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Timber Factory in Moosach: Mit Sonnenbänken für Eidechsen

AUSSENVISUALISIERUNG DES GEWERBE-CAMPUS TIMBER FACTORY IN MOOSACH. FOTOS: UBM DEVELOPMENT, HH VISION

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Timber Factory in Moosach: Mit Sonnenbänken für Eidechsen

Die Timber Factory setzt als Münchens erster Holz-Hybrid-Gewerbebau auf ein ganzheitlich-nachhaltiges Baukonzept

Bei diesem Neubauvorhaben in Moosach ist der Name Programm: Die Timber Factory der Entwickler UBM Development und ARE Austrian Real Estate wird Münchens erster Gewerbe-Campus in Holz-Hybrid-Bauweise. Und deshalb „Factory“: Von S2-Laborflächen über Gewerbehallen bis zum klassischen Büro-Standort lässt sich auf dem Campus alles umsetzen. „Durch die Tragwerksplanung sind Flächen für innovative Industrien aus den Bereichen Life Science, Automotive und Light Industrial möglich. Das eröffnet eine nachhaltige Nutzung des Raums und fördert langfristig wirtschaftliche und soziale Stabilität“, erläutert Bastian Bördner, Senior Projektleiter UBM Development AG. „Die Timber Factory bietet, was München braucht: einen ganzen Campus für Gewerbe, in Holzbauweise zur Reduktion des CO2-Fußabrucks, geeignet für Start-ups wie für Headquarters“, ergänzt Thomas G. Winkler, CEO der UBM Development AG. Vier versetzte Baukörper mit bis zu zwölf Geschossen, großzügige Fensterflächen und üppig begrünte Dach- und Freiflächen schaffen für die neuen Mieter ein modernes und inspirierendes Arbeitsumfeld. Mit rund 59.500 Quadratmetern Bruttogrundfläche ist der neue Gewerbecampus nicht nur das derzeit größte Holzbauprojekt der Landeshauptstadt, sondern vor allem auch ein Beispiel für ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen, so die Projektentwickler. „Neben der Holzbauweise ist auch das Energiesystem der Timber Factory mit Wärmepumpen, PV-Anlagen und Ökostrom klimafreundlich, da es ohne fossile Brennstoffe auskommt, verdeutlicht Hans-Peter Weiss, CEO der ARE Austrian Real Estate. Durch seine Bauweise werden allein in der Tragkonstruktion 8000 Kubikmeter Holz verbaut und dauerhaft ebenso viele Tonnen CO₂ gebunden. Auch bei der Fassade setzen die Bauherren auf Holz. Nach einem Entwurf der Büros 03 Arch. aus München und HK Architekten aus dem österreichischen Schwarzach wird das Bauwerk so auch von außen ein absoluter Hingucker.

Zudem wirkt sich auch der hohe Vorfertigungsgrad der Holzbauteile positiv auf die Umweltbelastung aus: Viele Teile kommen fertig aus den Hallen des Holzbauers auf die Baustelle, was die Zahl der Lkw-Fahrten um das Siebenfache reduziert. Gleichzeitig sinkt die Lärm- und Schadstoffbelastung auf der Baustelle: Weil ein Großteil der Teile nur noch montiert werden muss, verkürzt sich die Bauzeit- und damit die Belastung für die Nachbarschaft um rund 45 Prozent, so die Erfahrung von UBM Development aus anderen Projekten. Bereits vor Baubeginn wurde an vielen Fäden gezogen, um das Nachhaltigkeitsprinzip einzuhalten: So wurden beim Rückbau der alten Lager- und Logistikhallen auf dem Gelände alle Materialien sorgfältig getrennt. Insgesamt 95 Prozent der alten Stoffe werden dem Materialkreislauf zugeführt und künftig für den Bau von Straßen und neuen Gebäuden eingesetzt.

Einiges davon bleibt auf dem Gelände: Aus recyceltem Beton entstehen im Rahmen eines großflächigen Artenschutzkorridors Sonnenbänke für Zauneidechsen, die gern auf Steinen oder Totholz Sonnenbäder nehmen. Alte Lagertore werden zu Informationstafeln im Quartier, die an die Vergangenheit des Geländes erinnern. Und die Projektentwickler denken auch in die Zukunft: Bei einem späteren Rückbau der neuen Gebäude lassen sich die hochwertigen Holzbauelemente sortenrein trennen und ganze Bauteile an anderer Stelle neu einsetzen. Was nicht neu verbaut wird, kann zu Möbeln oder Werkstoffen wie Papier und Heizpellets verarbeitet werden. Mit der Kompostierung oder thermischen Verwertung des Holzes schließt sich der Kohlenstoffkreislauf. Wobei das „Lebensende“ dieses Gebäudes in sehr ferner Zukunft liegen dürfte, weil Holz-Hybrid-Bauten mindestens ebenso langlebig seien wie konventionelle Bauten, so Dieter Schmahel, Projektleiter ARE Austrian Real Estate. Ab Ende 2026 wird es sich aber erstmal mit Leben füllen und die ersten Mieter in Bauteil 1 einziehen können.

BARBARA BRUBACHER

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 04.05.2024

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