanzen. In Bayern sind laut einer Studie der Universität Leipzig ein Drittel der gefährdeten Arten, nämlich 321, dafür geeignet. Deshalb sollten neben Zierpflanzen vermehrt Arten, die auf der Roten Liste stehen, in den Gärten eine Zuflucht finden. Wichtig ist, dass der Handel solche Pflanzen anbietet, denn geschützte Arten eigenhändig irgendwo auszugraben, ist streng verboten. Über die App der Universität Leipzig lassen sich für jedes Bundesland passende Pflanzen der Roten Liste für den eigenen Garten finden, sagt Lohde. Daneben soll der Garten weiterhin der Erholung dienen und ästhetischen Ansprüchen gerecht werden. Dafür bietet es sich an, den Garten in einen intensiv gestalteten und einen extensiven, naturnahen Bereich zu gliedern, der obendrein weniger Zeit für die Pflege beansprucht. Ein perfekter Dreiklang entsteht, wenn sich dazu noch ein biologisch bewirtschafteter Nutzgarten gesellt.