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Wissenschaftsjahr 2024: „Zeit, für Freiheit zu streiten“

Der Innotruck - ein Projekt des Bildungs- und Forschungsministeriums ist beim Wissenschaftsjahr im Einsatz. Foto: BMBF

BILDUNG AKTUELL

Wissenschaftsjahr 2024: „Zeit, für Freiheit zu streiten“

Das Motto des Wissenschaftsjahres, das sich die Veranstalter - das BMBF und die Gesellschaft Wissenschaft ausgedacht haben, verspricht spannende Projekte zu den Themen Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Das Wissenschaftsjahr 2024 ist anders als alle vorhergehenden. Es behandelt kein spannendes naturwissenschaftliches, technisches oder ökologisches Thema, wie beispielsweise „Unser Universum“ (2023), „Bioökonomie“ (2020/2021), „Arbeitswelten der Zukunft“ (2020) oder „Meere und Ozeane“ (2016/2017). In diesem Jahr geht es um ein sehr aktuelles, sehr politisches Thema: „Freiheit“. Aus wissenschaftlicher Perspektive. Wobei schon bei der Auftaktveranstaltung am 17. Januar im Futurium Berlin klar wurde, dass auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine wissenschaftliche Distanz bewahren können und wollen, wenn Freiheit und Demokratie auf dem Spiel stehen. Das Futurium am Alexanderufer 2 liegt nur wenige Fußminuten vom Bundestag entfernt, wo sich zwei Tage später rund 100.000 Menschen versammelt hatten, um gegen alte und neue Nazis zu demonstrieren. Ein Hauch dieser Stimmung war auch im Futurium zu spüren, selbst über die Live-Videoschaltung. Mit dabei waren unter anderem Ministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), die Kriegsberichtreporterin Düzen Tekkal von der Menschenrechtsorganisation HÁWAR.help, die Kommunikationsforscherin Professorin Judith Mölle von der Uni Hamburg, der Politologe Professor Carlo Masala von der Bundeswehr-Uni München, Professorin Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates und viele andere mehr. Die Veranstaltung moderierte die Journalistin und Autorin Shelly Kupferberg.

Zu der Stimmung im Saal wie in der Stadt passte auch das Motto des Wissenschaftsjahres, das sich die Veranstalter - das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die gemeinnützige Gesellschaft Wissenschaft im Dialog - ausgedacht haben: „Zeit, für Freiheit zu streiten“. Ein Aufruf, wie gemacht für den Tag und den Ort. Tatsächlich sind es zwei Jahrestage, die heuer begangen werden und die das Ministerium und die Wissenschaftskommunikations-Agentur zu dem Motto inspiriert hatten: Die parlamentarische Verabschiedung des Grundgesetzes vor 75 Jahren am 23. Mai 1949, dem alle Landtage in den damaligen Westzonen zugestimmt hatten - mit Ausnahme des bayerischen, der diesen Akt auch nie nachholte - sowie die friedliche Revolution der Bürgerinnen und Bürger der damaligen DDR im Herbst 1989 mit der Grenzöffnung am 9. November. Zwei geschichtsträchtige Ereignisse, die das Leben hierzulande bis heute prägen und daher etliche Wissenschaftsbereiche beschäftigen - Historie, Soziologie, Politologie und viele mehr. Drei Themenfelder werden das Wissenschaftsjahr 2024 überspannen: Freiheit im Jahr 2024, Freiheit künftiger Generationen und Freiheit in Europa und weltweit. Eine besondere Rolle wird dabei die Freiheit und Unfreiheit der Wissenschaft in verschiedenen Weltregionen spielen.

Wie in jedem Wissenschaftsjahr fördert das BMBF zahlreiche Projekte. „Es geht um Geschichte, Gegenwart und Zukunft, um Generationen und politische Systeme, um die Freiheit jedes Einzelnen und die Frage, wie diese in die Gesellschaft passt“, schreibt das Ministerium auf der Wissenschaftsjahrseite (www.wissenschaftsjahr.de/2024 ). „Alle Projekte eint ein Ziel: Den Dialog über Freiheit fördern - sowohl innerhalb als auch zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Forschung.“

Ebenfalls wie in den Vorjahren wird das Wissenschaftsjahr von einem Hochschulwettbewerb begleitet. „Die Projekte sollen zum Nachdenken anregen und Bürgerinnen und Bürger mit Forschenden ins Gespräch bringen“, lautet die sehr allgemeine Richtlinie des Ministeriums. Als Stichworte nennen die Bildungsbeamtinnen und -beamten „Barrierefreiheit, Demokratiebildung, Kunstfreiheit und die Freiheit zukünftiger Generationen.“ Die besten Ideen werden mit jeweils 10.000 Euro gefördert. kram

Weitere Informationen zum Wissenschaftsjahr, der Auftaktveranstaltung, den Themen und zum Hochschul-Wettbewerb sind auf www.wissenschaftsjahr.de/2024/ zu finden.

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 26.01.2024

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