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FIT FÜR DEN WINTER

DIE RICHTIGE SCHNITTFÜHRUNG IST BEI HOHEN BÄUMEN WICHTIG. FOTO: PIXABAY

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FIT FÜR DEN WINTER

Manche Baumarten sollten tunlichst NICHT IM HERBST beschnitten werden

Wenn die letzten Blätter gefallen sind und bevor der Frost einsetzt, ist der ideale Zeitpunkt für den Baumschnitt. Ein späterer Schnitt bei Minusgraden unter fünf Grad Celsius kann offene Schnittstellen schädigen. Der Rückschnitt von Bäumen im Herbst dient der Vitalität, Entwicklung und der Sicherheit der Gehölze im kommenden Jahr.

Bäume werfen ihr Laub ab, um ihren Wasserbedarf im Winter zu senken, eingelagerte Zucker- und Proteinverbindungen wirken dabei als Frostschutzmittel. Der Baumschnitt im Herbst unterstützt diesen natürlichen Prozess und sorgt für eine bessere Verteilung der Energiereserven. Durch den Schnitt wird außerdem Einfluss auf den Austrieb im Frühjahr genommen. Fehlentwicklungen in der Baumkrone können vermieden werden. Durch den Baumschnitt im Herbst werden auch Totholz und bruchgefährdete Äste entfernt, die mögliche Eintrittspforten für Krankheiten und Schädlinge darstellen. Abgestorbene Äste erkennt man besser, solange der Baum noch Laub trägt. Wer sich unsicher ist, kann die abgestorbenen Äste markieren um sie nach dem Laubfall leichter zu identifizieren. Bei Obstbäumen wird durch den Rückschnitt im Herbst der Ernteertrag erhöht. Dabei sollte das vitale Fruchtholz erhalten bleiben und eine gute Lichtversorgung bis in das Innere der Krone ermöglicht werden. Heckengehölze wie Buchsbaum und Kirschlorbeer und einige Baumarten sollten im Herbst nicht zurückgeschnitten werden. Dazu zählen Fichten und Tannen sowie Steinobstbäume, wie Pfirsich, Kirsche und Pflaumenbäume, deren Schnittwunden sich nicht schnell genug vor dem Winter wieder schließen.

Auch Laubbäume wie Ahorn, Eichen und Rotbuchen sind wenig schnittverträglich und sollten erst nach dem Austrieb im Frühjahr beschnitten werden. Ein geringfügiger Form- oder Pflegeschnitt ist bei voll ausgebildeten Bäumen aber das ganze Jahr über möglich und hilft die Kronenform zu bewahren und den jährlichen Zuwachs zu begrenzen. Bevor man sich an den Baumschnitt wagt, sollte man sich über das angestrebte Ergebnis klar sein und die Bedürfnisse des jeweiligen Baumes vor Augen führen. Durch falsche Schnittführung, nicht notwendige Starkastschnitte oder die Kronenkappung kann der Baum Schaden nehmen und die Lebenserwartung des Baumes verkürzt werden. Radikalschnitte zur Verjüngung des Baumes oder um die Krone wieder in die gewünschte Form zu bringen, sollten besser von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. 

Da dickere Äste mit einer Motorsäge und oft in großer Höhe abgeschnitten werden müssen, ist die Gefahr für Laien erheblich. Die Kronen hoher Bäume können von einem Baumpflegebetrieb mit einer Kronensicherung gegen Sturmschäden geschützt werden. Dies ist günstiger und für den Baum weniger schädlich als die Krone entfernen zu lassen. Dabei werden die Äste durch Gurte oder Stahlseile zusammengehalten und die Belastung auf den Baum bei Sturm reduziert. Laut dem Bundesnaturschutzgesetz ist ein Radikalschnitt nur zwischen Anfang Oktober und Ende Februar erlaubt. Für die sogenannte Not- und Gefahrenfällung von geschützten Bäumen ist in der Regel eine behördliche Genehmigung erforderlich.

WOLFRAM SEIPP 

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 02.11.2024

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