Pflaster und Terrassenplatten können hierzulande schnell verwittern. Häufige Regengüsse, Flechten, Algen und ausblühende Kalkablagerungen des Steins hinterlassen ihre Abdrücke, Unkraut und Moos sprießen in den Fugen. Die Steine überzieht mit der Zeit eine dunkle Schicht, ehemaliger Glanz und Farbigkeit der Terrassenplatten verblassen. Betroffen sind edle Natursteinplatten, genauso wie Feinsteinplatten, Pflastersteine oder Travertin. Bei Wegen und Zufahrten mit Pflastersteinen kommen je nach Nutzung noch Verunreinigungen mit Öl oder Reifenabdrücken hinzu.
Mit einem normalen Hochdruckreiniger stößt man bei der Reinigung an seine Grenzen. Besser geht es mit einem Heißwasser-Hochdruckreiniger, der über eine integrierte Absaugung verfügt und für sämtliche Pflasterflächen eingesetzt werden kann. Doch die Geräte sind in der Anschaffung teuer. Reinigungsfirmen vermieten die Geräte ab etwa hundert Euro pro Tag. Für die Beseitigung von Rost-, Öl- und Farbflecken werden mit chemischen Spezialreinigern - etwa vom Hersteller Caramba - angeboten. Sie eignen sich jedoch nicht auf Asphalt und Schiefer. Auch die altbewährten Hausmittel Gallseife und Schmierseife können gute Dienste leisten, um Ölflecken zu entfernen. Dazu wird die Seife in heißem Wasser aufgelöst, über den Fleck gegossen und mit einer harten Bürste stark einmassiert. Nach dem Schrubben wird mit klarem Wasser abgespült. Auch Reifenabdrücke können so beseitigt werden.


Ungewünschten Pflanzenwuchs in den Fugen beseitigen oder durch entsprechende Verfugung verhindern?
Unkraut, Blumen oder Gras und Moos in nicht versiegelten Steinfugen sprießen schon bald wieder nach dem Abschneiden mit einem Fadenschneider und das Ausreißen von Unkraut gleicht eine Sisyphos-Aufgabe. Um Pflanzenwuchs nachhaltig zu verhindern, bekämpfen Reinigungsfirmen das ungewünschte Grün heute mit organischem Heißschaum. Das heiße Wasser nahe dem Siedepunkt wird ohne Druck aufgebracht und der organische Schaum dazu geschaltet. Der Schaumteppich verlangsamt das Abkühlen des Wassers. Durch die länger anhaltende Hitze nahe dem Siedepunkt werden auch Unkrautsamen beseitigt und ein Nachwachsendes Unkrauts verhindert.
Bleibt die Frage, ob man Fugen nicht von vorneherein versiegeln sollte, um Pflanzenwuchs zu verhindern. Nicht versiegelte Fugen haben den Vorteil, dass Wasser versickern kann und keine Sturzbäche - etwa in Zufahrten - oder lange stehendes Wasser auf Pflasterflächen entstehen können. Dies entlastet Kläranlagen und hilft durch die langsamere Verdunstung dem Mikroklima. Auf Terrassen möchte man in der Regel jedoch möglichst wenig Bewuchs in den Fugen haben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Verfugung, abhängig davon, ob die Terrassensteine im festen oder im schwimmenden Verbund verlegt sind. Im festen Verbund müssen sie mit einem wasserundurchlässigen Fugenmaterial verfüllt werden. Sind die Platten schwimmend etwa auf Splitt - verlegt, sollte Regenwasser versickern können. Terrassen mit Fugensand zu verfüllen, ist eine kostengünstige Art, Terrassenplatten Halt zu geben und die Versickerung von Regenwasser zu gewährleisten. Der Sand sollte jedoch möglichst kantig gebrochen sein. Reiner Quarzsand ist ungeeignet, da dieser aus runden Kügelchen besteht und bei Regen leicht ausgespült werden kann. Geeignet sind Granit- oder Basaltmehl. Möchte man seine Terrasse mit wasserdurchlässigen Fugen fest verfugen, eignet sich Polymer-Fugensand. Das Gemisch wird mit Wasser in die Fugen eingeschlämmt und härtet nach einiger Zeit aus. Ein Vorteil dieser Verfugung ist ihre Undurchlässigkeit von Unkraut. Die Belastung auf der Terrasse sollte allerdings nicht zu groß sein, da sich sonst Platten verschieben können. Durch eine Beimischung von Härter und Harz kann eine höhere Belastbarkeit erreicht werden. Soll das Fugenmaterial der Terrasse außerdem möglichst fest und auch wasserabweisend sein, wird oft ein Gemisch aus Zement und Quarzsand verwendet.
Um Terrassen- und Gartenwege zu erhalten, ist eine regelmäßige Reinigung unerlässlich. Besonders wenn Laub auf den Wegen liegen bleibt, kann schnell eine rutschige Schicht entstehen. Unkraut in den Fugen ist dagegen eher eine Geschmacks- und Umweltfrage.
WOLFRAM SEIPP
Erschienen im Tagesspiegel am 05.10.2024