Neben der 1982 entworfenen Tischlampe „Praxi“ gehört die schlicht-elegante Stehleuchte „Mezzaluna“ von 1975 zu den bekanntesten Modellen aus der Feder des italienischen Gestalters Bruno Gecchelin: Der poetische Modellname bedeutet auf Italienisch „Halbmond“. Geboren 1939 in Mailand, studierte Gecchelin Architektur am Polytechnikum Mailand und entwarf Einrichtungsgegenstände für Marken wie Busnelli und Olivetti, wo er 15 Jahre mit Ettore Sottsass zusammen arbeitete, bis er 1974 schließlich sein eigenes Büro gründete. Unter eigener Flagge arbeitete der Industriedesigner an Entwürfen für Fiat, Arteluce-Flos, Venini, Poltrona Frau und Skipper und unterrichtete zudem das Fach Design. Sein Name steht für Multifunktionalität und technologische Innovation, Preise wie zwei Compasso d'oro und ein iF Product Design Award Hannover krönen die Arbeit des Italieners.
Knapp 50 Jahre nach ihrer Premiere wurde die Leuchte „Mezzaluna“ im Frühjahr 2024 von DCW Éditions Paris neu aufgelegt und verbindet nun Retrodesign mit moderner, effizienter LED-Technik. Der Fuß aus weißem Marmor verleiht Stabilität, während hochwertige Materialien wie Stahl, Aluminium und Acryl Langlebigkeit garantieren. Der Leuchtenkopf ist in glänzendem Schwarz, Weiß, Chrom, Rot, Gelb oder Blau zu haben. Die Lichtintensität von bis zu 6000 Lumen ist per Schieberegler zu steuern, die Farbtemperatur in drei Stufen wählbar, die von kühlem Weiß über warmes Weiß bis zu sehr warmem Weiẞ rangieren. Die französische Marke DCW Éditions gibt seit 2008 Leuchten heraus, darunter zeitgenössische Modelle und Neuauflagen von Klassikern, die Generationen überdauern.
FRANZISKA HORN
Erschienen im Tagesspiegel am 05.10.2024