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Zwischen Aying und Kleinhelfendorf: Die Kirche noch im Dorf und das Wirtshaus an der Kirche

11 Kilometer Rundwanderung mit S5-Anbindung, vorbei an St. Andreas, St. Emmeram und Marterkapelle, Einkehr im Bräustüberl und Ayinger Brauereigasthof, Panoramablicke bis zu den Alpen

Zwischen Aying und Kleinhelfendorf: Die Kirche noch im Dorf und das Wirtshaus an der Kirche

Oberbayerische Bilderbuchidylle: Aying mit der Kirche St. Andreas. Foto: Andreas Friedrich

Seid's lustig Leut, wollt's ewig leben - acht´s d'Kirch und an Wirt daneben“ so heißt es in einem alten oberbayerischen Sprichwort. Und in Zeiten, in denen Wirtshäuser auf dem Land zu darben scheinen, ist man als Wanderer oder Radler froh, wenn ein Kirchturm von fern betrachtet nicht nur Seelenheil, sondern auch gleich das leibliche Wohl dazu signalisiert. Hier ist eine schöne Wanderung, die man sowohl mit der S-Bahn unternehmen kann als auch bei nicht ganz idealem Wetter, denn man kann gleich mehrere gastronomische Zwischenstopps einlegen. Die elf Kilometer lange Rundwanderung läuft man in rund drei Stunden auf gemischter Unterlage: mal auf asphaltiertem Radweg, dann wieder auf Naturboden und teils mit schöner Aussicht bis in die Alpen. Die S5 bringt uns in einer knappen halben Stunde vom Münchner Ostbahnhof nach Aying, wo in der Ortsmitte auch viele Parkplätze zur Verfügung stehen. Aying liegt gerade noch“ im Landkreis München, die Gemeinde mit ihren 19 Ortsteilen, zu denen auch Kleinhelfendorf gehört, grenzt an die Landkreise Ebersberg, Miesbach und Rosenheim. Und bekanntlich ist das Ayinger Bier eines der besten in Europa, vielfach prämiert und getestet erstmals 1878: „Von uns das erste Bier ausgeschenkt, sehr gut und alles voll Leut. Michl und Müller von Höhenkirchen solche Räusch, dass sie beim Heimfahren zehnmal umgeworfen“, schrieb Gründer Johann Liebhard über die erste Bierprobe in sein Tagebuch.

Die Einkehr als heimlicher Höhepunkt

Durch die Bahnhofstraße und an der Gaststätte „Kastanienhof“ vorbei - auch eine Option für die spätere Einkehr-marschiert man zum Ortskern mit der Kirche Sankt Andreas. Jetzt kann man schon mal die Speisekarte im populären „Bräustüberl“ studieren, sofern man nicht im zum Vier-Sterne-Hotel zugehörigen Brauereigasthof gegenüber einkehrt. Über die Obere Dorfstraße ist der Ortsrand schnellerreicht, man folgt den Radlschildern leicht bergan. An einem Pferdeschuppen setzt der „Peißer Kirchweg“ an, den man nur ohne Hund gehen darf, denn er führt über Kuhweiden. Wer mit Vierbeiner unterwegs ist, kann aber von der Radroute zwanzig Meter weiter nach rechts abbiegen auf einen Wiesenweg. Beide Wege führen nach Peiß und es geht runter von der Hangkante und zu den S-Bahngleisen. Auf dem Weg kommt man an der Kirche Sankt Nikolaus vorbei, erbaut im Jahr 1699 und als barocker Saalbau mit einem Zwiebelturm ausgestattet. Man folgt von Peiẞ aus den Gleisen, dann geht es hinauf nach Göggenhofen und über die Hauptstraße, dann auf dem Radweg hinein nach Kleinhelfendorf. Oder man unternimmt noch einen Schlenk nach Großhelfendorf zum „Fellner“ sprich Gasthof Post, ebenfalls eine typisch bayerische Traditionsgaststätte, auf der Speisekarte finden sich Tellerfleisch und Milzwurst, aber auch Vegetarisches wie Kartoffelrösti.

St. Emmeram ist seit Kurzem wieder zu besichtigen

Aber wieder zurück zur Hauptroute von Göggenhofen nach Kleinhelfendorf: Rechter Hand geht der Blick auf die schmucke „Marterkapelle“, kurz darauf erreicht man Sankt Emmeram, einen reich und barock ausgestatteten Kirchenbau aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Sie ist erst seit September wieder für Besucher geöffnet. Der Münchner Hofbaumeister Constantin Pader erschuf das Gotteshaus mit reichem Stuckdekor. Der Heilige soll als Bischof aus dem 7. Jahrhundert auf einer Reise von Regensburg nach Rom zu Tode gemartert worden sein. In der Kirche thront er umgeben von vier Engeln, die Messer und seine abgehackten Hände und Füße halten. Wie es sich gehört, finden fromme und weniger fromme Kirchgänger und Ausflügler gegenüber der Kirche eine gescheite Wirtschaft: Das Gasthaus Oswald, früher „Beim Rupp“ wartet als Familienbetrieb mit einer reichhaltigen Speisekarte auf, ebenso mit vielen Sitzplätzen im Freien unter altem Baumbestand. 

An der Wegeinmündung nah am Wirtshaus nimmt man für den Rückweg gleich den rechten Ast am umzäunten Grundstück mit großen Bäumen und wandert auf einem wunderbaren Wiesenweg mit weiten Blicken in Richtung eines großen Einzelbaums. An einem Maisfeld entlang und dann mit kleinem Links-Rechtsschlenk kommt man auf einem Feldweg in ein Waldstück und behält die Laufrichtung bei. Noch im Wald erreicht man die „Passhöhe Graf Aygo“ auf 647 Metern, hier hat sich ein Dichter verewigt: „Nur wer Graf Aygo wirklich war, ist mir bis heute noch nicht klar“, reimte Florian Fritz, denn tatsächlich lässt sich zumindest bei „Graf Google“ nichts finden. Auf Aying zu geht es leicht bergab am Kindergarten entlang und kurz darauf ist man im wirtshausgeprägten Ortszentrum angelangt. „Der Städte Pracht und deren Namen nennen ist nichts als bloße Theorie, des Dorfes Bier und seine Stärke wissen ist praktische Geografie“ - Goethes Zitat ist in der Gaststube vom „Bräustüberl“ verewigt. Und wie wahr darauf ein zünftiges Prosit!
Andreas Friedrich

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