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Villa Kunterbunt 2.0: Installation Flux in München

ADIEU TRISTESSE: DEM HÖLZERNEN FLUX-PAVILLON MIT SEINEM COLORBLOCKING-SCHEMA IN NEONFARBEN KANN ES GAR NICHT ZU BUNT WERDEN. FOTOS: FRANZISKA HORN

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Villa Kunterbunt 2.0: Installation Flux in München

Neonfarbene Holzbauten der Designerin Morag Myerscough erweitern die Pinakothek der Moderne als Treffpunkt mit Programm von Yoga bis Konzerten - begehbares Kunstwerk für fünf Jahre mitten im Kunstareal

Da ist gute Laune vorprogrammiert: Der poppige Anbau, die | Installation „Flux“, ist als „dritter Raum“ gedacht und stammt von der britischen Designerin Morag Myerscough. Als Treffpunkt für Groß und Klein locken die neonfarbenen Aufbauten seit Jahresmitte die Menschen von nah und fern ins Kunstareal. Ganze fünf Jahre lang soll das begehbare Kunstwerk den Museumskomplex der Pinakothek der Moderne erweitern. Und ist dabei Allin-One: Spielplatz und Konzertbühne, Partyzone und Freiluftterrasse, mit Imbissbuden und Streetfood-Cars, mit Bänken, Balkonen und begrünten Bereichen - man könnte zudem sagen: beblaut, begelbt, bepinkt, denn die Installation „Flux“ strahlt in sämtlichen Tönen des Regenbogens.

Wasserfest sind die in Neonfarben bepinselten Holzbauten allemal, das zeigte die Eröffnung der neuen Attraktion, als ein veritabler Wolkenbruch über den frisch gestrichenen Flächen niederging. Der Installation tat das keinerlei Abbruch. Ein Blick in die Gesichter der ersten Besucher zeigte, wie die knallbunten Kulissen den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zauberten, den jungen wie den alten.

Lieblingsfarbe: bunt

WAS ALLE PROJEKTE DER KOMMUNIKATIONSDESIGNERIN MORAG MYERSCOUGH VEREINT, IST DIESER GEDANKE: „ORTE ERSCHAFFEN, AN DENEN DIE MENSCHEN GERNE SIND“.
WAS ALLE PROJEKTE DER KOMMUNIKATIONSDESIGNERIN MORAG MYERSCOUGH VEREINT, IST DIESER GEDANKE: „ORTE ERSCHAFFEN, AN DENEN DIE MENSCHEN GERNE SIND“.

Hinter dem Projekt steckt die britische Künstlerin Morag Myerscough. Die studierte Kommunikationsdesignerin ist bekannt für ihre immersiven Installationen, die in flirrend bunten Tönen und geometrischen Formen daherkommen. Myerscoughs Entwurf hatte die Jury der Stiftung der Pinakothek der Moderne auch deswegen überzeugt, weil er den neuen baulichen Übergang zwischen Museum und öffentlichem Raum als erfrischende Einladung zum Mitmachen, Verweilen und Vergnügen versteht.

Dieses partizipative Element ist der Künstlerin bei all ihren Entwürfen wichtig. So entwickelt sie zuvor in Workshops zusammen mit Münchner Bürgern Farbskizzen für die Bemalung des Begegnungsorts. Seit der Eröffnung bespielt ein facettenreiches Programm die bunten Buden: mit Tanzkursen, Yoga, Karaoke und Schreibwerkstätten bis hin zu Musik-Gigs, Diskussionsrunden, Performances und Happenings. Falls Sie neue Ideen in petto haben: Die Veranstalter von Flux sind offen für kreative Vorschläge, weitere Informationen finden sich auf flux-munich.com

„Womöglich denkt so mancher, mein Einsatz von Farbe sei nicht sehr subtil. Doch ich setze sie sehr bewusst, aus langjähriger Erfahrung heraus“, sagt Künstlerin Morag Myerscough im persönlichen Gespräch. „Ich sehe mich nicht als Entertainerin, aber ich versuche stets zu kommunizieren. Ich trete mit Menschen in den Austausch, in ganz unterschiedlichen Umgebungen, in Carparks, in industriell geprägten Arealen, im öffentlichen Raum. Hier kann Farbe - in Form von Installationen - wirklich viel bewirken.“

Ob Neongelb, Azurblau oder softes Pink - gibt es einen Ton, den Morag gar nicht mag?„Beige verwende ich nicht, ich mag es einfach nicht. Auch Grau nicht, wobei die städtische Umgebung, Asphalt und Beton ja als Hintergrund meist in meine Werke einbezogen sind. Und eine Zeitlang mochte ich die Farbe Purple nicht. Bis ich aufs Land zog, in ein modernistisches Haus mit riesigem Garten. Dort fiel mir auf, wie häufig es violette Blüten gibt und wie schön sie mit verschiedenen Grüntönen wirken.“

Das weltumspannende Portfolio der Künstlerin beweist, dass ihr künstlerisches Konzept gut ankommt. Ob in Chile, Mexiko oder Österreich, auf dem Coachella-Festival in Kalifornien, in Paris, Kapstadt oder Amsterdam - und natürlich im heimischen England: Die heitere Botschaft der Designerin spricht Menschen auf allen Kontinenten an.

Erfrischend unkonventionell

„Ich komme mit meinen Werken häufig in recht trostlose Umgebungen, wo nichts wächst. Dann entsteht dort mein „Farbding“ wie aus dem Nichts. Es ist wie bei Wildblumen: Sie sprießen plötzlich aus einer Spalte, ziehen rundherum das Leben an, verändern also ihre Umwelt für die Dauer ihrer Blütezeit“, sagt Myerscough. Noch ein Pluspunkt: Hier an der Münchner Location kann man nach Biergartenprinzip verweilen, ohne Drinks oder Speisen kaufen zu müssen. Alles kann, nichts muss. Diese Ungezwungenheit kommt rüber und lockt vielleicht auch jene an, denen der Gang ins Museum zu steif erscheinen mag.
FRANZISKA HORN

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 06.09.2025

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