Für viele Menschen in Deutschland gehört ein eigenes Zuhause zu den wichtigsten Lebenszielen. Die Aussicht, im Alter mietfrei zu wohnen, Eigentum zu besitzen und Vermögen aufzubauen, bleibt von großer Bedeutung. Eine aktuelle Umfrage des Immobilienverbands Deutschland (IVD) zeigt jedoch: Der Weg ins Eigenheim ist keine gelebte Wirklichkeit. Rund zwei Drittel der Mieter in Deutschland wünschen sich Wohneigentum. 43 Prozent der Befragten möchten selbst darin wohnen, 15 Prozent sehen es als Kapitalanlage. Damit liegt die Immobilie bei der Altersvorsorge klar vor anderen Anlageformen wie Aktien und Fonds (16 Prozent), Lebens- und Rentenversicherungen (10 Prozent) oder klassischen Spareinlagen (7 Prozent). Demgegenüber steht die Realität: Derzeit leben laut dem Statistischen Bundesamt nur etwa 41,9 Prozent der Haushalte im Eigentum - ein Rückgang gegenüber 2022 (43,7 Prozent) und 2011 (45,1 Prozent). Gleichzeitig wohnen rund 57,9 Prozent der Haushalte zur Miete. Die Landeshauptstadt Berlin steht hier mit Abstand an der Spitze.

Im EU-Vergleich belegt Deutschland laut Eurostat sogar den letzten Platz bei der Eigen-tumsquote - weit abgeschlagen hinter Ländern wie Rumänien (95,6 Prozent). Als Gründe für die niedrige Eigen-tumsquote in Deutschland gelten unter anderem die vergleichsweise hohe Grunderwerbsteuer, fehlende steuerliche Vorteile für selbst genutztes Wohneigentum sowie der traditionell starke Mietwohnungsmarkt. Hinzu kommen finanzielle Hürden, denn 48 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen etwa am nötigen Eigenkapital mangelt. Um diesen Umstand zu ändern, könnte die Politik beispielsweise für eine stärkere staatliche Förderung, steuerliche Anreize, eine Senkung der Grunderwerbsteuer sowie die Wiedereinführung der Eigenheimzulage sorgen.
Erschienen im Tagesspiegel am 07.07.2025