Klimawandel und Klimaschutz scheinen derzeit keine heißen Themen in der bundes- und landespolitischen Diskussion zu sein. Nicht so in den Kommunen: Rund um München wird aktuell ein Regionalplan in Sachen Windkraft intensiv diskutiert, im gesamten Freistaat wächst derweil stetig die Zahl der „Klimaschulen“. Professor Michael Piazolo, Vorgänger der jetzigen Kultusministerin Anna Stolz (beide FW) hatte das Konzept im Februar 2022 auf die Schiene gesetzt. Es ist eine der Auswirkungen des Klimaschutzgesetzes, das der Bundestag 2021 verabschiedet hatte. „Der Schutz des Klimas gehört zu den größten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit“, heißt es dazu auf der Seite des Kultusministeriums www.klimaschule.bayern.de.
Mittlerweile haben sich mehr als 170 Schulen in ganz Bayern auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht: von der Grundschule Opfenbach am Bodensee über das Münchner Gisela-Gymnasium und die Mittelschule in Freyung bis zur Berufsschule in Wiesau in der Oberpfalz und der Fachakademie für Sozialpädagogik St. Hildegard in Würzburg. Auf den Seiten des Kultusministeriums findet sich ein einfacher Zehn-Punkte-Plan samt Checkliste, wie jede Schule zur Klimaschule werden kann.
Einer der ersten Schritte ist die Gründung eines Projektteams, das von der oder dem Klimaschutzbeauftragten der Schule geleitet wird; gegebenenfalls müssen sie oder er erst gefunden werden. Im Laufe des Vorhabens wird der aktuelle CO2-Fußabdruck der Schule mit einem speziellem CO2-Rechner des Ministeriums berechnet; dabei werden Zahlen aus den Bereichen Abfall, Digitalisierung, Einkauf, Ernährung, Mobilität, Strom, Wärme und Wasser verarbeitet und bewertet. Zur Erfassung empfiehlt das Kultusministerium die Kooperation mit einer kompetenten Fachagentur. Wichtig ist die Einbindung möglichst vieler Schülerinnen und Schüler sowie der Schulgremien. Ziel ist es, einen Klimaschutzplan zu erarbeiten, der zu einer Verbesserung des CO2-Fußabdrucks führen soll sowie schlussendlich zu einer Klimaneutralität im Jahre 2030.
Das Projektteam stellt diesen Plan in der Lehrerkonferenz und/oder im Schulforum vor, wo er dann beschlossen wird. Schulen, die den Prozess erfolgreich durchlaufen haben, können sich um das Gütesiegel „Klimaschule Bayern“ bewerben. Je nachdem, wie viele Handlungsfelder der Klimaschutzplan einer Schule umfasst, wird das Gütesiegel in Bronze, Silber oder Gold vergeben.
kram
Infos unter www.klimaschule.bayern.de
Erschienen im Tagesspiegel am 18.05.2024