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Regionale Schätze rund um Augsburg

Im Museum der Augsburger Puppenkiste läuft zurzeit die Jubiläumsausstellung „25 Jahre auf Entdeckungsreise in der Kiste“. Foto: erlebe.bayern/Peter von Felbert

Freizeit

Regionale Schätze rund um Augsburg

Die Museen in Bayerisch-Schwaben haben sehenswerte Ausstellungen und ein Puppenkiste-Jubiläum im Angebot

Es mögen nicht die allergrößten Museen sein, die sich in Schwaben auf ihre Besucher freuen, aber es sind auf jeden Fall welche mit viel Engagement, thematischem Witz und ganz viel Herz für Geschichte und Kultur. Einen großen Stellenwert nimmt ja auch in diesem Teil Bayerns die Musik als kultureller Bestandteil ein, und die ist „Mehr als Umtata“, wie das Museum Oberschönenfeld seine Ausstellung zur Blasmusik so trefflich beschreibt. Das 100-jährige Jubiläum des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds ist der Anlass, um „Faszination und Vielfalt“ dieses Stils zu zeigen, wie die Macherinnen und Macher sagen. Das hat sogar schon im größeren Rahmen für Aufmerksamkeit gesorgt: Der bundesweite Radiosender „Deutschlandfunk Kultur“ hat die Schau bereits mit einem Tipp in seinen KulturNews gewürdigt. Sie läuft noch bis zum 11. Oktober und ist nicht nur etwas für die Musikerinnen und Musiker, die sich in den 640 Musikvereinen hier engagieren, sondern für alle, die sich gerne mit musikalischen Backgrounds beschäftigen oder vielleicht sogar damit liebäugeln, selbst ein Blasinstrument zu spielen. Lust darauf macht die Ausstellung auf jeden Fall. Mit interaktiven Stationen und einem großen Begleitprogramm spannt sie den Bogen von der Entwicklung der frühen Blaskapellen im 19. Jahrhundert bis zu aktuellen Formationen mit Band-Charakter, die auch mal richtig hip sein können. Das passt natürlich wunderbar zu „Sound of Schwaben“, dem Kulturjahresmotto des Bezirks. Ebenso wie zu “Pop. Kulturschloss“: Diese Mitmach-Ausstellung im Schloss Höchstädt ist für Musik-Fans jeden Alters konzipiert und feiert die ganze Welt der Popmusik. Unter anderem, indem sie alle Besucher kurz mal zu Musik-Produzenten macht. Tonspuren mischen, Knöpfe drücken – einmal Chefin oder Chef am Mischpult sein. Und danach vielleicht Champion beim Pop-Quiz, bevor man beim Gucken der coolsten Videos aus den 1980ern und 90ern eine kleine Zeitreise macht. All das und mehr geht noch bis zum 4. Oktober. Übrigens gerne auch mit dem eigenen mitgebrachten Kopfhörer, den man dann mit den ganzen Sound-Stationen der Schau verbinden kann.

Celebrating Fashion

Die Geschichte Augsburgs kann man nicht erzählen, ohne ihre Bedeutung als ehemals führende Textil-Stadt zu würdigen. Eine der Grundaufgaben des „TIM“, dem staatlichen Textil- und Industriemuseum, die es seit der Eröffnung vor 16 Jahren mit der beeindruckenden Dauerausstellung und immer wieder auch mit sehenswerten Sonderausstellungen meistert. Im Moment laufen gleich zwei: Zum einen „Celebrating Fashion“ (noch bis zum 25. Oktober) zur Mode der Designer Johnny Talbot und Adrian Runhof, die ihre Kreativität und ihren Begriff opulenter Fashion von Bayern aus auf die Laufstege der Welt tragen, und zum anderen „Loveparade“ (noch bis zum 19. November) mit Werken des Augsburger Fotografen Daniel Biskup, der das legendäre Event zehn Jahre lang künstlerisch-dokumentarisch begleitet hat. Und apropos „legendär“: Das ist natürlich auch die Augsburger Puppenkiste. Marionetten-Theater, das mit seiner unnachahmlich liebevollen und gewitzten Art schon Generationen von Kindern und Erwachsenen begeistert – im Fernsehen oder natürlich auch live vor Ort in der Augsburger Spitalgasse. Dort befindet sich nicht nur die berühmte Puppenbühne, sondern auch das Museum „Die Kiste“. Heuer genau seit einem Vierteljahrhundert, was mit der Jubiläums-Ausstellung 25 Jahre auf Entdeckungsreise in der Kiste“ gefeiert wird. Noch bis zum 22. November ein unvergesslicher Blick hinter die Kulissen, den einem selbstverständlich die Puppen selbst ermöglichen. Sie zeigen, wie und wo alle Fäden zusammenlaufen, und binden die Besucher dabei sogar ein wenig ein: An interaktiven Stationen können sich alle selber als Museumsforschende betätigen, bevor es dann am besten auch noch in die Dauerausstellung geht, um endlich herauszufinden, wo Jim Knopf oder das Urmel wirklich wohnen, und wie die eigentlich so drauf sind.

Rätsel und Lösungen am Lech

Wenn man ehrlich ist: Den ein oder anderen Kalauer haben die Augsburger Puppen in ihren Stücken schon manchmal drauf. Aber im Gegensatz zu denen mancher Mitmenschen lachen wir uns über diese ja gerne kaputt. Und genau das hat auch Cartoon-Zeichner Tetsche drauf. 40 Jahre lang hat er die Zeitschrift „Stern“ mit „Neues aus Kalau“ etwas lustiger gemacht, und nun bringt er seinen Witz vom 17. Mai bis zum 16. August auch ins „MUGS“ in Schwabmünchen.

Mit zahlreichen Zeichnungen in der gleichnamigen Ausstellung. Rebusse, also Bilderrätsel, gibt es dabei auch zu sehen und natürlich zu knacken, was aufgrund des typischen Tetsche-Humors immer eine ganz besonders spaßige Angelegenheit ist. Rätsel der ganz anderen Art gibt es bei einem Besuch des LechMuseums im historischen Wasserkraftwerk Langweid zu lösen. Zum Beispiel wie das genau funktioniert, aus simpler Wasserkraft Strom für Tausende Haushalte zu machen. Spätestens nach dem Begehen der historischen Turbinenkammer weiß man mehr. Und im weiteren Verlauf der Ausstellung dann, wie toll die Natur des Lechtals ist, und wie wichtig es ist, sie zu schützen. Richtig interessant ist dabei auch zu erfahren, wie wir künftig unsere Energie erzeugen und nutzen wollen. Dabei hilft zum Beispiel die „Zukunftsbox Energie“ im Außenbereich des Museums, in der man Technik und Ideen selbst in Gang bringen kann. Da das Wasserkraftwerk weiterhin täglich in Betrieb ist, muss vor dem individuellen Besuch des Museums ein Termin vereinbart werden, oder man kommt einfach zur regulären Öffnungszeit an jedem ersten Sonntag im Monat vorbei, wofür dann keine Anmeldung nötig ist.

Kai-Uwe Digel

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 09.05.2026

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