Das berühmteste Fluchtauto der Welt, hatte auch die größte Bühne der Welt. Die spektakuläre Flucht des mordverdächtigen Footballstars O.J. Simpson verfolgten über 100 Millionen Fernsehzuschauer live. Vorneweg fuhr ein schneeweißer Ford Bronco, dahinter dutzende Polizeiwagen. 30 Jahre war der Bronco im Programm – bis 1996. Erst im Juni 2021 legte Ford seinen Geländewagen neu auf. Auch in Deutschland. Kann der Bronco nur Offroad, oder ist er auch einer für den Alltag? Angeboten werden zwei Varianten.
Der Outer Banks kostet 74.500, der robustere Badlands fürs Gelände mit Sperrdifferential vorne und hinten sowie einem Offroad-Fahrwerk ab 78.500 Euro. Beide haben eine hervorragende Grundausstattung mit 360-Grad-Kamera, Navi und zahlreichen Assistenten.
Wer einen Bronco überwiegend auf Asphalt fahren will, sollte zum Outer Banks greifen, weil er die zusätzliche Technik nicht braucht. Angetrieben wird der 4,8 Meter lange und 2,3 Tonnen schwere Koloss von einer Zehn-Gang-Automatik. Standesgemäß an allen vier Rädern. Für den nötigen Schwung sorgt ein 2,7-Liter-V6-Benziner mit 335 PS und 563 Nm Drehmoment. Wer sich einen Achtzylinder wünscht: Braucht es gar nicht, der Motor reißt ordentlich an und glänzt gleichzeitig durch Laufruhe. Der Sprint gelingt in 6,7 Sekunden von 0 auf 100, ab Tempo 120 wird es laut im Auto und der Bronco genehmigt sich ein paar Extra-Schlucke an der Tränke. Mit 11,3 Litern Normverbrauch sind wir nicht ausgekommen – eher über 13. Das Fahrwerk ist gut, straff und so wie es sein muss. Die Lenkung braucht viele Umdrehungen, Lkw-Feeling. Der Blick über die mächtige Haube auf die Straße erinnert uns an Amerika. Als US-Fans haben wir das Auto geliebt, ganz besonders die Begrüßungsanimation auf dem Bildschirm. Zunächst rollen ein paar Steine in Richtung Abgrund – dann finden sie zueinander und formen ein übermütiges Pony. Den Bronco. Herrlich!
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Erschienen im Tagesspiegel am 23.09.2024