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PIZ-Initiative: Für eine zukunftsorientierte Bildung

Auch in einer Profilschule für Infomatik und Zukunftstechnologien ist bisweilen Handarbeit gefordert: Der Dachauer Landrat Stefan Löwl und der Schulleiter des Gymnasiums Markt Indersdorf Christoph Strödecke bringen die Auszeichnung höchstpersönlich an. Fotos: Gregor von Scherr-Schule, Landratsamt Dachau/Steffen Varga

BILDUNG AKTUELL

PIZ-Initiative: Für eine zukunftsorientierte Bildung

Fünfzig bayerische Schulen wurden mit dem Prädikat „Profilschule für Informatik und Zukunftstechnologien“ ausgezeichnet

Wer einen Preis gewinnt, freut sich immer. Selbst wenn er oder sie Zweiter oder Dritter wird. An Schulen haben Preise und Auszeichnungen zudem einen pädagogischen Wert, vor allem wenn sie nicht innerhalb einer Schulfamilie, sondern an eine Lehranstalt vergeben werden. In diesem Sinne lässt sich auch das Prädikat„Profilschule für Informatik und Zukunftstechnologien“, kurz PIZ, verstehen, das vom Bayerischen Kultusministerium kürzlich an fünfzig Schulen in ganz Bayern verliehen worden ist. Kultusministerin Anna Stolz (FW) erklärte:„Wir alle wollen unsere Kinder und Jugendlichen stark machen für die digitale Welt von morgen. Informatik spielt in dieser neuen Welt eine Schlüsselrolle, und die ausgezeichneten Schulen sind dabei wichtige Innovatoren für den digitalen Wandel an unseren bayerischen Schulen.“ Sie dankte Lehrkräften und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) e. V., die die PIZ-Initiative finanziell und durch Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft unterstützt. VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt meinte: „Für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen ist es wichtiger denn je, dass wir bei Zukunftstechnologien international den Anschluss behalten.“ Bossardt lobte, dass die Schulen „die Jugendlichen über alle Schulformen hinweg frühzeitig und praxisnah für Informatik und Zukunftstechnologie begeistern“ und sie damit als Fachkräfte von morgen“ optimal auf die Anforderungen am Arbeitsmarkt der Zukunft vorbereiteten.

Klassenausflug mit VR-Brille

Sie sind gerade in ihrer Profilschule für Informatik und Zukunftstechnologien (PIZ) virtuell im Mittelalter unterwegs und bauen womöglich am Kölner Dom mit: Schülerinnen und Schüler der Gregor-von-Scherr-Schule in Neunburg vorm Wald.
Sie sind gerade in ihrer Profilschule für Informatik und Zukunftstechnologien (PIZ) virtuell im Mittelalter unterwegs und bauen womöglich am Kölner Dom mit: Schülerinnen und Schüler der Gregor-von-Scherr-Schule in Neunburg vorm Wald.

Da das Prädikat heuer zum zweiten Mal verliehen wurde, haben nun insgesamt einhundert Schulen eine „PIZ-Plakette“ neben ihrem Schultor angeschraubt und zwar aus allen schulischen Bereichen, darunter Grundschulen, Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien, Förderzentren, Berufsschulen und Berufsoberschulen. Eines der Häuser, das ausgezeichnet wurde, ist die Gregor-von-Scherr-Schule, eine Staatliche Realschule im oberpfälzischen Neunburg vorm Wald. Dort gehören Technologien wie Virtual und Augmented Reality (VR/AR), Greenscreen oder 3D-Druck bereits oft zur alltäglichen Praxis, wie der IT- und Mathematiklehrer Ferdinand Stipberger auf der Seite www. schule-in-bayern.de berichtet. Rund zweihundert Schülerinnen und Schüler konnten mit VR-Brillen„virtuelle Klassenfahrten“ ins Mittel-alter unternehmen und dabei die Entstehung zweier weltbekannter Gebäude beobachten: den Kölner Dom und die Wartburg bei Eisenach - der WDR und die Wartburg-Stiftung hatten dazu 3D-Bilder bereitgestellt. Zudem durften die VR-Brillen-Trägerinnen und -Träger „interaktiv und kooperativ“ Aufgaben lösen.

Eine weitere ausgezeichneten Schule ist das Gymnasium Markt Indersdorf (GMI), das seit sieben Jahren auf ein mehrmediales Konzept setzt und es ständig weiterentwickelt.„Es ermöglicht nicht nur digitale Unterrichtsgestaltung, sondern vermittelt den Schülerinnen und Schülern auch vertiefte Kenntnisse in der Informationstechnologie“, teilt das Landratsamt Dachau mit; der Landkreis ist der zuständige „Bedarfsaufwandsträger“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Die Jugendlichen würden im reflektierten Umgang mit Medien geschult, das Medienkonzept fördere zudem den naturwissenschaftlichen Forscherdrang und stärke sowohl die digitale als auch klassische Lern- und Arbeitskompetenz. Der Dachauer Landrat Stefan Löwl kommentierte: „Ich freue mich, dass wir mit unseren Schulen im Landkreis immer wieder Akzente setzen. Das Prädikat würdigt das langjährige Engagement der gesamten Schulfamilie für Zukunftstechnologien. Auch die Erfolge unserer Schülerteams bei nationalen und internationalen Wettbewerben zeigen die Kompetenz und das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler in diesem Bereich.“ So ein Preis stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein von Schülern und ihrer Lehrkräfte, sondern zeigt auch Wirkung in der Region, wie die Lobeshymne des Landrats zeigt.

Die Auszeichnung gilt für drei Jahre. In diesem Zeitraum werden die Schulen von einem Fachbeirat aus Wissenschaft und Wirtschaft begleitet, Lehrerinnen und Lehrer können an maßgeschneiderten Fortbildungen teilnehmen. Zudem erhält jede Schule zusätzliche Lehrerwochenstunden zugeteilt - ein Bonus, der vor allem Schulleitungen freut.

Horst Kramer

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 23.11.2024

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