Manche Dinge ändern sich wohl nie: Man denke nur an die unzähligen Varianten an Leuchtmitteln, die man wo reinschrauben kann, seit es (eigentlich) keine echten Glühbirnen mehr gibt. Und genau für dieses Problem hat der legendäre dänische Designer Poul Henningsen bereits 1958 eine Lösung gesucht. Eine Lampe, die mit jeder Lichtquelle kombinierbar sein sollte. Dabei herausgekommen ist einer der ikonischsten Entwürfe des 20. Jahrhunderts: die PH5, die seit dieser Zeit von der Firma Louis Poulsen vertrieben wird.
Mit den Jahren immer wieder leicht angepasst ist ihre einzigartige Form aber immer geblieben: drei reflektierende Schirme, die für ein besonders weiches und vor allem blendfreies Licht sorgen. Aber nicht nur die Art der Beleuchtung überzeugt seit mehr als sechs Jahrzehnten, sondern auch die ganz besondere Gestaltung, die nie etwas von ihrer Modernität und Schönheit verloren hat. Zunächst konnte man sich die PH5 mit blauen und roten Schirmen über den Esstisch hängen.

Das sollte die Lichtfarbe verbessern, wurde aber bald obsolet, als leistungsfähigere Leuchtmittel auf den Markt gekommen sind. Heute gibt es die Lampe dennoch wieder in den unterschiedlichsten Farbkombinationen - und auch in einer sogar noch zeitgemäßeren Ausführung: Die „PH5 Retake“ ist ein Statement zur Ressourcenschonung, wird sie doch aus fehlerhaften oder ausrangierten Originalleuchten hergestellt.
Dafür wird die Lackierung eines jeden Exemplars umsichtig entfernt, wodurch ein reduzierter und fast rustikaler Look entsteht - natürlich kombiniert mit der Technik von heute. Für alle Fans von Poul Henningsen dürfte auch dieses aktuell wieder aufgelegte Modell aus der PH5-Familie interessant sein: Die etwas filigranere „PH Snowball“ ist nun in drei neuen soften Farbtönen erhältlich.
KAI-UWE DIGEL
RECHTLICHE FALLSTRICKE BEIM HAUSBAU
Verzögerungen und Mängel sind die HÄUFIGSTEN KONFLIKTURSACHEN
Es ist immer wieder interessant, welche Ursachen bei Konflikten im Bauprozess hervortreten. Jene Fragestellung beleuchtete die auf Bau- und Immobilienrecht spezialisierte Kanzlei Koenen in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov vor. An der im September 2024 durchgeführten Erhebung nahmen insgesamt 310 Privatpersonen teil, die in den letzten fünf Jahren ein Haus gebaut haben.
Die Ergebnisse überraschen wenig, denn Bauprojekte sind nach wie vor von Verzögerungen, Qualitätsmängeln und Streitigkeiten geprägt. Laut der Umfrage gaben 38 Prozent der Bauherren an, während ihres Bauprojekts Konflikte erlebt zu haben. Verzögerungen im Bauablauf stellten für 37 Prozent der Befragten die größte Streitursache dar.
35 Prozent nannten Qualitätsmängel als größte Diskrepanz. Weitere zentrale Konfliktfaktoren waren ungewollte Vertragsänderungen (32 Prozent), gewollte Änderungen (29 Prozent), Kostenüberschreitungen (25 Prozent) sowie Zahlungsstreitigkeiten (24 Prozent). Auch schlechte Projektkoordination (23 Prozent) und Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Normen (21 Prozent) führten zu Auseinandersetzungen. Zudem wird deutlich, dass viele Bauherren unrealistische Erwartungen an die rechtliche Beratung durch Architekten haben.


60 Prozent der Befragten wünschen von ihnen eine Rechtsberatung, obwohl Architekturschaffende in ihrer Ausbildung nur begrenzt mit baurechtlichen Fragestellungen vertraut gemacht werden. So gaben 15 Prozent der Befragten eine Unzufriedenheit hinsichtlich Beratungstätigkeit an. Nicht selten zieht dies nicht nur bauliche, sondern ebenso finanzielle Folgen nach sich. In der Konsequenz empfehlen die Studienverantwortlichen einen zusätzlichen Fachanwalt, der das Bauvorhaben rechtskonform begleitet.
KELLY KELCH
Erschienen im Tagesspiegel am 05.04.2025