
Die Sektion Schongau des Deutschen Alpenvereins feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Vorläufer war die Klettergilde Gumpenkar, die etwa 20 junge Männer aus Lechbruck, Prem und Steingaden im „Gasthof Graf“ in Steingaden gründeten.
Sie wollten dem Alpenverein beitreten, stießen anfangs jedoch auf einige Schwierigkeiten. Die Anerkennung als eigenständige Sektion wurde vom Hauptverein wegen zu geringer Mitgliederzahl abgelehnt, einige wollten sich außerdem lieber der Sektion Peiting anschließen.
Das Ergebnis war, dass sich die Klettergilde bereits 1950, nach nur einem Jahr, wieder auflöste. Die jüngeren Mitglieder gründeten eine eigene Ortsgruppe, die sich der Sektion Peiting anschloss, die älteren um den Vorsitzenden Ernst G. Ladurner gründete die AV-Sektion Lechrain mit Mitgliedern aus Prem, Lechbruck und älteren Bergfreunden aus Steingaden.
Außerdem wurde eine Ortsgruppe Schongau gebildet, in der Hoffnung, neue finanzkräftigere Mitglieder zu gewinnen. Tatsächlich traten 34 Bergfreunde bei der Gründungsversammlung am 1. Mai 1950 der Ortsgruppe Schongau bei.
Im folgenden Jahr wurde der Sitz der Sektion nach Schongau verlegt. Die Mitglieder der Gemeinden Lechbruck, Bernbeuren, Burggen und Prem bildeten die Ortsgruppe Süd mit Sitz in Lechbruck.
Damals konnte man nicht einfach Mitglied werden, sondern musste eine Probezeit von einem Vierteljahr absolvieren und einen Bürgen stellen. Aufgenommen wurden nur aktive Hochtouristen oder Kletterer unter der Voraussetzung, dass zwei Drittel der Mitglieder zustimmten.
Von 1950 bis 2013 hatte die Sektion Lechrain neun Vorsitzende. Auf Ladurner folgten Franz Mischi, Paul Bromberger, Albert Balley, Karl Fremmer, Harald Brosch, Max Fischer, Markus Geiger und Robert Zimmermann.
Unter Zimmermann wurde die Sektion 2013 in DAV-Sektion Schongau umbenannt, nachdem die Ortsgruppe Lechbruck im Jahr davor beschlossen hatte, eine eigene Sektion zu gründen. Zur Jahreshauptversammlung 2023 ließ sich Zimmermann nicht mehr als Vorsitzender aufstellen. Die Nachfolge übernahm mit Heike Rüther erstmals eine Frau.
Im Lauf der Jahrzehnte haben die Mitglieder der Sektion viele Bergtouren und Kurse in den unterschiedlichsten Gebirgszügen sowohl zu Fuß wie auch mittlerweile auf dem Mountainbike absolviert. Darüber hinaus waren und sind viele Mitglieder musikalisch gestimmt.
So wurde auf einer Sektionsfahrt in die Ötztaler Alpen 1969 der Schongauer Bergsteigerchor gegründet und aus einer Jugendgruppe in den 1970er-Jahren ging die Musikgruppe Farbenklang hervor.
Als kleine Sektion verfügen die Schongauer über ein attraktives Programm und fördern die gute Ausbildung, die Tourenleiter beim DAV erhalten. Geboten werden etwa 60 Touren im Jahr in unterschiedlichen Bereichen, für die etwa 25 Tourenleiter zur Verfügung stehen.
Heute hat die Sektion knapp 2000 Mitglieder, die meisten treten aufgrund des Naturerlebnisses, der Gemeinschaft und Kameradschaft am Berg bei, die der Verein bietet.
Außerdem wolle man das Bewusstsein für alpine Gefahren stärken und für den Schutz und Erhalt der Bergwelt in den Alpen und weltweit eintreten, sagt Rüther.