Der Markenname der 1987 in Barcelona gegründeten Teppichmanufaktur klingt nach Lebensfreude und Fröhlichkeit und ist gleichzeitig der Name ihrer Gründerin: Nani Marquina. Die Kollektionen von Nanimarquina sind Hingucker-mal bunt, mal grafisch gemustert oder unperfekt rund. Auf jeden Fall sind sie unkonventionell und spiegeln Nani Marquinas persönliche Leidenschaft wider die Verbindung von traditionellem Handwerk und Moderne, Natur, Nachhaltigkeit und Kunst - gepaart mit der Kraft starker Frauen.
Nachdem sie entschieden hatte, in die Fußstapfen ihres Vaters Rafael Marquina zu treten - einem der Pioniere des spanischen Designs und Schöpfer der ikonischen Marquina-Ölkaraffe - gründete sie nach ihrem Industriedesignstudium ihr eigenes Label. Trotz der Herausforderungen als Frau in einer männerdominierten Branche etablierte sich ihr Unternehmen schnell.

Bis heute wird es hauptsächlich von Frauen geführt, darunter Nani selbst, ihre Tochter Maria Piera Marquina, die heutige Geschäftsführerin, und ihre Schwester Carlota, die für die Kommunikation zuständig ist. Mit Sitz in Barcelona und New York lässt Nanimarquina in Indien und Pakistan fertigen, wo auf eine nahezu unerschöpfliche Handwerkstradition zurückgegriffen werden kann. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Designern wie Jaime Hayon, Milton Glaser, Ron Arad und vielen Frauen wie Ilse Crawford, Inga Sempé oder Sabine Finkenauer entsteht eine enorme Vielfalt an Stilen, Texturen, Materialien und Formen. Auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen im Fokus: Seit 2013 werden biologisch abbaubare und chemiefreie Produkte verwendet und kürzlich wurde das Unternehmen als klimaneutral zertifiziert. Als Mitglied von Care & Fair, einer Initiative des europäischen Teppichhandels gegen illegale Kinderarbeit, engagiert sich Nanimarquina auch sozial.
BARBARA BRUBACHER
Erschienen im Tagesspiegel am 05.10.2024