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Emma von Brömmsens Naturinspirierte Designs: Kaninchen im Kohl
Emma von Brömmsens Naturinspirierte Designs: Kaninchen im Kohl

VERSTECKTE HASENPARADE: ZWISCHEN KOHLBLÄTTERN TUMMELN SICH HIER DIE LANGOHREN IM FARBTON DARK DENIM, MAL AUF TAPETE, MAL AUF DEN HAUSSLIPPERN. FOTO: EMMA VON BRÖMSSEN

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Emma von Brömmsens Naturinspirierte Designs: Kaninchen im Kohl

Inspiriert von Flora und Fauna kreiert die schwedische Textilkünstlerin filigrane Muster für Kissen und Tapeten, Porzellan und Poster, Drucke und Accessoires, fein gezeichnet mit Tuschepinsel.

Die Motive für ihre feinen Designs findet Emma von Brömmsen direkt vor der Haustür: bei Streifzügen über Schäreninseln und durch Wälder, an den Küsten und in freier Natur. Springende Fische und tanzende Kraniche, aparte Federn, Zweige, Gräser und Blätter – es sind Impressionen der heimischen Küste von Bohuslän, welche die Designerin in eine eigene Stilwelt übersetzt – meist in Blau und Weiß, in den Farben von Himmel und Meer. „Meine größte Inspiration ist die Natur“, sagt sie. Dabei entstehen stimmungsvolle Muster für Kissen und Tapeten, Porzellan und Poster, Drucke und Accessoires, fein gezeichnet mit Tuschepinsel und mit einem Hauch japanischer Finesse – so kraftvoll und plakativ, dass man meint, ein lebendiges Bild der Westküste vor Augen zu haben.

Zeitloses Musterdesign

Auf ihren Ausflügen hält Brömmsen ihre Eindrücke per Foto fest, für den eigenen Instagram-Account (emma_von_bromssen ) oder als Vorlage für detailgetreue Skizzen und Zeichnungen, die sie im Rapport zu großflächigen Mustern zusammensetzt. Schon als Kind begleitete Emma, Jahrgang 1975, ihren Vater, um die heimische Tier- und Pflanzwenwelt zu beobachten. Seit ihrem Abschluss an der Schule für Design und Handwerk Göteborg (HDK) bannt sie die künstlerischen Motive auf Teller, Tapeten, Tee- und Kaffeetassen, gründete später eine eigene Firma und ein Geschäft. Für die Tapetenkollektion „Simplicity“ von Engblad & Co entwarf sie diverse Muster, eine davon ist die erfolgreiche Kollektion „Dancing Crane“: „Kraniche sind ein dankbares Thema, wenn man Muster entwirft. Sie haben deutliche Umrisse und wenn sie mit ihren tanzenden Bewegungen in Schwärmen geflogen kommen, das schon ein Muster in sich.“

In Schweden werden Emmas tanzende Kraniche bereits als Klassiker gehandelt, Kritiker vergleichen ihren Stil mit Entwürfen des österreichisch-schwedischen Architekten Josef Frank für das Label „Svensk Tenn“. Daneben haben es ihr Hasen, Makrelen und Steppenhühner angetan. Ihr Design „Stäpphöna“ wurde für den prestigebesetzten Ann Walls Designpreis nominiert. Erstaunlich für das digitale Zeitalter ist ihre Arbeitsweise: per Hand. „Meistens nehme ich Tinte und Tuschepinsel. Das gibt den Zeichnungen Vielfalt und ich mag den Effekt von hellen und dunklen Tönen, der dabei entsteht.“ Zuerst skizziert sie die Linien mit einem Bleistift im Originalmaßstab auf ein großes Blatt Papier vor, erweitert dann die Elemente durch serielle Wiederholung zu einem Muster. „Dann koloriere ich mit einem japanischen Kalligrafie-Pinsel, diese speichern die Tinte gut und man kann ganz leicht dünne Linien ziehen. Im nächsten Schritt scanne ich die Zeichnung per Computer und setze das Grundmuster mehrmals aneinander, sodass sich ein gleichmäßiges Bild ergibt.“

Aus den Entwürfen der Designerin spricht Ruhe, Beobachtungsgabe, Ausgeglichenheit – Letzteres heißt auf Schwedisch „lagom“, ist nicht direkt übersetzbar und nach „hygge“ das neue Trend-Schlagwort aus dem hohen Norden. „Lagom är best“ bedeutet soviel wie „die richtige Menge“ und ist dabei weit mehr als nur ein Wohnstil. Lagom, das meint ein in sich stimmiges, ganzheitliches Leben, ausgewogen, nicht zu viel, nicht zu wenig, und steht damit für die goldene Mitte und eine natürliche Balance.

Rein dekorativ möchte sie ihren poetischen Stil aber nicht verstanden wissen: „Vielleicht wirken die Muster hübsch und nett, doch wer genau hinschaut, kann die Geschichten dahinter entdecken. Zum Beispiel die Hasen von ,Hares in Hiding', die sich zwischen Salat- oder Kohlblättern verstecken. Dafür hat Emma die typischen Bewegungsabläufe der Hasen studiert, um sie realitätsnah festzuhalten. Das Langohrmuster zählt zu Emmas beliebtesten Entwürfen, ebenso das feinblättrige Design von „Casablanca afternoon“. Wer sich die neckische Hasenparade als Tapete ins heimische Wohnzimmer bannen will, kann dies auch außerhalb Schwedens tun: Emmas Label (Näheres unter emmavonbromssen.com ) liefert auch in Länder wie Österreich und Deutschland.

FRANZISKA HORN

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 06.04.2024

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