D.3, ID.4, ID.5, ID.7 und dann auch noch jeweils ein GTX-Modell. Die elektrische Volkswagen-Familien wird immer größer. Ganz neu zur Truppe gestoßen ist ein waschechter Kombi. Der ID.7 Tourer, den es ebenfalls als GTX-Modelle gibt. Also die Nummern 9 und 10. ID steht für „Intelligentes Design“ und wurde als Familienname festgelegt, um die „Elektriker“ von den Verbrennern zu unterscheiden. Wenn Ihnen der Zusatz GTX irgendwie bekannt vorkommt: Das ist wie GTI oder GTD die Zusatzbezeichnung für besonders sportliche Modelle, in diesem Fall für elektrische.
Das Beste aus beiden Welten quasi. Ein GXT soll so effizient sein wie ein ID. Und so beschleunigen wie ein GTI. Bei der aktuellen Modellpalette, die es im Augenblick zu attraktiven Preisen (Stichwort GTX-Wochen) gibt, ist das aber fast schon eine Untertreibung. Ob der Einstiegsstromer ID.3 oder das neue Topmodell ID.7 Tourer - unter 286 bis zu 340 PS Gesamtleistung geht hier nichts. Allrad und zwei Elektromotoren treiben den ID.7 Tourer GTX an und damit auch zu Höchstleistungen.

Mit 340 PS und einem Drehmoment von 679 Nm (Newtonmeter) geht die Post ab. In 5,5 Sekunden erledigt der Kombi den Spurt von 0 auf Tempo 100. Bei 180 km/h wird gedrosselt. Gespeist wird das System von einer 86 kWh (netto) großen Batterie, die für eine Reichweite von 584 Kilometer gut sein soll, bei einem kombinierten Verbrauch von 16,6 kWh auf 100 Kilometer. Wer mit dem knapp fünf Meter langen Tourer allerdings recht sportlich auf Tour geht, dürfte damit nicht auskommen. Aber das ist ja bei einem Verbrenner auch nicht anders. Umso wichtiger sind bei einem Elektroauto die möglichen Ladekapazitäten. Und die liegen mit bis zu 200 kW in einem sehr ordentlichen Bereich. Damit soll der Akkustand in nur 26 Minuten von zehn auf 80 Prozent gebracht werden.
Der ID.7, ob als Kombi oder als Limousine, hat die Fachwelt überzeugt. Beim besonders strengen ADAC-Test hat das Top-Modell von VW als erstes Fahrzeug mit einer Gesamt-Note von 1,5 (sehr gut) abgeschnitten und damit die Konkurrenz aus der oberen Mittelklasse wie BMW i5, Mercedes EQE oder Tesla S hinter sich gelassen.
Auch unser erster Eindruck bei ersten Fahrtest war überzeugend: „Mit dem neuen elektrischen Flaggschiff ID.7 zeigen die Wolfsburger wieder ihre alten Autobauer-Tugenden: Bezahlbare und verlässliche Qualität, die auch noch Spaß macht. Ein echter Volkswagen!“ Das bislang größte Modell aus der ID-Familie zeigt seinen Anspruch schon beim Aussehen. Das Auto will in die gehobene Mittelklasse und hat dementsprechend Präsenz. Kurze Überhänge, wie bei E-Autos üblich, fließende Formen, dazu das typische forsche Markengesicht mit dem beleuchteten VW-Logo in der Mitte und eine markante, Heckpartie mit durchgehendem Lichtband kennzeichnen das Design.
Das GTX-Modell hat andere Tagfahrlichter: Die zwei aufeinander stehenden Dreiecke wirken wie Pfeilspitzen. Wabengrill vorne, Wabengitter hinten, dazu ein Diffusor - fertig ist die Leistungs-Pfeilspitze GTX. Der gute Eindruck setzt sich auch im Innenraum lückenlos fort. Die Sitze sind auch nach langer Fahrt noch bequem, das Kunstleder auf der Armablage fühlt sich gut an, die Mittelkonsole mit den zweistöckigen Ablagen ist massiv. Da wackelt nichts.
Die LED-Spange für bis zu 30 verschiedene Lichtstimmungen zieht sich von den Seiten-Türen über das komplette Armaturenbrett und wirkt wertig. Das Instrumenten-Cockpit wurde neu gedacht: Gleich hinter dem Lenkrad, fein eingepasst in die Konsole befindet sich ein Mini-Bildschirm mit den nötigsten Informationen wie Geschwindigkeit und Reichweite. Das Head-Up-Display hat eine wohltuend aufgeräumte Optik und bietet neuerdings auch Augmented-Reality-Elemente an wie animierte Richtungspfeile. Im Zentrum schwebt der 15 Zoll große Infotainment-Bildschirm mit einer bedienungsfreundlichen Dreiteilung.
Die obere (natürlich digitale) Leiste ist je nach Gusto teilweise frei belegbar und immer sichtbar. Gleiches gilt für das Pendant unten: Hier kann man alle Klimafunktionen einstellen. Auch bei der Bedienung des Home Screens mit seiner Kachel-Optik hat VW die Hausaufgaben gemacht. Erstens ist alles logisch und zweitens beeindruckt das System durch seine extreme Schnelligkeit. Gehobene Mitteklasse bietet der ID.7 tatsächlich beim Platz.
Der fast fünf Meter lange Elektro-Passat hat ja auch einen knapp drei Meter langen Radstand. Da sitzt auch der 1,90-Meter-Lulatsch noch bequem auf den Frontsitzen. Wie es sich für einen Kombi gehört, hat der Kofferraum Reise-Format. In den ID.7 Tourer passen 605 bis 1.714 Liter (Rücksitzbank umgeklappt), an den Haken nimmt er eine Anhängelast von 1.200 Kilogramm. So groß der ID.7 auch wirkt: Wendig ist er wie ein Kleinwagen. 10,9 Meter - da schaut auch die Konkurrenz mit Hinterachslenkung alt aus. Als echtes Kind der neuen VW-Generation hat der ID.7 den Ganghebel jetzt am Lenkrad. Eine Umstellung, aber man gewöhnt sich schnell an die neue Position.
Das Lenkrad liegt gut in der Hand, die Lenkung selbst sie passt zu diesem Auto, weil sie vermittelt, dass hier ein ordentlich großes Fahrzeug bewegt wird. Beim adaptiven und komfortablen Fahrwerk haben die Ingenieure einen guten Job gemacht, ohne groß in den Technologie-Kasten zu greifen. Von sportlich-hart bis komfortabel - die Dämpfer beherrschen die komplette Klaviatur. Ansonsten hat schon der Hecktriebler auch bei Regen zuverlässige Traktion, der Fahrdynamik-Manager sorgt für Stabilität und ausreichend spaẞige Kurvenfahrten. Beim Allrad-GTX ist das natürlich alles noch eine Spur besser. Ein neues Familien-Mitglied in der ID. Familie, auf das man sich freuen kann. Zumal es bis Jahresende noch eine Kaufprämie von 3.570 Euro gibt. Der ID.7 Tourer startet bei 54.795 Euro, der GTX bei 63.955 - abzüglich der Prämie.
Gebraucht - aber wie neu!
Wer einen guten Gebrauchtwagen sucht, der ist bei Volkswagen genau richtig. Denn hier gilt ein großes Versprechen. Jedes gebrauchte Auto wird einem 360-Grad-Check unterzogen, bevor es zum Kunden rollt. Das fängt bei der Optik an - von der Lackierung über die Verglasung und Beleuchtung bis hin zu Felgen und Reifen. Und geht bei der Technik weiter. Antrieb, Lenkung, Fahrwerk, Bremsen, Abgasanlage und Elektrik werden unter anderem auf Herz und Nieren getestet. Selbstverständlich werden alle Wartungsarbeiten und die Inspektionen gemacht - und der TÜV wird auch gleich erledigt.
Schließẞlich kann der Kunde erwarten, dass Zubehör und Unterlagen vollständig sind. Zusammen mit einem Garantienachweis und einem Qualitätszertifikat, steht der Gebrauchte wie ein Neuwagen da. Um den Service noch abzurunden, steht VW mit Finanzdienstleistungen, Versicherungsangeboten und der Inzahlungnahme des alten Autos ebenfalls Gewehr bei Fuẞ. Mit diesem Leistungsversprechen will VW nur eines: Zufriedene Kunden im neuen gebrauchten Volkswagen. Und für den unwahrscheinlichen Falls, dass jemand dennoch nicht die richtige Wahl getroffen hat: Ein Umtauschrecht gibt es auch noch.
Erschienen im Tagesspiegel am 04.12.2024