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Zwischen CNC und Handwerk 

DER FIRMENSITZ VON KETTNAKER IM BADEN-WÜRTTEMBERGISCHEN DÜRMENTINGEN. FOTOS: KETTNAKER

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Zwischen CNC und Handwerk 

Wie ein baden-württembergisches Unternehmen die Zukunft des Möbelbaus neu definiert

Über 113.000 Fachkräfte fehlen in Deutschland im Handwerk, so das Institut der deutschen Wirtschaft. Dagegen will der „Meisterkreis“, ein Netzwerk von Unternehmen und Institutionen der deutschen High-End-Kreativwirtschaft, etwas tun – und hat eine neue Initiative gestartet: HANDS soll gestalterische Berufe stärker in den Fokus rücken und das Bild des Handwerks neu definieren: als modernes, kreatives und technologisch anspruchsvolles Arbeitsfeld. Einer der engagiertesten Partner und bestes Beispiel für das „neue Handwerk“ ist die Möbelmanufaktur Kettnaker aus Dürmentingen. Seit 1870 entstehen dort Möbel, die vollständig in Deutschland gefertigt werden. Trotz schwieriger Marktbedingungen konnte das Unternehmen die Produktion vollständig lokal halten und zugleich die Nachfrage steigern.

Während andere auf internationale Expansion setzen, investiert Kettnaker bewusst in den Standort und baut die Zahl der Ausbildungsplätze stetig aus. Für Firmenchef Wolfgang Kettnaker ist Handwerk kein nostalgisches Erbe, das es zu bewahren gilt, sondern ein Zukunftsfeld, das neu gedacht werden muss. Die Möbel entstehen aus einer eng verzahnten Kombination von CNC-Technik, Softwareentwicklung und klassischem handwerklichem Geschick. Das breite Repertoire an Material- und Programmoptionen ermöglicht es Kunden sogar, Möbel zu konfigurieren, die trotz Serienfertigung den Charakter individueller Designunikate tragen.

Grundlage dafür ist ein hybrider Prozess, in dem digitale Planung, maschinengestützte Präzision, Materialkunde und manuelles Veredeln zusammenfinden. In der Ausbildung wird dieses Zusammenspiel sichtbar: Wer bei Kettnaker beginnt, erlernt alle Schritte vom Entwurf bis zur Montage und erfährt unmittelbar, wie eng Technik und Handwerk im modernen Möbelbau miteinander verwachsen sind.

BARBARA BRUBACHER

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 04.02.2026

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