

Aus einer Malerfamilie stammend, wurde Mariano Fortuny im Jahr 1871 in Granada im südspanischen Andalusien geboren. Er studierte Malerei in Paris und ging 1889 mit seiner Familie nach Venedig, wo er im Palazzo Martinengo direkt am Canal Grande wohnte. Später zog Fortuny in den Palazzo Pesaro degli Orfei am Campo San Beneto, heute heißt dieser Palazzo Fortuny. Im eigenen Atelier begann er dort, auf innovative Weise Stoffe zu bedrucken und zu färben – er ließ zudem Seidensatin plissieren, eine Methode, die er sich patentieren ließ. Diese Modekreationen wurden von den berühmtesten Schauspielerinnen seiner Ära getragen. Fortuny eröffnete Boutiquen in Europa und Übersee, wirkte als Beleuchter am Theater, entwarf Bühnenbilder für das bis heute bestehende venezianische Teatro La Fenice. 1949 starb er in Venedig. Heute würdigt ein Museum im früheren Wohnhaus am
Campo San Beneto das Schaffen des außergewöhnlichen Künstlers. Und bis heute sind die kostbaren, seidenbespannten Fortuny-Lampen mit ihrem fernöstlichen Flair auf der ganzen Welt berühmt. Besonders Modell „Palucco wird von Designern, Architekten und Künstlern weltweit geschätzt. Noch heute werden die Leuchten in eigener Produktion in Venedig gefertigt und in den Fortuny-Shops in Venedig, Paris und seit 2022 auch in München angeboten. Wer den Store in der Briennerstraße besucht, findet sich in einer ganz eigenen Stilwelt wieder: Neben Kleidung gibt es auch die bekannten Seidenleuchten, die in den Modellen „Scheherazade“, „Scudo Saraceno“ oder „Samarkanda“ zu haben sind. Filigrane Glasleuchten, üppig gemusterte Brokatkissen, Vor- und Wandbehänge, Decken, Schals und Quasten bereichern das Portfolio.
Franziska Horn
Erschienen im Tagesspiegel am 11.11.2025