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Wenn das Duschen die Wohnung wärmt

SO FUTURISTISCH KANN EIN ABWASSERWÄRMETAUSCHER AUSSEHEN: ER IST FÜR GRAUWASSER GEEIGNET UND VERFÜGT ÜBER EINE AUTOMATISIERTE REINIGUNGSSTUFE.    FOTO: REVINCUS

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Wenn das Duschen die Wohnung wärmt

Abwasserwärmerückgewinnung kann Ressourcen sparen

Jeden Tag nutzen wir eine große Menge an Wasser: für die Toilette, im Haushalt, zur Körperpflege. Allein beim Duschen verbrauchen wir zwischen 30 und 160 Litern, je nachdem, wie lange wir unterm Duschkopf stehen. Auf all das möchte niemand verzichten, aber es wäre doch schön, wenn man aus der benutzten und meist erwärmten Ressource noch etwas machen könnte. Neue Wärmeenergie zum Beispiel. Denn auf dem Weg durch die Kanalisation hat das Abwasser ganzjährig immerhin noch eine Temperatur von mindestens etwa zehn bis 20 Grad. 

Die Abwasserwärmerückgewinnung ist dabei eine erprobte Idee, bei der die Wärme, die im angefallenen Nass noch vorhanden ist, mittels Wärmetauschern und Wärmepumpen wieder zur Verfügung gestellt wird. Ein technisches Verfahren, das bereits seit Jahrzehnten vor allem bei kommunalen Versorgern und größeren Einrichtungen im Kanal oder an der Kläranlage, sowie im Bereich der Industrie zum Einsatz kommt. Allerdings schien es wegen des vergleichsweise hohen technischen Aufwands und aus Gründen der Effizienz für den Wohnbereich bisher oft nicht ganz so tauglich. Vielleicht abgesehen von individuellen Kleinlösungen direkt an den Bereichen, wo dort Abwasser anfällt. 

Die Entwicklung bleibt aber auch hier nicht stehen, und so hat kürzlich ein Anbieter aus Weimar ein System mit Abwasserweiche und speziellem Wärmetauscher entwickelt und erprobt, das zum Beispiel in Mietshäusern nachgerüstet werden kann. Vereinfacht erklärt wird dabei das mit Fäkalien belastete kalte Schwarzwasser bereits im Keller des Wohnhauses abgetrennt und in den Kanal geleitet, während das nutzbare noch warme Grauwasser aus dem Haushalt in den Wärmetauscher fließen kann, dort eine Sole erwärmt, die dann wiederum von einer Wärmepumpe genutzt wird um final neues warmes Frischwasser zur Verfügung zu stellen.



KAI-UWE DIGEL

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 11.04.2026

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