Trauer zulassen
Trauer zulassen

Foto: Pixabay

Die letzten Dinge regeln

Trauer zulassen

Trauerbewältigung braucht ausreichend Zeit und Raum

Körper und Seele sind eine Einheit, deshalb können sich starke Emotionen wie Trauer auf das vegetative Nervensystem, den Stoffwechsel und das Immunsystem auswirken. Bluthochdruck, Gelenkentzündungen und Kopfschmerzen zählen zu den Beschwerden, die psychisch bedingt sein können. Wie sehr die Seele den Körper beeinflusst, wird oft bei Menschen deutlich, die tiefe Traurigkeit erlebt haben. Der Tod eines lieben Menschen oder eine ungewollte Trennung vom Lebenspartner setzt intensive Gefühle frei, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Der Prozess des Trauerns verläuft sehr individuell und kann sich über Jahre hinziehen.

Professionelle Trauerbegleitung

Nicht immer jedoch gelingt der Heilungsprozess. Wer etwa mitten im Berufsleben steckt, hat oft das Gefühl, wieder ganz schnell funktionieren zu müssen. Oder man zieht sich in die Isolation zurück, weil man im sozialen Umfeld nicht genügend Verständnis für seine Situation erfährt. Die nicht gelebte Trauer kann sich dann in psychosomatischen Erkrankungen manifestieren. Eine professionelle Trauerbegleitung kann den Betroffenen Raum und Zeit geben, um ihren Verlusterfahrungen heilsam begegnen zu können. Ambivalenz oder Gefühle, wie Wut, Hass, Groll und Schuld bekommen ihre Berechtigung und werden in adäquater Form ausgedrückt.

Mit dem Sterben von Angehörigen wird man vielleicht auch damit konfrontiert, was in der Beziehung an Anerkennung, Nähe und Wertschätzung vermisst wurde. In der therapeutischen Gruppe finden sie Halt, Trost und Frieden. Am Ende des seelischen Genesungsprozesses steht die Erkenntnis, dass in jedem Herbst der nächste Frühling schon naht.

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 07.02.2024

Das könnte Sie auch interessieren