Schwerenöter

Auffällig wie ein bunter Hund: Der Kia Niro EV dürfte für Diskussionen sorgen. Foto Kia

Mobile Faszination September 2024

Schwerenöter

Trotz seines Gewichts ist der Niro EV ein effizienter Stromer

Elektroautos gehört die Zukunft – auch wenn sie in der Gunst der Deutschen zur Stunde nicht besonders weit oben rangieren. Nicht zuletzt dank der Bundesregierung, die in einer Nacht- und Nebelaktion die Prämien gestrichen und damit auch Vertrauen vernichtet hatte. Wer sich dennoch mit E-Mobilität beschäftigt, kommt an einem koreanischen Hersteller nicht vorbei. Hyundai und seine Tocher Kia haben in relativ schneller Zeit relativ viele Elektroautos entwickelt und auf die Straßen gebracht. Den e-Niro gibt es schon seit Anfang 2019 und damit rund zwei Jahre vor dem ID.3 von VW. Jetzt heißt das kompakte und 4,42 Meter lange SUV, das wir zum Testen hatten, ganz einfach Niro EV. 420 Kilometer Reichweite und ein versprochener Verbrauch von 16,2 kWh – das hat uns gereizt.

Mit dem kantig-verspielten Design fällt man überall auf. Nachdem wir die Fragen der Passanten beantwortet haben, was das denn für ein Auto wäre, flüchten wir ins Innere. Uns empfängt viel Fuß- und Kopfraum, ein bequemes Gestühl und ordentlich Platz im Kofferraum (347 bis 1227 Liter). Dann überfällt uns ein wilder Materialmix, auch mit viel dünnem Plastik, vor allem in den Türtafeln. Das wäre nicht der Rede wert, würde das Auto nicht mindestens 45.690 Euro kosten. Wärmepumpe nicht eingeschlossen (1000 Euro extra). Dafür ist das Fahren umso angenehmer. Zügig und flott bewegen die 204 Elektro-PS den 1,8-Tonner über die Straßen. Die Lenkung geht gut mit, ist aber kein Wunderwerk der Präzision. Manchmal fühlt sich das Fahrwerk ein wenig teigig an, gerade bei Bodenwellen kommt der Schwerenöter leicht ins Schlingern. Beim Laden hat der Niro eine Schwäche: 72 kW bei Gleichstrom ist nicht Stand der Technik. Dafür die Effizienz: 17,8 kWh kann sich sehen lassen. Damit kommt man auf alle Fälle 350 Kilometer weit. Unser Fazit: Schönes Familienauto mit viel Platz, guter Reichweite – aber leider auch sehr teuer.
rdf

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 23.09.2024

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