Beton ist hässlich? Lange schien das schlechte Image von Mörtel buchstäblich fest zementiert. Doch immer mehr Designer entdecken den Werkstoff neu und gießen ihn in Formen meist minimalistischer Prägung, meist als Objekte für drinnen und draußen. Häufig in einem reduzierten, ästhetischen Design von funktionalem Pragmatismus.
Schon vor über zehn Jahren machte sich das Münchner Duo von „Pezzo per Pezzo“ daran, wuchtige Gartenmöbel aus Beton zu kreieren, die optisch überzeugen und mit inneren Werten daherkommen: leicht herzustellen, reproduzierbar, beinahe unzerstörbar, nicht brennbar, robust, langlebig und pflegeleicht. Obendrein mit eingebauter Diebstahlsicherung, könnte man angesichts der Schwergewichte meinen.



Für Macher ist hierbei die Freiheit in der Gestaltung hochinteressant, lässt sich die graue Masse doch in beinahe jede Form gießen. Einen skulpturalen Wert besitzen die Modelle dazu. Auch das Unternehmen "Design in Beton“ aus Niedersachsen hat sich der formbaren Materie verschrieben, fertigt in Serie oder nach Maß als Unikat.
Zum Portfolio zählen Tische, Pflanzkübel, Deko-Elemente und andere Accessoires, die markante Akzente setzen. Auch Sitzbänke mit integrierten Pflanzkübeln gehören dazu, direkt auf den persönlichen Outdoorbereich zugeschnitten, sowie fugenlose Böden und Wände aus Microzement mit ihrer schlicht-modernen Anmutung. Den Spielarten scheinen keine Grenzen gesetzt: Der Schweizer Produzent ,dadedesign-concrete works“ aus Altstätten entwirft eigene Badebrunnen-Kollektionen für Gärten und Außenräume, ebenso Mobiliar für Bad und Küche. Zum Beispiel einen Monoblock als skulpturale Kochinsel oder die freistehende Badewanne "wave“, die sich bereits zum Designklassiker entwickelte.
FRANZISKA HORN
Erschienen im Tagesspiegel am 09.05.2026