

Natur, Wälder, Berge, natürliche Materialien, alte Handwerkstechniken - das prägt die Menschen in den Alpentälern seit jeher. Auch wenn sie ihr Tal verlassen: Jessica Covi, Jahrgang 1985, stammt aus dem Gschnitztal und studierte Produktdesign in Wien und Grafikdesign in Innsbruck. Ihr Weg führte sie nach Zürich und New York, wo sie für das renommierte Label „frog design“ arbeitete. „Eine tolle Zeit“, sagt Jessica. Doch im Asphaltdschungel vermisste sie die Natur Tirols: „Die Kollektion „Grete Kraft Atelier“ ist entstanden, weil ich in New York so Heimweh nach daheim hatte“, erzählt Jessica Covi.


Zurück in Europa, arbeitete sie ab 2017 als Creative Director bei der BMW Group, stieg zur Leiterin des Bereichs Design Identity & Foresight und zum Head of MINI Interior Design auf. Die durchdachten, minimalistischen Modelle für „Grete Kraft Atelier“, nach der Oma benannt, entwickelt sie in Tirol weiter: Schlichte, wertige, Accessoires aus massivem Holz, das aus der Region stammt, oberösterreichische Eiche zum Beispiel. Und das ganz ohne Nägel auskommt, hier setzt die Designerin auf Steckverbindungen nach uralter Manier. „Ich war auf der Suche nach langlebigen und qualitativen Objekten, mit denen ich persönlich leben möchte und die das traditionelle österreichische Handwerk feiern.“
Neben Sitzbank „Andrea“ und den Hockern „Liese“ und „Andi“ gehören auch Trinkgläser zur Kollektion, Schneidbretter und Behälter sowie „Sissi“, ein verblüffend einfacher Halter für den Schminkspiegel. Für all die lebensecht gestalten Objekte fungiert das heimische Hotel, der Trinser Hof im Gschnitztal, als Showroom, den die Familie nun in der vierten Generation leitet - die fünfte ist noch im Kleinkindalter.
FRANZISKA HORN
Erschienen im Tagesspiegel am 04.07.2026