Andere bewegen damit ein ganzes Auto, beim Range Rover ist der Akku nur ein kleiner Helfer. 31,8 kWh groß ist die Batterie und liegt damit auf dem Niveau eines Elektro-Mini. P460e heißt der Kreuzer auf vier Rädern und ist ein Plugin-Hybrid, der im günstigsten Fall über 100 Kilometer weit kommen und nur 0,8 Liter verbrauchen soll. Wer vor dem neuen Range steht, dem bleibt erstmal die Luft weg. Was für ein Koloss von Auto. Fünf Meter lang, 1,87 hoch, und 2,21 Meter breit. Andere haben so etwas als Wandschrank im Wohnzimmer. Auf den zweiten Blick fällt das Design auf. Respekt, hier setzen die Briten noch mal ein Ausrufezeichen. Die Formensprache ist klar, verzichtet auf Kanten und Sicken, lässt die Flächen wirken. Und doch sieht er aus wie ein Range Rover. Ein 54 Jahre altes Modell in die Neuzeit zu bringen und dabei den Kultfaktor nicht zu verlieren, das hat nur noch Mercedes mit der G-Klasse geschafft.
Auch in einer zweiten Disziplin ist sich das Auto treu geblieben. Es kann Gelände. Mit 90 Zentimetern Wattiefe und 28,4 Zentimetern Bodenfreiheit macht er seinem Namen (Rover heißt Wanderer) alle Ehre. Die zweite Identität ist die eines Luxusgeschöpfs. Das fängt beim Fahren an: Luftfeder und Geräuschdämmung machen den Range zum fliegenden Teppich. Und das hört bei feinstem Leder und edlem Holz auf. Trotz seiner 2,7 Tonnen fährt sich der Range leicht wie eine Feder. Der Sechszylinder-Motor harmoniert perfekt mit der E-Maschine, die 460 PS Leistung pushen das SUV in 5,5 Sekunden auf 100. Das ist reizvoll, weshalb es bei den angegebenen Verbrauchswerten kaum bleibt. Im Test waren es acht Liter, auch weil man die Batterie bei langen Fahrten ja nicht immer aufladen kann. Stolz ist der Preis: 144.600 Euro kostet das Nobelgefährt.
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Erschienen im Tagesspiegel am 19.02.2024