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Natürliche Erholung

Die Oberstdorfer Therme eröffnete im Januar 2026.    Foto: Tourismus Oberstdorf/Tobias Heimplätzer

Freizeit

Natürliche Erholung

Aktuelles aus Bayerns Thermen und Heilbädern

Heilsames Thermalwasser zählt seit jeher zu den bedeutendsten Naturschätzen der bayerischen Kurorte. Kaum ein anderes Bundesland bietet eine vergleichbare Vielfalt an Heilbädern: Mineral- und Moorheilbäder, Kneippkurorte, Jod-Thermalbäder, Soleheilbäder sowie heilklimatische Kurorte und Luftkurorte prägen die Landschaft. Insgesamt gibt es in Bayern mehr als 60 prädikatisierte Orte, die sich jeweils auf bestimmte natürliche Heilmittel und Therapieformen spezialisiert haben. Dieses breite Angebot macht den Freistaat zu einer der führenden Gesundheitsdestinationen in Deutschland. 

Unternehmen aus der Region

Der Erfolg gibt der Branche recht. Der Gesundheitstourismus boomt weiterhin: Im Jahr 2025 wurden rund 23,3 Millionen Übernachtungen und 5,6 Millionen Gäste in Bayerns Kurorten gezählt - ein Wachstum, das sogar über dem allgemeinen Tourismus liegt. Gleichzeitig befindet sich die Bäderlandschaft im Wandel. Während früher die klassische Kur im Mittelpunkt stand, entwickeln sich heute zunehmend Zentren moderner Gesundheitsvorsorge. Viele Regionen setzen verstärkt auf nachhaltige Gesundheitskonzepte statt auf reine Entspannung. Die Grenzen zwischen Wellness und Medizin verschwimmen zunehmend; Erholung wird gezielt mit gesundheitlichem Nutzen verknüpft. 

Ein besonders prägender Trend ist das Thema Longevity, also das Ziel, möglichst lange gesund zu leben. Viele Thermen kombinieren inzwischen traditionelles Heilwasser mit innovativen medizinischen Konzepten. Dazu gehören Präventionsdiagnostik, individuelle Stoffwechselanalysen, Anwendungen aus dem Bereich Biohacking sowie Bewegungs- und Entspannungsangebote wie Yoga im Thermalwasser. 

Vor allem im niederbayerischen Bäderdreieck rund um Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach wird diese Entwicklung besonders deutlich. Hier setzen viele Anbieter gezielt auf Programme, die Resilienz stärken, das gesunde Altern fördern und auf individuelle Gesundheitsvorsorge ausgerichtet sind.

Zahlreiche Neuerungen

Neben diesen übergeordneten Trends gibt es zahlreiche konkrete Neuerungen in einzelnen Einrichtungen. So wird die Johannesbad Therme, eine der größten Thermen Europas, derzeit umfassend modernisiert. Innen- und Außenbereiche werden 2026 erneuert und an moderne Ansprüche angepasst und das bei laufendem Betrieb. Auch strukturell ist Bewegung zu erkennen: Füssen im Allgäu wurde kürzlich als Kneipp-Heilbad zertifiziert, ein deutliches Signal für die wachsende Bedeutung traditioneller Naturheilverfahren.
Als staatlich anerkannter Kneipp-Kurort bietet die Stadt nun eine Vielzahl von Anwendungen nach der Gesundheitslehre Sebastian Kneipps, darunter kalte und warme Güsse, Wechselbäder, Waschungen, Taulaufen und Wassertreten.

Warum Füssen kein Bad sein will

Der Weg dorthin war lang: Über viele Jahre hat Füssen auf diese Auszeichnung hingearbeitet, die in diesem Jahr schließlich verliehen wurde. Eine Umbenennung plant die Stadt dennoch nicht. Trotz ihrer Attraktivität als Besuchermagnet, nicht zuletzt durch Sehenswürdigkeiten wie Schloss Neuschwanstein, möchte man Missverständnisse bei internationalen Gästen vermeiden - etwa eine Verwechslung mit "Bad Füssing".

Oberstdorf hat wieder eine Therme

Ein herausragendes Neubauprojekt ist die Therme in Oberstdorf im Allgäu. Oberstdorf ist nicht nur die südlichste Gemeinde Deutschlands. Die Alpenstadt ist auch ein doppelprädikatisierter Kurort, der seit 1937 als heilklimatischer Kurort, seit 2002 als Premium Class-Kurort und seit 1964 als Kneippkurort bekannt ist. Nach mehr als sieben Jahren ohne eigenes Thermalbad wurde sie Anfang 2026 eröffnet. Der moderne Bau bietet eine rund 3.000 Quadratmeter große Saunalandschaft und eine etwa 2.000 Quadratmeter umfassende Bade- und Thermenwelt. Besondere Attraktionen sind ein Infinity-Pool auf dem Dach mit Blick auf die Alpen sowie ein künstlicher Wasserfall. Die neue Therme richtet sich sowohl an Einheimische als auch an Urlaubsgäste und steht exemplarisch für die Verbindung von Naturerlebnis, hochwertiger Architektur und modernen Gesundheitsangeboten.

Frankens Bäderlandschaft - Jubiläen und ein Neuzugang

Auch in Franken entwickelt sich die Bäderlandschaft weiter. Mit Bad Weißenstadt am See (Fichtelgebirge) ist Ende 2024 ein neuer Kurort offiziell als Heilbad anerkannt worden. Grundlage dafür ist eine staatlich anerkannte Radon-Heilquelle; zusätzlich wird eine weitere Quelle mit fluoridhaltigem Schwefelwasser erschlossen. Tradition und Geschichte spielen ebenfalls weiterhin eine große Rolle. Bad Staffelstein feiert 25 Jahre als anerkanntes Bad und ist bekannt für die stärkste und wärmste Thermalsole Bayerns, die die Obermain Therme speist. 

In Bad Mergentheim wiederum jährt sich sowohl die Entdeckung der ersten Heilquelle zum zweihundertsten Mal als auch die Ernennung zum Kurort zum hundertsten Mal. Es war am 13. Oktober 1826, als der Schäfer des Mergentheimer Johanniterhofes seine Herde rechts der Tauber weidete. Da bemerkte er, dass sich seine Schafe um eine Sickerstelle drängten. Er kostete das Wasser, es war bitter und salzig. Der Schäfer meldete seinen Fund der Stadt, und die ersten Untersuchungen ergaben, dass das Was-ser mit dem damals schon berühmten Bad Kissinger Heilwasser vergleichbar wäre. Kurgäste kamen, der Kurbetrieb entwickelte sich zum Stoffwechselheilbad und seit 1926 darf sich die Stadt mit dem Prädikat Bad schmücken. ´


Susanne Hauck


30 Jahre Sibyllenbad

Gesundheit, Erholung und Naturerlebnis in der nördlichen Oberpfalz

Das Sibyllenbad in Bad Neualbenreuth feiert sein 30-jähriges Bestehen. Das einzige Kurbad in der nördlichen Oberpfalz hat sich seit seiner Eröffnung 1996 zu einer festen Größe im Gesundheitstourismus entwickelt - auch dank seiner Lage inmitten der herrlichen Natur des Oberpfälzer Walds. Ein Tagesausflug ins nah gelegene berühmte böhmische Bäderdreieck bietet sich an. Von Beginn an bildeten die beiden Heilwässer Radon und Kohlensäure die Grundlage für das medizinische Angebot im Sibyllenbad. Die Kombination dieser beiden Heilwässer ist in Deutschland selten. Radonbäder werden zur langanhaltenden Schmerzlinderung bei rheumatischen, Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen angewandt. Heute präsentiert sich der Betrieb, getragen vom Zweckverband mit Sitz in Regensburg, als moderner Leuchtturm für Gesundheit und Wohlbefinden.

Unternehmen aus der Region

Medizin, Heilwasser und Wellness

Das Angebot erstreckt sich über die drei Bereiche Medizin, Heilwasser-Badelandschaft und Wellness. In den vergangenen Jahren kamen zudem Themen wie Gesundheitsprävention und Waldgesundheit hinzu, die das Portfolio sinnvoll erweitern. Kontinuierliche Investitionen haben dazu beigetragen, das Sibyllenbad an die sich wandelnden Bedürfnisse der Gäste anzupassen und seine Attraktivität langfristig zu erhalten. Jüngste Projekte wie die umfassende Modernisierung und Erweiterung der Saunabereiche sowie 2025 die Inbetriebnahme des Heilwasserparcours mit Wärmeraum im Außenbadebereich der Heilwasser-Badelandschaft unterstreichen den hohen Qualitätsanspruch. Ein weiterer Meilenstein steht bereits bevor: Im Sommer 2026 soll der runderneuerte orientalische Hamam-Badetempel wiedereröffnet werden.



shau

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 09.05.2026

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