Sie waren schon Kult, lange bevor dieses dämliche Wort erfunden worden war: die Olsenbande, eine tolpatschige Einbrecherbande aus Kopenhagen, bei deren Brüchen immer irgendetwas schiefgeht; trotz höchst elaborierter Planung. Sie trieben rund dreißig Jahre ihr komödiantisches Wesen, in 14 Spielfilmen zwischen 1968 und 1998. Es ist der Ost-Berliner Defa zu verdanken, dass sie hierzulande ab den Siebziger Jahren bekannt wurden. Nicht nur in der DDR, sondern auch in West-Berlin und den westdeutschen Grenzregionen von Hof bis Lübeck. Später zeigte sie der MDR (über die misslungenen ZDF-Synchronisations-Versuche sei hier der Mantel des Schweigens gedeckt).
Der sächsische Spika-Verlag hat 2021 ein sehr unterhaltsames Brettspiel zu einem der Olsen-Abenteuer entwickelt. Es geht wie so oft um einen Geldschrank, der geknackt werden soll. Die vier Spielfiguren stellen Bandenchef Egon Olsen (mit Bowler-Hut und Zigarre), seine Komplizen Benny Frandsen und Kjeld Jensen sowie Kjelds Sohn Børge dar, die Nachwuchshoffnung der Truppe. Mit Würfel und Hilfsmittelkarten nähern sich die Möchtegern-Gangster dem Ziel. Allerdings greift nicht nur die Polizei, sondern auch konkurrierende Bösewichter (durch Gegenspielerkarten) in das Geschehen ein und zwingt die Protagonisten immer mal wieder zum Neustart. Klar, dass die Figur gewinnt, die als erste den Geldschrank knackt.
Das Spiel ist genial einfach und für Brettspiele-Fans jeden Alters geeignet. Spika gibt als Spieldauer dreißig bis sechzig Minuten an. Doch je nach Pechsträhne mag es auch deutlich länger dauern, bis der Tresor mit der „Geheimen Zonenzahl“ geöffnet werden kann. Die Jagd nach dem Geldschrank-Inhalt kann auch zu zweit oder zu dritt gespielt werden.
Noch ein Tipp für Menschen, die mit der Bande nicht bekannt sind: Unbedingt vorab einen der Filme auf einer Streaming-Plattform anschauen. Aber Vorsicht: Binge-Gefahr!
Die Olsenbande Brettspiel für zwei bis vier Personen Spika-Verlag, Annaberg 49,88 Euro