
Gerade mal zwei Jahre alt - aber schon ein echter Experte für alles, was fährt. Den Microlino hat der kleine Luis sofort als „Baby-Auto“ erkannt und unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass er mitfahren möchte. Und das will was heißen, denn normalerweise steht er auf Radlader, Bagger und Traktoren. Wo immer man hinkommt, mit dem Baby-Auto alias Microlino ist man überall der Star. Die Älteren erinnern sich an die Isetta aus der Nachkriegszeit, die Jüngeren ergötzen sich an der Pixar-Glupschaugen-Optik. Der Isetta-Vergleich ist so falsch nicht. Auch den Microlino öffnet man an der Fronttür. Stell Dir vor, du wirst eingeparkt... Vorsorglich kann man den nur 2,52 Meter langen Flitzer aber auch mit der Schnauze zum Gehweg auf einem entsprechend breiten Parkplatz abstellen. Der elektrische Kabinenroller ist das größte Produkt der Schweizer Micro Mobility AG, die auch E-Roller und -Scooter im Angebot hat.
Süß ist er auf alle Fälle, der kleine E-Racker und auch relativ flott unterwegs mit seinen 17 PS und Hinterrad-Antrieb. Auch wenn die Akkus schwerpunktfördernd im Unterboden eingebaut sind, fährt in den Kurven die Angst mit, das 513 Kilogramm schwere Gefährt umzuschmeißen. In fünf Sekunden geht es von 0 auf Tempo 50 und dann weiter bis auf 90 km/h. Da kann man sich schon mal auf die Landstraße wagen - so richtig wohl fühlt man sich aber nicht, eingeklemmt zwischen Lastwagen. Immerhin 170 Kilometer will der Microlino mit dem 10,5 kWh großen Akku schaffen. Das perfekte Auto für die Stadt und den Einkauf. In den Kofferaum passen 230 Liter, Platz für zwei Getränke-Träger. Der kleine Luis fand den Microlino bezaubernd, mit Mühe konnten wir ihn davon abhalten, selbst zu fahren. Da muss er noch warten, bis er 18 ist - und hoffentlich legt jemand 100 Euro monatlich zur Seite, denn mit einem Preis von knapp 20.000 Euro ist die Knutschkugel aus der Schweiz nicht gerade billig.
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Erschienen im Tagesspiegel am 18.11.2024