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Neues Bauprojekt im Münchner Olympiapark: Glänzende Architektur für den Sport

DIE „LISENEN“ DER AUSSENHÜLLE SIND AUS ALUMINIUM GEFERTIGT. FOTO: KAI-UWE DIGEL

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Neues Bauprojekt im Münchner Olympiapark: Glänzende Architektur für den Sport

Die ARENA „SAP GARDEN“ ist das neue bauliche Highlight im Münchner Olympiapark

Wer ein Gebäude in unmittelbarer Nähe eines weltbekannten Baudenkmals plant, der darf sich nicht lumpen lassen. Das scheint der Red Bull Stadion München GmbH in ihrer Funktion als Bauherrin und Betreiberin durchaus klar gewesen zu sein, denn den Entwurf für ihren „SAP Garden“ haben sie nicht von irgendwem, sondern vom dänischen Architektenbüro 3XN erstellen lassen. Es ist für seine spektakulären Ideen bekannt und zeichnet unter anderem für Ausnahme-Bauwerke wie dem „Cube Berlin“ mit seiner verspiegelten Fassade oder auch den Hauptsitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne mit seinem wellenförmigen Antlitz verantwortlich. Die Außenhülle der Bauwerke ist dabei das besondere Steckenpferd der Architekten aus Kopenhagen, was man auch an der neuen Multifunktions-Arena im Münchner Olympiapark eindrucksvoll sehen kann. Sie besteht aus262 sogenannten „Lisenen“, also senkrechten Wandvorlagen aus Aluminium, die von der Form eines Eishockey-Schlägers inspiriert sind. 

Unternehmen aus der Region

Das liegt thematisch nahe, schließlich ist die Halle das frisch bezogene Zuhause der Eishockey-Spieler vom EHC Red Bull München, und dass die über 6000 Quadratmeter große Fassade nicht aus Bällen besteht, tolerieren sicher auch die Basketballer vom FC Bayern als Dauermieter der Halle. Und sie sieht wirklich eindrucksvoll aus: Wie ein glänzendes, eben gelandetes Ufo liegt sie tief eingebettet im grünen Gelände, was übrigens eine der Voraussetzungen für den Bau gewesen ist, um dem Ensembleschutz des Areals gerecht zu werden. Mit im Boot bei der Umsetzung des Großprojekts saß, wie auch bei Realisierung des IOC-Sitzes, das Südtiroler Unternehmen Frener und Reifer. Es übernahm die technische Entwicklung, die Planung, die Fertigung und die Montage der ganz besonderen Fassade, die immer so wirkt, als ob sie in ständiger Bewegung wäre. Und das bei der enormen Größe der einzelnen Elemente,die eine Bauhöhe von bis zu 18 Metern aufweisen und bis zu einer Tonneschwer sind. Nach eigenen Angaben war dies aber nur ein Teil der speziellen Herausforderungen bei diesem Projekt. 

Die „unterschiedlichen horizontalen Verformungen in den einzelnen Geschossdecken“, sowie die „komplizierte Federgelenksausbildungen“ in den Lisenen haben den Fachleuten für Fassadenbau ebenso einiges an Innovationskraft abverlangt. Ähnlich ist das bei der gigantischen Dachfläche der Arena, denn die soll nicht nur einfach vor Regen schützen: Es sind über 13.000 Quadratmeter, die komplett begrünt sind und darüber hinaus Platz für eine riesige Terrasse und vor allem für nahezu 800 Photovoltaik-Module bieten, die die Energieversorgung der Halle kraftvoll unterstützen sollen. Bis zu 11.500 Zuschauer passen auf die Ränge unter der 29 Meter hohen Hallendecke im Hauptbereich, und die haben nach dem architektonischen Augenschmaus von außen hoffentlich auch viele gute Erlebnisse im Inneren. 

An der Ausstattung sollte es auf jeden Fall nicht liegen: Neben den verschiedenen Eisflächen und Spielfeldern gibt es ein Restaurant, diverse Kioske und Fan-Shops, Trainingsräume und einen Kinosaal sowie insgesamt über 1300 Fluchtlichter und Spotlights, die alleine die Hauptspielfläche illuminieren. Ein ausgeklügeltes Tribünensystem erlaubt den Umbau von der Eishockey-zur Basketball-Nutzung in wenigen Stunden und ein riesiger Video-Würfel mit einer Projektionsfläche von über 200 Quadratmetern und Millionen von LEDs sorgt für zusätzliche visuelle Eindrücke von jedem Platz aus. So viel Infrastruktur und so viel Gestaltungswille kosten Geld, und so sollen die Baukosten innerhalb der Bauzeit von über vier Jahren von den geplanten 100 bis 120 Millionen auf geschätzte 150 Millionen angestiegen sein. Wie die neue Arena bei Sportlern und Fans ankommt, wird sich zeigen - Freundinnen und Freunde besonderer Architektur werden an dem Gebäude, das sich so stimmig in die Topographie einer der wichtigsten Parkanlagen der bayerischen Landeshauptstadt einfügt, aber garantiert ihre Freude haben.                         KAI-UWE DIGEL

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 07.09.2024

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