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Zahnklinik Implaneo in München: Alles für die Zahngesundheit

Digitalisierung, 3D-Drucker und KI sind die neuen Helfer in der Zahnarztpraxis

Zahnklinik Implaneo in München: Alles für die Zahngesundheit

Dr. Christian Maischberger und Professor Hannes Wachtel (von links) setzen bei zahnärztlichen Behandlungen auf modernste Techniken - und die beste Therapie für jeden Patienten.. Foto: Implaneo

Professor Hannes Wachtel und Dr. Christian Maischberger leiten die Münchner Zahnklinik Implaneo. Doch der Behandlungsschwerpunkt liegt nicht ausschließlich auf der Implantologie, sondern umfasst das ganze Spektrum der Zahnmedizin. So sind Professor Hannes Wachtel und Dr. Christian Maischberger ausgewiesene Parodontologen. Im Gespräch erläutern sie die Gefahren von Parodontitis, erklären ganzheitliche moderne Behandlungskonzepte und sprechen über den rasant fortschreitenden Einsatz digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz (KI). 

Herr Professor Wachtel, warum ist eine Parodontitis so gefährlich und wie kann man vorbeugen?
Professor Hannes Wachtel: Eine Parodontitis ist die Entzündung des Zahnhalteapparates, vereinfacht gesagt des Zahnfleisches und des Alveolarknochens, welcher unsere Zähne an Ort und Stelle hält. Die Behandlung dieser entzündlichen Erkrankungen im Mund ist heute vor allem auf deren Vorbeugung ausgerichtet, sodass diese gar nicht erst entstehen, denn es ist äußerst schwierig, diese zu behandeln und zu stabilisieren. Der Ausgangszustand kann bei fortgeschrittener Entzündung nicht mehr erreicht werden.

Warum ist das so?
Die Krux ist, dass Bakterien, die wir im Mund und auf allen Schleimhäuten haben, sich an nicht erneuerbaren Strukturen, also an Zähnen und Implantaten, anheften können und dort Biofilme bilden. Diese lösen, vereinfacht gesagt, die Verbindung zwischen Zahnfleisch, Knochen und Zahn auf. Bakterielle Toxine dringen ins Gewebe ein, was zu Entzündungen und letztlich zum Knochenabbau führt. Erfolgt keine Behandlung, kommt es zur Zahnlockerung und letztlich zum Verlust des Zahns.

Trifft das auch auf Implantate zu?
Ja, der dahinterstehende Mechanismus ist bei Implantaten identisch mit dem von natürlichen Zähnen. Warum? Die rauen Implantatoberflächen bieten Bakterien besonders gute Anhaftungsmöglichkeiten. Das heißt: Implantate erfordern eine noch peniblere Mundhygiene als natürliche Zähne. 

Bei Implantaten ist also Eigenverantwortung gefordert?
Genau. Deshalb sagen wir allen Patienten vor Beginn der Behandlung, dass sie in der Nachsorge genau das befolgen müssen, was wir ihnen raten. Implantate sind kein Freifahrtsschein, was die Mundhygiene angeht.

Und das wäre?
Unsere Patienten kommen mindestens ein- bis zweimal jährlich zur Dentalhygienikerin. Sie begleitet die Patienten ein Leben lang. Die Dentalhygienikerinnen machen die Diagnostik. Sie prüfen, ob die Patienten beginnende Entzündungen haben, ob sich übermäßiger Plaquebefall gebildet hat. Wenn ja, wird dieser frühzeitig entfernt, und der Patient wird angehalten, die befallene Stelle künftig besser zu reinigen. Da genügt nicht die Zahnbürste allein, sondern es braucht dringend etwas für die Zahnzwischenräume, etwa Zahnseide und Interdentalbürstchen.

Was kann ich zur Vorbeugung tun?
Parodontitis ist meist vermeidbar. Das Teuflische ist, dass sie schmerzfrei ist oder nur geringe Schmerzen verursacht, an die man sich ebenso gewöhnt wie an Blutungen. Aber sie hat wie beschrieben - extreme gesundheitliche Folgen. Deshalb ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung (ein- bis viermal jährlich) entscheidend. Denn Mundgesundheit beeinflusst den gesamten Organismus durch eine Reduktion systemischer Entzündungen. So kann die Reinigung der Zahnzwischenräume das Schlaganfallrisiko um bis zu 40 Prozent senken. Die genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: 15 bis 20 Prozent der Betroffenen neigen zu einer aggressiven Form der Parodontitis. Sie sind, wenn sie nichts dagegen unternehmen, schon mit Anfang, Mitte 30 zahnlos. 15 Prozent sind sehr resistent und 60 bis 70 Prozent zeigen einen normalen Krankheitsverlauf. Ganz wichtig zu wissen: Rauchen und Diabetes verschlechtern den Verlauf erheblich.

Was erwartet den Patienten beim ersten Termin?
Dr. Christian Maischberger: Als Zahnarzt steht man in der Verantwortung, einen Patienten, der Entzündungen, Karies oder andere Beschwerden aufweist, zunächst einmal akut zu behandeln und schmerzfrei zu machen. Von jedem Patienten, der zu uns kommt und egal welches Problem er hat, machen wir zunächst eine Art Bestandsaufnahme, Röntgenbilder und 3D-Scans, um eine lückenlose Diagnose zu ermöglichen. Wir schauen uns an, welche Zähne bereits fehlen und welche noch vorhanden sind. Können wir mit den noch vorhandenen Zähnen arbeiten? Ist das noch sinnvoll? Grundsätzlich ist der eigene Zahn immer das bessere Implantat. In Extremfällen, wenn nur noch zwei oder drei Zähne vorhanden sind, muss man darüber reden, ob es nicht im Sinne der Behandlung und des Ergebnisses für den Patienten sinnvoller ist, auch diese noch zu entfernen und nur mit Implantaten zu arbeiten. Am Ende des ersten Termins besprechen wir mit unseren Patienten die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und finden die für ihn persönlich am besten geeignete Therapie.

In Ihrem Konzept sprechen Sie von "Smile in a Day“ - Lächeln innerhalb eines Tages. Was steckt hinter diesem Konzept?
"Smile in a Day“ bedeutet, dass wir jeden Patienten innerhalb eines Tages wieder mit festsitzenden Zähnen versorgen können. Viele denken: "alle Zähne raus, Implantate rein, Zähne drauf, fertig.“ Doch so einfach ist es nicht. Wir verfügen hier über jede Art zahnmedizinischer Möglichkeiten und jede Situation und jedes Anliegen ist innerhalb eines Tages mit festen Zähnen versorgbar, ganz gleich, ob auf Zähnen, auf Implantaten oder auf einer Mischung von beiden. 

Die Digitalisierung hat zudem unsere Behandlungsmöglichkeiten revolutioniert: Jeder Patient wird vor der Behandlung komplett digital erfasst und von ihm wird ein digitaler Avatar im Computer erstellt; so ist es uns möglich, den Eingriff bereits vor der echten OP einmal digital zu durchlaufen und minutiös zu planen. Für die tatsächliche OP am Patienten nutzen wir ausschließlich minimalinvasive Verfahren durch chirurgische Schablonen. Diese Sicherheit, Präzision und Versorgung am gleichen Tag können wir nur leisten, weil wir hier alles unter einem Dach haben, einschlieẞlich eines hochmodernen Zahntechnik-Labors. Die gesamte Behandlung erfolgt in zwei Phasen, der provisorischen und der endgültigen Versorgung. 

Dabei werden hochwertige Kunststoff-Provisorien mittels Fräsmaschinen oder 3D-Druck hergestellt. Es folgt eine dreimonatige "Testphase“, bei der Funktion und Ästhetik überprüft werden. Ist diese Phase erfolgreich verlaufen, erfolgt die endgültige Versorgung in Keramik. Neue Techniken verändern die Zahnmedizin grundlegend; inzwischen kommt in unserer Klinik bei der Auswahl passender Zahnformen Kl zum Einsatz. Dafür setzt die Kl beispielsweise Gesichtsanalysen ein. Moderne Verfahren sind generell konservativer und substanzschonender geworden. Doch wissenschaftliche Studien zur Evidenz hinken der schnellen technologischen Entwicklung oft (noch) hinterher.

Sind schöne Zähne mittlerweile zu einer Art Statussymbol geworden?
Professor Wachtel:
Zahngesundheit hat tiefgreifende psychosoziale Auswirkungen. Schlechte Zähne führen oft zu sozialer Isolation und zu Einschränkungen im Alltag. Viele Patienten, die eine Gesamtsanierung brauchen, haben Probleme, die für den Laien oder für die Familie gar nicht so nachvollziehbar sind.

Welche sind das?
Viele Menschen, die einen sehr maroden Zahnzustand haben, sind häufig auch sozial sehr eingeschränkt, weil sie sich aus Scham nicht mehr trauen, in die Öffentlichkeit zu gehen oder mit Freunden essen zu gehen. Das andere: Sie hören auf, befreit zu lachen. Sie verstecken regelrecht ihre Zähne. Mit der Zeit lernen sie, zu sprechen und zu lachen, ohne ihre Zähne zu zeigen - weil sie sich unwohl dabei fühlen. Diese soziale Einschränkung kann bis hin zu psychischen Problemen führen.

Eine Zahnsanierung bringt gewisse Kosten mit sich. Warum ist das so?
Dr. Maischberger:
Die Gebührenordnung (GOZ) wurde seit etwa 40 Jahren nicht grundlegend reformiert, weshalb Sie mittlerweile bei fast jedem Zahnarzt Zusatzzahlungen leisten müssen. Ohne diese könnte keine Zahnarztpraxis mehr überleben. Das Problem liegt bei den Krankenkassen, die zunehmend weniger übernehmen. Zudem werden rein ästhetische Zahnbehandlungen von den Kassen nicht übernommen.



 Das Interview führte Dorothea Friedrich

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