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Nachhaltig bauen - in Rekordzeit

HIER „SCHWEBT“ EIN VORGEFERTIGTES ZIEGELMODUL AUF DIE BAUSTELLE. FOTO: LEIPFINGER-BADER

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Nachhaltig bauen - in Rekordzeit

Ein niederbayerisches Unternehmen fertigt Ziegelmodule für hochwertige Gebäude

Schnelles und bezahlbares Bauen - geht das auch mit Ziegeln? Ein bayerisches Unternehmen hat die Antwort: „Ganz klar ja!“, sagt Thomas Bader, Geschäftsführer von Leipfinger-Bader. Er führt das 1871 als Ziegelei gegründete Unternehmen mit Firmensitz in Vatersdorf bei Landshut in fünfter Generation. Unter Baders Leitung liegt der Fokus klar auf nachhaltigem und gleichzeitig bezahlbarem Bauen-mit besonderem Augenmerk auf Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und der Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Ökologie. Seine Vision: bezahlbarer und schnell zu erstellender Wohnraum - denn in Deutschland fehlen aktuell über eine Million Wohnungen.

Unternehmen aus der Region

Ausgangspunkt ist der klassische Ziegel, der in den vergangenen Jahren neu gedacht wurde: Leipfinger-Bader produziert Ziegel, die mit Holzwolle oder Steinwolle verfüllt werden und dadurch deutlich bessere Schall- und Wärmedämmeigenschaften aufweisen. Dadurch können Wandstärken reduziert und gleichzeitig Wohnflächen vergrößert werden. Die Rohstoffe stammen aus der Region, häufig direkt aus eigenen oder nahegelegenen Gruben. Eine weitere spannende Innovation ist der sogenannte „Kaltziegel“ aus Recyclingmaterial. Um die Vision vom schnellen Bauen mit Ziegeln wahr zu machen, hat Leipfinger-Bader kürzlich am Standort Pfeffenhausen nahe des Hauptsitzes in Vatersdorf zudem die Serienproduktion von Ziegelmodulen aufgenommen. Sie eignen sich für die Errichtung von Studentenwohnheimen, Büro- und Gewerbebauten oder Mitarbeiterwohnungen. 

Bader sieht besonders hier einen großen Zukunftsmarkt: „Viele Firmen finden keine Arbeitskräfte, weil sie keinen Wohnraum bieten können. Das ist ein Riesenthema.“ Jedes Modul wird bereits im Werk weitgehend fertiggestellt: Fenster, Türen, Lüftung, Sanitär- und Kücheneinrichtungen sind integriert, ebenso Elektroinstallationen und Bodenbeläge. Auf der Baustelle müssen die Module nur noch zusammengesetzt werden - witterungsunabhängig, effizient und mit höchster Präzision. Kern des Systems ist der massive Außenmauerziegel von Leipfinger-Bader „Coriso W08“ in 36,5 Zentimeter Wandstärke, der den KfW-40-Standard QNG ohne zusätzliche Dämmung erfüllt. So kann ein Geschoss mit einer Wandfläche von 360 Quadratmetern in nur anderthalb Tagen errichtet werden, während die komplette Fertigstellung einschließlich Decke innerhalb von sechs Tagen erfolgt. 

Diese Bauweise ermöglicht es, bis zu 400 Quadratmeter Ziegelfertigteile pro Woche zu verarbeiten - eine Lösung, die auch bei Großprojekten mit bis zu 7000 Quadratmetern eingesetzt werden kann. Die Ziegel-Wandelemente sind dabei auch für den Einsatz in Kellergeschossen geeignet, wenn der Lastfall„nicht drückendes Wasser“ gegeben ist. Gleichzeitig bleibt das System flexibel: Grundrisse, Ausstattung und Ausbaustand lassen sich projektbezogen anpassen - für standardisierte wie auch individuell geplante Gebäude. „Mit unserem Ziegelmodulbausystem schaffen wir in kürzester Zeit nachhaltigen, hochwertigen Wohnraum - optisch nicht von konventioneller Bauweise unterscheidbar“, betont Stefan Gruber, Geschäftsführer Leipfinger-Bader Ziegelmodule.

Darüber hinaus investiert das Unternehmen in Hybrid- und Lehmbauweisen, um CO2Emissionen zu reduzieren. Da Betondecken oft 40 bis 50 Prozent des CO₂-Ausstoßes eines Gebäudes verursachen, hat Leipfinger-Bader eine Alternative entwickelt: Die Holz-Lehm-Massivdecke. Sie besteht aus einem tragenden Holzraster, das mit einer speziell entwickelten Lehmfüllung verfüllt wird. Die Kombination nutzt die Vorteile beider Materialien optimal: Die Holzstruktur übernimmt die Tragfunktion, während der Lehm thermische Masse in den Raum bringt und für Brand- und Schallschutz sorgt. Innovationen entstehen häufig in Kooperation mit Architekten wie Florian Nagler oder dem Gründungsgesellschafter der Bad Aiblinger B&O Gruppe, Ernst Böhm. Auch im Bereich der Nachwuchsförderung engagiert sich das Unternehmen mit 400 Mitarbeitern: Es bildet in handwerklichen, technischen und kaufmännischen Berufen aus.
BARBARA BRUBACHER

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 11.11.2025

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