Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit hat nicht nur spirituelle, sondern auch materielle Aspekte. Diese schiebt man gerne in den Hintergrund und vergisst dabei, dass es sich dabei nicht nur um ein Stück Vorsorge, sondern auch um einen wichtigen Akt der Selbstbestimmung handelt. Eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1021 Personen im Alter ab 18 Jahren im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Bestatter zeigte, dass sich besonders ältere Menschen intensiv mit den anfallenden Kosten beschäftigen.
Denn rund 78 Prozent der Befragten gaben an, dazu bereits konkrete Überlegungen angestellt haben. Bekanntlich können die Kosten einer Bestattung stark variieren - abhängig von der Bestattungsart, der Wahl des Sargs oder der Urne, den Friedhofsgebühren, dem Grabstein und der Trauerfeier. Wer sich frühzeitig mit seiner Bestattung auseinandersetzt und sich um eine Vorsorge kümmert, übernimmt dem Verband zufolge Verantwortung. Denn Vorsorgen bedeute auch, die eigenen Wünsche festzuhalten, den Angehörigen schwierige Entscheidungen abzunehmen und in einer emotional belastenden Zeit Sicherheit zu geben.
Es gibt zwei Möglichkeiten zur finanziellen Absicherung: den Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag und die Sterbegeldversicherung. Beim Treuhandvertrag werden konkrete Leistungen vereinbart und finanziell abgesichert. Das eingezahlte Geld wird als Treuhandvermögen sicher angelegt und im Todesfall an das Bestattungsunternehmen zwecks Erfüllung des Vertrags ausgezahlt. Besonders für jüngere Menschen oder für Menschen mit einem kleineren Einkommen ist die Sterbegeldversicherung sinnvoll. Dabei werden monatlich geringe Beträge eingezahlt, die dann später im Todesfall ausgezahlt werden.
Den Umfrageergebnissen zufolge bevorzugt die Mehrheit der Befragten eine persönliche Beratung direkt vor Ort. Gleichzeitig zeigte sich jedoch ein wachsendes Interesse an digitalen Angeboten. Die Studie belegt, dass 26 Prozent der Befragten eine Vorsorge ohne persönliche Beratung abgeschlossen hatten. Das sei jedoch in manchen Fällen möglicherweise nicht auf die vor Ort abgestimmt - oder es fehle ein persönlicher Ansprechpartner, wenn sich die Wünsche in Bezug auf die eigene Bestattung verändern. Im besten Fall sollte daher auch eine digital abgeschlossene Vorsorge an ein bekanntes Bestattungsunternehmen vor Ort geknüpft sein, das bei Fragen schnell und kompetent beraten und unterstützen könne, heißt es seitens des Bundesverbands Deutscher Bestatter.
Erschienen im Tagesspiegel am 22.10.2025