Wie wahr, was im Vorwort zu Claudia Acklins Buch „Grüne Städte“ steht: „Grünräume sind weit mehr als ästhetische Elemente im Stadtbild“. Sie helfen, das Klima zu regulieren, die Qualität der Luft zu verbessern, tragen zum persönlichen Wohlgefühl bei, und erfüllen nicht zuletzt eine soziale Funktion als Treffpunkt oder Ort, an dem man sich erholen und entspannen kann.
Gelungene Beispiele

Das dürfte inzwischen in nahezu jedem Rathaus angekommen sein, es klappt vielleicht nur noch nicht so ganz mit der Umsetzung. So tut es richtig gut, all die gelungenen Beispiele kennenzulernen, die die Autorin zusammengetragen hat. Ob Landwirtschaft mitten in der Stadt, üppige Vegetation, wo man sie nicht vermutet, oder wegweisende Projekte, die durch das Engagement der Anwohner entstanden sind: Es geht auf eine weltweite Reise durch 13 Städte, die zeigen „wo die Transformation bereits gelingt“ – so der Untertitel des Buchs, das trotz aller aufgeführten Fakten auch viel Herzblut spüren lässt. Die Sozialpädagogin und Journalistin Claudia Acklin beschäftigt sich schon lange mit dem Thema und ist auch wissbegierige Gastgeberin des Podcasts „Nature and the city“.
Sie selbst ist durch das eigene Erleben darauf gekommen, den Wechselwirkungen des Klimawandels auf den Grund zu gehen. Das Leiden der Bäume in ihrer Umgebung war ihr zunächst aufgefallen. Dennoch ist dieses Buch nicht als ideologische Agitation zu sehen, sondern vielmehr als Inspiration für Bürgerinnen und Bürger, die Stadtplanung, Initiativen in den Quartieren und natürlich für alle auf der Entscheidungsebene. Und das verfängt: Etwa bei der Beschreibung, wie sich die Stadt Mannheim der Hitze stellt, wie Londoner Bürgerinitiativen unermüdlich für mehr Parkanlagen kämpfen, oder wie es Utrecht schafft, die Verkehrswende wirklich in die Realität zu bringen.
Kai-Uwe Digel
Erschienen im Tagesspiegel am 09.05.2026