Anzeige

Studium im Ausland: Viele Wege führen zum Studienziel

Immer mehr Studiengänge werden immer internationaler. Kein Wunder, dass nicht nur Sprachen Studierende gerne eines oder mehrere Auslandssemester im Land ihrer Wahl absolvieren. Es gilt schließlich auch, den eigenen Horizont zu erweitern und bislang fremde Kulturen kennenzulernen. Nicht zuletzt ist es ein nicht zu unterschätzender Vorteil, dass in manchen Ländern der Numerus clausus wegfällt und damit der Weg zum Wunschstudium frei ist. Zudem gibt es etliche Beratungs-, Förder- und Stipendienmöglichkeiten, die die Wahl der passenden Uni erleichtern. Fotos: Adobe Stock

BILDUNG AKTUELL

Studium im Ausland: Viele Wege führen zum Studienziel

Ob mit Erasmus+, mit Universitätsnetzwerken oder dem DAAD: Auslandssemester sind beliebt und begehrt-zudem steigern sie die Chancen auf den Traumjob, sei es im Inland oder weltweit

Es gibt viele gute Gründe für einen Studienaufenthalt im Ausland: Man kann die Welt entdecken, Sprachen lernen, seine eigenen Grenzen erweitern oder auch an der eigenen Karriere basteln - ein Auslandsaufenthalt macht sich in jedem Lebenslauf, heute CV genannt, gut. Nicht zuletzt gibt es in vielen anderen Ländern keinen Numerus clausus für bestimmte Fächer, etwa in der Humanmedizin.

Fotos: Adobe Stock
Fotos: Adobe Stock

Wer ein Auslandsstudium selbst organisieren will, hat sehr viel Arbeit vor sich - egal, ob es sich „nur“ um ein oder zwei Semester oder ein komplettes Studium samt Abschluss handelt. Doch zum Glück gibt es professionelle Ansprechpartner, die Auslandsstudienwillige kompetent und kostenfrei beraten: etwa der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), eine Organisation, die von den deutschen Hochschulen und den Studierendenschaften getragen und vornehmlich vom Bund und der EU finanziert wird. Im Jahr 2022 hat der DAAD inklusive der EU-Programme mehr als 140.000 Menschen rund um den Globus gefördert. Das Angebot reicht vom Auslandsjahr für junge Studierende bis zum Promotionsstudium, vom Praktikum bis zur Gastdozentur, vom Informationsbesuch bis zum Aufbau von Hochschulen im Ausland. Der DAAD bereitet nicht nur Auslandsaufenthalte vor, sondern unterstützt die Finanzierung auch mit Stipendien. In der Stipendien-Datenbank finden sich derzeit 110 Fördermöglichkeiten, darunter Jahresstipendien für Studienaufenthalte im Ausland zum Erwerb internationaler Studienerfahrung, Stipendien für einen Masterabschluss im Ausland oder Fördergelder für kombinierte Studien- und Praxissemester. Zu den Topprogrammen zählt ein zwölfmonatiges Stipendium der Studienstiftung und der Mercator-Stiftung für Graduierte, Doktoranden und Promovierte, bei dem die Stipendiatinnen und Stipendiaten bei zwei bis drei internationalen Organisationen, global tätigen NGOs, Non-Profit-Organisationen oder Wirtschaftsunternehmen tätig werden und eine eigene praktische Fragestellung bearbeiten.

Partnerhochschulen

Der DAAD fungiert auch als deutsche Agentur für das EU-Programm„Erasmus+“, die Fortsetzung des langjährigen erfolgreichen Erasmus-Programms, das in seinen ersten 15 Jahren rund eine Million Stipendien vergeben hatte. Erasmus+ fördert Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengänge bis zu zwölf Monate. Wer ein einzügiges Studium absolviert - zum Beispiel Medizin, Staatsexamen oder einen der alten Diplom-Studiengänge - wird bis zu 24 Monate unterstützt. Wer dann promoviert, kann sich mit Erasmus+ für ein weiteres Auslandsjahr bewerben. Das EU-Programm ist nicht nur für die 27 EU-Mitgliedsstaaten gültig, sondern auch für die fünf Nicht-EU-Länder Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die Türkei. Großbritannien nimmt nach dem Brexit und aufgrund einer Regierungsentscheidung nicht am Erasmus-Programm teil. Eine Erasmus+-Förderung ist nur noch eingeschränkt möglich und hängt auch von der Heimat-Uni der Studierenden ab.

Wer an einer deutschen Universität eingeschrieben ist und ins Ausland gehen will, sollte sich mit der entsprechenden Stelle an seiner Uni in Verbindung setzen. Dort weiß man am besten, welche Studiengänge im Ausland anerkannt werden. Gerade die bayerischen Universitäten und Hochschulen pflegen zahlreiche Partnerschaften mit namhaften Universitäten im Ausland. Allein die Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität LMU verfügt über ein riesiges Netzwerk mit 530 Partneruniversitäten in der ganzen Welt und unterstützt ihre Studierenden bei der Wahl der passenden Auslandshochschule. Gleiches gilt für die Technische Universität München TUM, die Erlanger Friedrich-Alexander-Universität FAU, die Unis in Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Eichstätt-Ingolstadt, Nürnberg, Passau, Regensburg und Würzburg sowie für die Universität der Bundeswehr in München und auch für zahlreiche bayerische Hochschulen. Die Vorteile eines direkten Kontakts zu einer Partner-Uni sind beträchtlich: Oft entfallen die dort üblichen Studiengebühren, das Bewerbungsverfahren ist einfacher, einige der ausländischen Partneruniversitäten helfen sogar bei der Wohnungssuche oder bei Visafragen. Zudem bestehen zuweilen persönliche Beziehungen zu den dortigen Lehrstühlen, sodass eine Vorabinfo über aktuelle Seminare möglich ist.

Bafög-Förderung und soziale Absicherung

Für Erstinformationen lohnt sich übrigens ein Blick auf die einschlägigen Seiten der Bundesagentur für Arbeit - BA - (www.arbeitsagentur.de/bildung/studium/wege-ins-ausland-im-studium ). Zum Beispiel erfährt man dort, dass eine Bafög-Förderung innerhalb der EU und der Schweiz auch dann möglich ist, wenn man sein Studium von Anfang an in einem dieser Länder aufnehmen will. Wer in einem anderen Land studieren will, erhält immerhin mindestens sechs Monate oder ein Semester lang den jeweiligen BAföG-Satz. Auch wer in Deutschland kein BAföG erhält, sollte vor einem Auslands-Studienaufenthalt seinen BAfög-Anspruch prüfen lassen, raten die BA-Expertinnen und -Experten: Denn für das Auslands-BAföG gelten eigene Förderungsregeln.

/Wann ein Auslandsaufenthalt sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Studium ab. Bei Sprachstudiengängen macht laut den Profis von studienwahl.de (ein Service der BA) ein Vorort-Semester im ersten Studienjahr Sinn - um die Sprachkenntnisse zu vertiefen und kulturelle Besonderheiten aus erster Hand kennenzulernen. Bei einem Bachelorstudium bietet sich eine Auslands-Zwischenstation nach dem ersten oder zweiten Studienjahr an. Für Masterabschlüsse oder Doktoranden bietet sich Auslandssemester vor allem dann an, wenn internationale Themen bearbeitet werden. Das Deutsche Studierendenwerk (www.studierendenwerke.de ) hat zudem einige wichtige Informationen zur Auslandskrankenversicherung, gerade auch für Menschen mit Vorerkrankungen zusammen gestellt.

Laut dem Statistischen Bundesamt studierten 2021 rund 138.000 junge Menschen im Ausland. (Neuere Zahlen liegen nicht vor.) Das beliebteste Zielland ist übrigens weiterhin Österreich mit mehr als 36.000 Studierenden, gefolgt von den Niederlande (24.400) und der Schweiz (12.400). Ehedem war das Vereinigte Königreich unter den Top drei, Brexit-bedingt waren 2021 nur noch rund 11.000 deutsche Studierende an einer britischen Universität eingeschrieben. Bei Humanmedizin-Studierenden scheinen übrigens - neben Österreich - einige osteuropäische Länder sehr beliebt zu sein, vor allem Litauen, Polen, Ungarn und Tschechien.

Horst Kramer

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 26.04.2024

Das könnte Sie auch interessieren