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Erst kommt das Abi - dann die Uni

Das ist die Fächerwahl der Studienanfänger. Grafik: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2025

Bildung aktuell - Im Ausland studieren

Erst kommt das Abi - dann die Uni

Zwei Drittel der Studienanfänger wählen Jura, Wirtschaft, Sozial- und Ingenieurwissenschaften

Еin paar Tage noch, dann wird es für viele Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen ernst: Die Abschlussprüfungen beginnen. Wegen des Wechsels von G8 auf das neunjährige G9 finden heuer die Abiturprüfungen nur an wenigen Auffangschulen in Bayern statt. An den Realschulen müssen die Schülerinnen und Schüler nach den Pfingstferien ran. Am 25. Juni findet beispielsweise Deutsch statt, am 27. Englisch und am 30. Juni Mathematik. An den Fach- und Berufsoberschulen (FOS/BOS) geht es Ende Mai mit den Terminen für die Fachabitur- und Abiturprüfungen los. Am 28. Mai beginnt die Prüfungsphase mit Deutsch, das Profilfach ist am 30. Mai dran, Englisch am 2. Juni und Mathe am 4. Juni.

Wer die Schule ohne Abitur oder Fachabitur verlassen hat, kann den gewünschten Schulabschluss nachholen, denn das deutsche Bildungssystem ist durchlässig. Je nach Schulform findet beim „zweiten Bildungsweg“ der Unterricht tagsüber beispielsweise an einem Kolleg, abends oder am Wochenende statt. Außerdem bieten private Bildungsträger Unterricht an.

Auch der Blick in ein anderes Bundesland lohnt sich. Denn Bildung ist eine Sache der Länder. Deswegen können die Abschlüsse, Angebote und Schultypen voneinander abweichen.

Mit Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen können die Schulabschlüsse über die sogenannten Externenprüfungen erworben werden. Hier lernt man im Selbststudium oder besucht spezielle Vorbereitungslehrgänge.

Wer nach seiner Lehre mehrere Jahre Berufserfahrung gesammelt hat, kann auch ohne Abitur studieren. Hier gelten je nach Bundesland unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen wie Mindestnoten bei der Ausbildung, Mittlerer Bildungsabschluss, Eignungsgespräche und ein Studium auf Probe. Informationen gibt die Bundesagentur für Arbeit.

Weniger Geistesmehr Naturwissenschaften

Mit der Allgemeinen Hochschulreife in der Tasche, beginnt die Qual der Wahl sich je nach Begabung, Neigung und Notendurchschnitt für ein Studienfach zu entscheiden. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass immer weniger Studierende sich für ein Studium der Geisteswissenschaften entscheidet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist die Zahl der Studienanfänger im ersten Hochschulsemester in dieser Fächergruppe innerhalb von 20 Jahren um mehr als ein Fünftel (22 Prozent) zurückgegangen - von gut 63.500 im Studienjahr 2003 auf knapp 49.500 im Studienjahr 2023. 

Im Studienjahr 2023 machten Studierende der Geisteswissenschaften gut zehn Prozent aller Studienanfängerinnen und -anfänger aus. 20 Jahre zuvor hatte ihr Anteil noch bei 17 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Über alle Fächergruppen hinweg nahm die Zahl der Erstimmatrikulierten um 28 Prozent zu. Im Studienjahr 2003 gab es rund 377.500 Studienanfängerinnen und -anfänger im ersten Hochschulsemester, im Studienjahr 2023 waren es knapp 482.000.

Akademisierung der Gesundheitswissenschaft

In der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften ist binnen 20 Jahren die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger dagegen gestiegen und zwar um 13 Prozent. Während 2003 gut 45.000 Personen ein Studium in diesem Bereich aufnahmen, waren es im Studienjahr 2023 rund 50.800. Deutlich mehr begannen ein Studium der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie der Ingenieurwissenschaften. Beide verzeichnen ein Plus von 39 Prozent. Zuletzt nahmen rund zwei Drittel aller Studienanfänger ein Studium in einem der beiden Bereiche auf. 

Mehr als verdoppelt (ein Plus von 132 Prozent) hat sich die Zahl der Erstimmatrikulierten in der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften. Hauptgrund hierfür war die Akademisierung bei den nicht-ärztlichen Heil- und Pflegeberufen, die zu einer starken Zunahme in den Gesundheitswissenschaften geführt hat. Insgesamt entfielen im Studienjahr 2023 rund sechs Prozent aller Studienanfänger auf die Fächergruppe Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften.
pat

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 02.05.2025

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