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Zeichen der Erinnerung
Zeichen der Erinnerung

Trauer braucht einen Ort des Trostes. Der Friedhof im Frühling ist dafür prädestiniert. Foto: Pixabay

Die letzten Dinge regeln

Zeichen der Erinnerung

Der Frühling ist die Zeit des Neubeginns - das zeigen auch symbolträchtige Pflanzen auf den Gräbern

Der Gang zum Friedhof ist für viele Angehörige ein festes Ritual. Hier können sie Zwiesprache mit dem Verstorbenen halten, hier treffen sie mitfühlende Menschen, die aus eigener Erfahrung Trauer und Verlassenheit kennen. Da kann selbst ein kurzes Gespräch über die Grabbepflanzung tröstlicher werden als eine professionelle Trauerberatung - besonders bald, im nahenden Frühling, wenn das Leben sich endlich wieder von seiner bunten Seite zeigt. Vögel zwitschern in den uralten Friedhofsbäumen, Gärtner schieben Schubkarren voller frischer Erde und Blumen, kehren das welke Herbstlaub weg. Auf dem Nachbargrab prunken schon Stiefmütterchen und Bellis. Da keimt bei aller Trauer Zuversicht auf. Das Leben geht weiter. Es wird Zeit, die Grabstelle von der Last der dunklen Jahreszeit zu befreien und ihr ein Frühlingsgesicht zu geben.

Und was symbolisiert diese Zeit des Erwachens besser als die Klassiker dieser Jahreszeit, Krokusse, Narzissen, Tulpen, Bellis, Hornveilchen, Hyazinthen? Dazu als Rahmen immergrüne Bodendecker. Diese haben zudem noch einen Mehrwert: Sie verhindern zuverlässig, dass Unkraut allzu üppig sprießt. Ysander, Efeu oder Haselwurz sind robust und pflegeleicht. Und sie kommen mit wenig Licht und Feuchtigkeit aus. Ein besonderes Schauspiel bietet im Frühjahr der Wurmfarn (Dryopteris affinis „Pinderi“), wenn er ganz allmählich seine Blätter entrollt. Er liebt schattige Lagen.

Das gilt auch für die Golderdbeere (Waldsteinia ternata). Sie strahlt im April und als goldgelber Blütenteppich. „Das Äussere einer Pflanze ist nur die eine Hälfte der Wirklichkeit“. So philosophierte bereits Johann Wolfgang Goethe (1749-1832). Doch schon sehr viel früher haben die Menschen gewissen Pflanzen (menschliche) Eigenschaften zugesprochen. So lässt sich mit unzähligen Gewächsen ausdrücken, was Worte nicht zu sagen vermögen. Vergissmeinnicht beispielsweise stehen für einen Abschied in Liebe, aber auch für die Erinnerung. Stechpalme, Wacholder, Birke, Hasel, Schafgarbe, Kornblume, Jungfer im Grünen und Mistel sollen das Böse abwehren. Kornblume, Mimose, Akazie und Zeder symbolisieren Beständigkeit.

Als Zeichen der Erinnerung pflanzt man Immergrün, Lavendel, Stiefmütterchen und Thymian. Frieden verheißen Linde, Lorbeer, Myrte, Palme, Stechpalme und Verbene. Nun lässt sich eine Linde nicht unbedingt auf ein Grab pflanzen. Aber auch im heimischen Garten kann eine Symbolpflanze ein großer Trost sein.

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 07.02.2024

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