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Gut gedämmt und guter Durchblick

Moderne Fenster erfüllen die hohen Anforderungen an eine positive Energiebilanz

Gut gedämmt und guter Durchblick

Ein Fenster verleiht dem Haus optisch den letzten Schliff. Foto: Pixabay

Der Einbau von Fenstern mit optimalen Dämmeigenschaften trägt zu einer positiven Energiebilanz bei. Dabei zählen sowohl die Qualität des Glases als auch des Rahmens.

Eine optimale Wärmedämmung sorgt dafür, dass beispielsweise im Winter kühle Luft draußen bleibt und warme den Innenraum nicht verlässt. Da Energiesparen in Zeiten des Klimawandels keine Privatsache mehr ist, gibt es staatliche Vorschriften über die Dämmeigenschaften von Fenstern. Laut der EnEV2003 und ihrem Nachfolger, dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), gilt für neue Fenster die Mindestanforderung von 1,3 W/(m2K). Ab einem Wert von 0,8 W/(m2K) darf ein Fenster als Passivhausfenster tituliert werden. Was ist unter diesem Wert zu verstehen? Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme in einer bestimmten Zeit ein Bauteil von der warmen zur kalten Seite passieren darf. Früher war vom k-Wert die Rede, inzwischen hat sich der Begriff U-Wert durchgesetzt. In der Gleichung geht es um das Verhältnis Watt pro Quadratmeter Kelvin: W/(m²K). Je höher der Wert, desto mehr Wärme passiert das Bauteil. Umgekehrt geht je weniger Energie nach draußen, desto niedriger der U-Wert des Fensters ist. 

Die Wärmeundurchlässigkeit beziehungsweise der Dämmungseffekt kehrt sich im Sommer um. Damit kann die Wärme von draußen nicht nach innen gelangen. Hier liegt die Energieersparnis bei der Kühlung oder Klimatisierung. Mehrere Faktoren setzen den U-Wert zusammen: Der Uf-Wert beschreibt den Koeffizienten des Fensterrahmens („frame“); der Ug-Wert bezieht sich auf die Verglasung selbst („glazing“); der Psi-Wert gibt Auskunft über den Wärmeverlust am Randverbund; der Uw-Wert fasst alle Kennwerte zusammen, multipliziert mit den jeweiligen Flächenanteilen der Komponenten. Eine Rolle spielt auch der g-Wert des Fensters. Als Energiedurchlassgrad beschreibt er, wie gut ein Fenster die Sonnenstrahlen nach innen durchdringen lässt. Eine hohe Sonneneinstrahlung durch ein großes Südfenster bringt viel natürliche Wärme ins Haus und senkt die Heizkosten. Ein handelsübliches Energiesparfenster hat meist einen um die Hälfte niedrigeren Wert als ein veraltetes zweifachverglastes Fenster. Beim Kauf sollten G-und U-Wert standortabhängig abgestimmt werden. Bei Fenstern auf der Nordseite mit wenig Sonneneinstrahlung z. B. ist der G-Wert eher zu vernachlässigen.

Überholt sind Fenster mit Einfachverglasung. Ihr Ende läutete die erste Wärmeschutzverordnung 1978 ein. Deshalb sind sie - sieht man von denkmalgeschützten Gebäuden ab - kaum mehr anzutreffen. Ihre Uw-Werte liegen zwischen 4,5 und 6 W/m²K. Fenster mit Zweifachverglasung sind weit verbreitet. Ihre U-Werte zwischen 1,5 und 2,7 liegen im Bereich des Zulässigen. Stand der Technik sind heutzutage Fenster mit Dreifachverglasung mit Werten abwärts 1,1W/m²K und Uw-Werten, die durchaus bei 0,6 liegen können. Sogar Vierfachverglasungen gibt es schon.

Dreifachverglaste Isolierglasfenster haben gegenüber den Zweifachverglasungen mehrere Vorteile: Sie verfügen über eine zusätzliche Scheibe mit zusätzlichem Scheibenabstand. Es gibt eine zweifach ausgedampfte Metallbeschichtung durchlässig - für das Licht, wohingegen die Wärmestrahlung effektiv daran gehindert wird, durch das Fenster auszutreten. Tatsächlich wird die Sicht nach außen dadurch geringfügig eingeschränkt. Eine Edelgasfüllung zwischen den Scheiben überträgt die Wärme deutlich schlechter als Luft, in der Regel kommen Argon oder Krypton zum Einsatz. Vorsicht ist wegen möglicher Schimmelbildung geboten. Gut gedämmte Räume weisen eine höhere Luftfeuchtigkeit auf, die sich in Fensternähe niederschlagen kann, wenn nicht ausreichend gelüftet wird.

Beim Fensterkauf sollte der Werkstoff des Rahmens bedacht werden. Klar geht es wieder um den Dämmungsgrad, aber nicht nur. Innen sollen die Rahmen eine wohnliche Atmosphäre schaffen, auch muss die Bildung von Taunässe so weit wie möglich unterbunden werden. Geschätzt die Hälfte der neuen Fenster in Deutschland verfügen über Kunststoffrahmen, den zweiten Platz belegen Holzrahmen, gefolgt von Aluminium. Kunststoff ist im Erwerb am günstigsten und lässt sich mühelos reinigen. Nachteil: Schäden können nur schwer selbst repariert werden. Etwas tiefer in die Tasche greifen muss der Verbraucher für Holzrahmen. Dafür sind sie umweltfreundlich in der Herstellung.

Aluminium-Rahmen neigen zur Schwitzwasserbildung, dies kann die Bildung von Schimmel begünstigen. Verbundfenster kombinieren die Vorteile der Baustoffe: Holz-Alu-Fenster wirken im Innenbereich durch das Holz warm, sind atmungsaktiv, aber nach außen durch das Alu besonders witterungsbeständig. Anhaltspunkte für hochwertige Fenster sind das CE-Siegel, das Siegel des Prüfinstituts des itf Rosenheim, sowie das RAL-Gütezeichen.
Sona Hähnel

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