Vergleicht man die europäischen Länder hinsichtlich des Fortschritts ihrer Digitalisierungstransformation, so stößt man erst im Mittelfeld auf Deutschland. Beim sogenannten Desi-Index ermittelt das Statistische Bundesamt den Digitalisierungsgrad der EU-Länder, und demnach erhält Deutschland lediglich einen Index-Wert von 52,9. An der Spitze stehen Finnland (69,5), Dänemark (69,33) und die Niederlande (67,37).
Selbst Estland und Slowenien ordnen sich vor Deutschland ein. In der Konsequenz erklärt die Bundesregierung die Digitalisierung zur Chefsache und verabschiedet den neuen Stufenplan „Smarte Städte und Regionen“. In insgesamt vier Schritten möchte das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) die Digitalisierungskultur stärken und einen permanenten Kompetenzaufbau in die Wege leiten.
In Stufe eins wird ein Kompetenzzentrum geschaffen, das den Aufund Ausbau von Fachwissen forciert. Der nächste Schritt beabsichtigt die Bildung einer zentralen Plattform,die nicht nur die Kommunen bei ihrer Arbeit unterstützt, sie dient ebenso zur effizienten Zusammenführung von Angebot und Nachfrage. Die dritte Phase rückt dieinterkommunale Kooperation in den Mittelpunkt.
Hierbei geht es um ein übergreifendes gemeinsames Handeln und die Nutzung digitaler Infrastrukturen, die möglichst zu positiven Skaleneffekten führen sollen. In der letzten Stufe sollen digitale Lösungen als Hauptbestandteil etabliert werden, ohne diese explizit erwerben zu müssen. In diesem Zusammenhang wären Software as a Service (SaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS) zwei wesentliche Aspekte. Als enger Kooperationspartner gilt das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering, dessen Marktplatz, Deutschland digital“ einen wichtigen Beitrag des Stufenplans leistet. KELLY KELCH
Erschienen im Tagesspiegel am 07.09.2024