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Tiny Houses vom Architekturbüro Inside Stories: Klein, aber Oho

BEIM TINY HOUSE VON INSIDE STORIES VERSCHMELZEN DRINNEN UND DRAUSSEN. VISUALISIERUNGEN: INSIDE STORIES

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Tiny Houses vom Architekturbüro Inside Stories: Klein, aber Oho

Nachhaltigkeit, Design und effiziente Flächennutzung auf 25 Quadratmetern mit cleveren Raumkonzepten und multifunktionalen Einbauten von Annett Köberlein und Brigitte Landwehr

Über Tiny Houses gibt es allerhand Vorurteile. Viele glauben, es sei schwierig, auf so kleinem Raum zu leben, ohne viel wKomfort und Annehmlichkeiten. Doch das stimmt ganz und gar nicht - sagen Annett Köberlein und Brigitte Landwehr vom Münchner Architekturbüro Inside Stories: „Dieses Vorurteil beruht oft auf dem Glauben, dass mehr Platz automatisch besser ist und dass ein einfacher Lebensstil Einschränkungen mit sich bringt.“ 

Natürlich gebe es auch einige schlechte Beispiele von Tiny Houses, die eher an Camping oder Gartenlaube erinnerten, so die beiden und ergänzen: „Mit cleveren Raumkonzepten und durchdachter Einrichtung können aber selbst die kleinsten Räume zu einem gemütlichen und funktionalen Zuhause werden.“

Wohnhaus mit 25 Quadratmetern

Wie dies aussehen kann, zeigen die diplomierte Architektin Landwehr und die Diplom-Marketingwirtin Köberlein: Sie haben einen Tiny-House-Prototyp entwickelt, der (nach den nötigen Formalien wie dem Genehmigungsverfahren bei der Kommune) etwa als Wohnraum-Ergänzung auf Privatgrundstücken oder Hotelgeländen aufgestellt werden kann. Auch ein Holzbauer steht schon bereit, der ihren Entwurf zeitnah umsetzen kann. Ganz wichtig war den beiden eine Architektur, die nachhaltig ist und ganz im Einklang mit der Natur steht: „Echte Nachhaltigkeit verlangt eine effiziente Flächennutzung, minimalen Materialeinsatz und eine Ästhetik, die ein großzügiges Raumgefühl auf kleinstem Raum ermöglicht. 

Und weniger Wohnfläche bedeutet zugleich geringeren Materialbedarf und weniger Versiegelung“, erläutert Brigitte Landwehr, die zusammen mit Annett Köberlein schon viele private Wohnprojekte umgesetzt hat - immer mit dem Ziel im Blick, Räume zu optimieren und auch aus beengten Verhältnissen das optimale Wohngefühl zu erzeugen.

ANNETT KÖBERLEIN UND BRIGITTE LANDWEHR VOM MÜNCHNER BÜRO INSIDE STORIES FOTO: CHRISTINE DEMPF
ANNETT KÖBERLEIN UND BRIGITTE LANDWEHR VOM MÜNCHNER BÜRO INSIDE STORIES FOTO: CHRISTINE DEMPF

Bei der Planung ihrer Tiny Houses stand zudem ein geringer CO₂-Fußabdruck im Fokus. Das Tiny House besteht daher aus zwei Vollholz-Modulen, die vorproduziert und jeweils komplett ausgestattet auf einem Sattelschlepper transportiert werden können. Das eine Modul ist über eine vollflächige Verglasung offen zur Umgebung gestaltet, was die Grenze zwischen Innen und Außen verwischt und die Natur in den Raum integriert. Eine in Abhängigkeit von der Natur täglich variierende Atmosphäre verleiht dem Raum einen inspirierenden Charakter und wirkt einem Gefühl von Beengtheit entgegen. Das zweite Modul ist absichtlich geschlossen gehalten. Es erfüllt das Bedürfnis nach Geborgenheit und Privatsphäre und bildet einen geschützten, intimen Rückzugsort.

„Das bewusste Angebot an offenem und geborgenem Raum schafft eine feine Balance zwischen Spannung und Harmonie, eine komplexe und doch klare Struktur auf kleinstem Raum - Inspiration und Konzentration, Extraversion und Introversion“, so die Idee der beiden. Auch für das Interior Design haben sie intelligente Ideen entwickelt, die sowohl platzsparend als auch raumschaffend sind und keine Fläche verschwenden. 

Auf nur 25 Quadratmetern gibt es Möglichkeiten für vier Schlafstellen, aufgeteilt auf Schlafzimmer und Galerie, ein voll ausgestattetes Duschbad, eine Küchenzeile und einen gemütlichen Essplatz mit Schwedenofen. Wer glaubt, dass es hier sehr beengt zugeht, täuscht sich: „Effiziente Flächennutzung heißt für uns nicht, übliches Mobiliar auf kleinem Raum zusammenzupferchen. Wir integrieren multifunktionale Einbauten, die loses Mobiliar überflüssig machen.“

Ein weiterer „Kniff sind multifunktionale Bereiche: Ein Fensterplatz kann als Sitzgelegenheit, Arbeitsplatz oder Entspannungsort dienen. Zudem setzen ihre Tiny Houses auf Purismus: Holz und andere organische Materialien schaffen eine warme Atmosphäre, die die geringe Quadratmeterzahl in den Hintergrund treten lässt. Klare Linien und eine einheitliche Farbpalette lassen das kleine Domizil aufgeräumt und ruhig wirken und den kompakten Raum größer erscheinen.
BARBARA BRUBACHER

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 07.12.2024

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