Was einst als graues Relikt vergangener Stadtplanung galt, entwickelt sich heute zu einem der spannendsten Quartiere Münchens. Die Schwanthalerhöhe, zwischen Westend und Theresienwiese gelegen, lässt noch die Spuren einer bewegten Architekturgeschichte erahnen. Sie war viele Jahre geprägt von den strengen Formen der Nachkriegszeit und erinnerte an die Monumentalität des Brutalismus. Jener Stilrichtung, deren Beispiele im "Atlas of Brutalist Architecture“ aufgeführt werden. In dieser Dokumentation hätte der Bereich der einstigen Schwanthalerhöhe Forum ohne Zweifel einen Eintrag verdient.
Doch die aktuellen Projektentwicklungen forcieren nun ein neues Stadtbild: offener, heller, lebenswerter. Was mit der Sanierung des "Schwanthaler Höhe Forum“ (SHF) durch die Projektentwicklung HBB gemeinsam mit der Bayerischen Hausbau begann, wurde mit dem angrenzenden Neubauprojekt Davanto, ebenfalls durch die Bayerische Hausbau, fortgeführt.
Auf dem ehemaligen Gelände des Hacker-Brauhauses realisiert das Münchner Architekturbüro Allmann Wappner eine moderne Gewerbeimmobilie mit rund 9100 Quadratmetern Geschossfläche. Der Gebäudekomplex beinhaltet eine interessante Aufteilung aus Gastronomie, Fitness und urbaner Aufenthaltsqualität.

Dazu tragen die abgestuften Terrassenformen mit ihren Dachgärten und lichtdurchfluteten Räumen bei, die Verbindungen zwischen Arbeit, Freizeit und Stadtleben schaffen. Ein gestalterisches Highlight bildet die horizontal gegliederte Fassade mit integrierten Glasmosaiken, deren Anordnung eine klare, zeitlose Architektursprache vermittelt. Sowohl das neue Schwanthaler Höhe Forum als auch das künftige Davanto beabsichtigen, aus dem ehemaligen Arbeiterviertel ein lebendiges, zukunftsorientiertes Quartier zu machen und der Schwanthalerhöhe jene lang vermisste Wertschätzung wieder zuzuführen.
KELLY KELCH
Erschienen im Tagesspiegel am 11.11.2025