
Küchen-Inventar, das in seiner ursprünglichen Form vor über 100 Jahren zum ersten Mal produziert worden ist und noch heute ins zeitgemäße Wohnambiente passt das dürfte echten Seltenheitswert haben. Doch die französische Küchenmanufaktur „La Cornue“ beweist immer wieder, dass das möglich ist. Auch wenn es sich Firmengründer Albert Dupuy vielleicht noch nicht ganz so vorstellen konnte, als er 1908 den ersten Gewölbebackofen erfand.
An seine Idee von Funktion und Gestaltung hat er aber auf jeden Fall geglaubt, sonst hätte er sich sicher nicht getraut, die Tunnel der Pariser Metro als Vorbild für eine Backund Kochstelle zu nehmen. Von Generation zu Generation wurde sein Wissen weitergetragen und so werden die Herde noch heute in hochpräziser Handarbeit in der firmeneigenen Werkstatt in Saint-Ouen-l'Aumône, unweit der französischen Hauptstadt hergestellt.
Neben den technischen Finessen, die auch von vielen Spitzenköchinnen und Spitzenköchen geschätzt werden, überzeugen die Stücke durch ihre hochwertige Qualität, den ganz speziellen zeitlos-verspielten Look und die enorme Farb- und Ausstattungs-Palette, die man bei der Bestellung eines Ofens oder auch einer ganzen Kücheninsel ausschöpfen kann. Form gewordenes französisches Savoir-vivre, das dem Unternehmen nicht nur viel Anerkennung von Architekten und Wohn-Designern eingebracht hat, sondern das auch mit zwei ganz besonderen Auszeichnungen gewürdigt worden ist: Mit den renommierten Labels „Excellence française“ und „Entreprise du patrimoine vivant“. Letzteres, das vom französischen Staat vergeben wird, kann man in etwa mit „Unternehmen des lebendigen Erbes“ übersetzen, und genau das gehört zur DNA dieser Manufaktur: Mit klassisch anmutenden Produkten dennoch immer am Puls der Zeit zu bleiben.
Kai-Uwe Digel
Erschienen im Tagesspiegel am 08.03.2025