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Nachhaltige Architektur im Münchners Werksviertel: Recycelte Klinker und bunte Kunststoffschindeln

Interessant „gestapelt“: Der Neubau schwingt sich kaskadenartig in die Höhe. Alle Visualisierungen: Rock Capital Group

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Nachhaltige Architektur im Münchners Werksviertel: Recycelte Klinker und bunte Kunststoffschindeln

Das innovative "Monaco" Bürogebäude im Münchner Werksviertel, realisiert von Rock Capital Group und MVRDV: ein inspirierender Ort, der Nachhaltigkeit und kreatives Design vereint.

Recycelte Klinkersteine treffen auf Deutschlands erste Bürofassade aus wiederverwendeten Kunststoffrohren: Im Münchner Werksviertel steht wieder einmal ein spannendes Neubauprojekt an. Mit dem „Monaco“ zeigen die Rock Capital Group und das niederländische Architekturbüro MVRDV, wie Nachhaltigkeit und außergewöhnliches Design zusammenfinden. Zugleich entstehen hier inspirierende neue Arbeitswelten - die immer mehr nachgefragt sind. Denn: „Wenn Menschen nicht mehr ins Büro müssen, müssen sie ins Büro wollen“, sagt Rock Capital-Geschäftsführer Andreas Wißmeier und ergänzt: „Wir schaffen mit dem Monaco einen Ort der Inspiration, der zeigt, dass nachhaltige Architektur sowohl ästhetisch als auch funktional überzeugen kann und muss.“ 

Mit einer Investitionssumme von 75Millionen Euro will der Grünwalder Immobilienentwickler bis 2027 rund 4.000 Quadratmeter zukunftsweisende Büroflächen an der Helmut-Dietl-Straße schaffen. Seit 2016 hat sich das Viertel am Münchner Ostbahnhof, in dem sich einst die Lebensmittelfabrik Pfanni und danach das Ausgeh- und Kulturviertel Kunstpark Ost befand, in das Werksviertel Mitte verwandelt: Ein dynamischer neues Arbeits- und Freizeitviertel mit neuer Architektur zahlreicher bekannter Architekten wie Henn, Steidle oder Nieto Sobejano und einigen mehr.

Die Dachterrasse des Monaco bietet einen inspirierenden Rückzugsort mit nachhaltigem Design und spektakulärem Ausblick
Die Dachterrasse des Monaco bietet einen inspirierenden Rückzugsort mit nachhaltigem Design und spektakulärem Ausblick

Das Monaco greift den Geist der Geschichte des Viertels mit einem zweiteiligen Gebäude auf und erinnert damit nicht nur an die Farben und den kreativen Geist der Kultfabrik-Ära, sondern betont gleichzeitig das künftige Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit - dazu später noch mehr. Sein Name ist übrigens eine Anspielung auf die Lage an der Helmut-Dietl- Straße, die nach dem Schöpfer der deutschen Fernsehserie Monaco Franze benannt ist. Nur einen Steinwurf vom WERK12 entfernt, dem vorherigen Beitrag von MVRDV zum Werksviertel, soll das Monaco dem Viertel eine gewisse Leichtigkeit verleihen. 

Dafür haben sich die Architekten einiges einfallen lassen: Diesmal durch warme, verspielte Materialien und eine zweiteilige Gebäudeanordnung, die eine neue Philosophie für Büroräume - die Aufteilung in „Arbeit“ und „Spiel“ - umsetzt. Ein sechsstöckiger, kubischer Block bildet den „Arbeits“-Teil des Konzepts und beherbergt Büroflächen. Am nordöstlichen Ende klettert der „Spiel-Teil des Vorhabens über den genannten Block hinaus. Dieser verkleidete Gebäudeteil zeigt sich mit Rücksprüngen und bietet Platz für eine Reihe von begrünten Außenterrassen. Von hier ausgeht es auch in den dreieckigen Pocket Park, eine einladende Freifläche hinter dem Gebäude. „Neben den klassischen Arbeitsbereichen wird es Bereiche geben, in denen Menschen gezielt zum kreativen und konstruktiven Austausch zusammenkommen können oder Leben und Arbeit miteinander vermischt werden. Während der überwiegende Teil des Gebäudes die Arbeitsbereiche beherbergt, können nebenan Yoga-Sessions oder Gaming-Nights stattfinden“, erklärt Wißmeier. 

Zusätzlich überrascht das Gebäude mit zwei kontrastierenden Fassaden: Eine Seite zeigt sich klassisch-elegant in wiederverwendetem Vollklinker, während die andere mit einer begrünten, dynamisch gestalteten Struktur zu einem lebendigen Organismus wird. Die Klinkersteine stammen aus früheren Bauprojekten und werden hier wiederverwendet. Andreas Wißmeier dazu: „Die Klinkersteine sind alle recycelt und haben eine Geschichte zu erzählen. Die Wiederverwertung dieser, schon viele Jahrzehnte alten Steine, ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Optik.“ Da die Steine aus der Wiederaufbereitung kommen, gibt es unterschiedliche Chargen mit variierender Optik und Haptik. Ein weiteres Novum ist die Fassadengestaltung mit Pretty-Plastics-Schindeln: Bunte Schindeln, die zu 100 Prozent aus aufbereiteten Reststoffen bestehe. Ihr Amsterdamer Hersteller „Pretty Plastics“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Abfall in ästhetische, sichere und langlebige Fassadenverkleidungen zu verwandeln und sich für eine Kreislaufwirtschaft einzusetzen.

Barbara Brubacher

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 08.03.2025

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