Es gibt wohl kaum ein Hotelzimmer ohne so einen kleinen Safe im Schrank. Das kann ziemlich praktisch sein, ästhetisch kommen die Teile aber meist nur so mittelgut rüber. Unterwegs kann man das verschmerzen, zu Hause möchte man seine Wertsachen in der Regel aber schon etwas ansprechender verstauen - und vor allem so, dass nicht jeder gleich sieht, wo. Eine Kombination aus wertigen Möbeln im modernen Look und verlässlicher Aufbewahrungsmöglichkeit ist gefragt, und genau dem hat sich die Firma Balzwerk aus Senden verschrieben.
Sie fertigt Konsolentische, Nachtkästen, Truhen und Wandboards, die mit Geheimfach, Tresor oder Waffenschrank ausgestattet werden können. Und das, obwohl Firmenchef Alexander Skupch eigentlich eher ein Faible für heiße Öfen als für sichere Möbel hatte, als er zunächst eine Firma für Motorrad-Customizing gründete. Doch genau da entstand ein Problem, für das er eine Lösung suchte:

Die Schlüssel und Papiere der wertvollen Bikes nicht ständig in den großen Tresor irgendwo im Haus bringen und von dort wieder abholen zu müssen. So ein Regal mit Geheimfach in den Räumen des Tagesgeschäfts wäre eine coole Lösung gewesen, ließ sich auf dem Markt aber offenbar nicht finden, und so musste man eben selber ran.
Das Ergebnis der Tüftelei war ein schwarzes Wandregal mit Geheimfach: Das Balzboard Flap, wie man es nannte, war das erste Stück des inzwischen viel größeren Portfolios und gab den Anstoß eine neue Firma zu gründen, die Sicherheitsmöbel mit optischem Anspruch fertigt. Schreinerhandwerk trifft auf Metallbau, auch für Sonderanfertigungen bei speziellen Wünschen. „Sicherheitsmöbel 2.0“ nennt man das firmenintern und meint damit wohl das Zusammenspiel von Design, verlässlicher Handhabung und der Produktion, die ausschließlich in Deutschland geschieht.
KAI-UWE DIGEL
Erschienen im Tagesspiegel am 06.09.2025