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Stress für Augen und Kopf

Gleitsichtbrille und Blinzelstarre können Auslöser für Kopfschmerzen sein

Stress für Augen und Kopf

Bildschirmarbeit kann aus vielen Gründen Kopfschmerzen auslösen. Dagegen helfen oft schon einfache Maßnahmen wie eine passende Brille. Foto: Adobe Stock

Homeoffice, Soziale Medien Smartphone, Tablet und Co. stellen unsere Augen vor ganz neue Herausforderungen. So kann eine längere Nutzung von PC und Laptop beispielsweise das Computer Vision Syndrom (CVS) auslösen. „Studien weisen darauf hin, dass jeder Zweite, der Computer und Smartphones intensiv nutzt, unter CVS leidet“, sagt Professor Wolf Lagrèze von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Zu den Leitsymptomen des CVS zählen auch Kopfschmerzen und Augenbrennen, die von chronischer Fehlhaltung und gereizten Augen herrühren. Warum das so ist? „Wir steuern am Computer mit der Maus den Cursor“, sagt der Freiburger Augenarzt. „Damit wir die Bewegungen gut koordinieren können, sinkt unbewusst die Blinzelfrequenz.“ Das Resultat: Die Augen werden nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit befeuchtet, der Tränenfilm wird instabil, und die Augen beginnen zu brennen. „Mit der Zeit wird es manchmal ein Schmerz in Richtung Kopf“, sagt Professor Lagrèze. Er empfiehlt, am Rechner öfter Pausen einzulegen, alle paar Minuten in die Ferne zu schauen und bewusst zu blinzeln oder gar die Augen für ein paar Sekunden zu schließen. „Wohltuend für die Augen ist es auch, weniger zu heizen und regelmäßig zu lüften, um die Luft feuchter zu halten“, rät er.

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Wer sich dem 50. Lebensjahr nähert und bemerkt, dass sich bei der Computernutzung Kopfschmerzen einstellen, sollte erst einmal an eine Alterssichtigkeit denken, die das Sehen im Nahbereich erschwert und dadurch zu Ermüdung und Druckgefühl im Kopf führt. „Eine Nahbrille schafft Abhilfe, aber dieser Schritt wird oft hinausgezögert“, sagt der Augenexperte. Eine Gleitsichtbrille mit Nahteil hilft zwar ebenfalls gegen Alterssichtigkeit, kann zugleich aber auch wieder Kopfschmerzen triggern. Wer sich einmal selbst beobachtet, wird dem Fachmediziner zustimmen: Wir sitzen wie eingefroren und bewegen den Kopf und die Wirbelsäule nicht mehr, um mit der Gleitsichtbrille die beste Schärfe auf dem Bildschirm festzuhalten“, sagt er. Das führt zu Fehlhaltungen, die Kopfschmerzen begünstigen. „Die Lösung ist, sich eine extra Computerbrille anfertigen zu lassen, etwa als monofokale Brille für ungefähr 80 Zentimeter Sehentfernung“, rät er.

Wie überhaupt Fehlsichtigkeiten ein häufiger Grund für augenbedingte Kopfschmerzen sind. Denn: „Sind Kurz- oder Weitsichtigkeit nicht erkannt oder korrigiert, überanstrengen wir unsere Augen. Als Reaktion setzen abends Kopfschmerzen ein.“ Das gilt auch, wenn Brille oder Kontaktlinsen nicht die richtige Stärke besitzen oder ein „verstecktes“ Schielen vorliegt, das durch verstärkte Augenmuskelarbeit kompensiert wird. „Mit Sehtests und Augenuntersuchungen finden wir die Ursache und passen die Sehhilfen korrekt an“, sagt Professor Lagrèze. Die Kopfschmerzen verschwinden dann meist.

Darüber hinaus können hinter Kopfschmerzen auch Augenerkrankungen stecken, die etwa von der Hornhaut, der Bindehaut, der Augenhöhle oder Leder- und Regenbogenhaut herrühren im Extremfall sind starke Kopfschmerzen die Folge eines akuten Glaukom-Anfalls, eines augenärztlichen Notfalls, oder einer Riesenzellarteriitis. Doch keine unnötige Sorge: „Solche Augenleiden sind insgesamt eher selten der Auslöser für Kopfweh“, beruhigt Professor Lagrèze. Viel häufiger handle es sich in über 90 Prozent aller Fälle um Spannungskopfschmerz oder Migräne. Es sei aber in jedem Fall ratsam, bei chronischen Kopfschmerzen auch die Augenärztin oder den Augenarzt aufzusuchen.

Dorothea Friedrich


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