Es ist ein bunter Mix aus Kultur, Natur und Kulinarik, den Niederösterreich seinen Gästen zu bieten hat. Dazu gibt es jede Menge Festivals, Ausstellungen, Galerien und Museen für Kunstinteressierte. Nicht zu vergessen die "schöne blaue Donau“, die in Niederösterreich als eine Lebensader voller Abenteuer, Geschichte und Naturschönheiten gilt. Von der Unesco-Weltkulturerbe-Region Wachau über den geschichtsträchtigen Nibelungengau bis hin zu den Römerspuren in Carnuntum. Imposante Stifte, malerische Weinlandschaften, Radwege, Burgen und unberührte Naturparks warten darauf, entdeckt zu werden. Erwähnt sei hier beispielhaft auch der Naturpark Sparbach in Niederösterreich bei Mödling, der mit seinen 360 Hektar als ältester Naturpark Österreichs gilt und bekannt ist für seine alten Baumriesen, Ruinen und frei laufenden Wildschweine. Wie überhaupt die abwechslungsreichen Landschaften Niederösterreichs dazu einladen, einmal tief durchzuatmen und den Alltag hinter sich zu lassen!
Malerische Flusslandschaften
Sanfte Hügel und weite Ebenen, felsige Berge und malerische Flusslandschaften entlang der Donau bilden eine herrliche Kulisse, wie etwa in der Weltkulturerbe-Region Wachau. Imposante Stifte, idyllische Weinlandschaften, Burgen und unberührte Naturparks warten darauf entdeckt zu werden - perfekt für unvergessliche Tage am Fluss. Zum Beispiel Wandern am Welterbesteig Wachau: Die 180 Kilometer lange Wanderroute verbindet die Landschaften und kulturellen Schätze der Wachau, indem sie auf beiden Seiten der Donau durch 14 Gemeinden des Unesco-Welterbes führt. Perfekt für Wanderbegeisterte, bietet der Weitwanderweg vielseitige Etappen durch Weingärten und Wälder, vorbei an historischen Burgen und Schlössern. Zu bieten hat Niederösterreich auch außergewöhnliche Unterkünfte: Unter dem Label Selected Stays versammeln sich etwa charmante Chalets, eindrucksvolle Schlösser und exklusive Hideaways, "die den Unterschied ausmachen", wie Tourismusexpertin Karin Lorenz erklärt.
Ein Paradies für Radwanderer
Vor allem aber ist Niederösterreich auch ein Paradies für Radwandernde, was ganz neue Perspektiven auf Land und Leute eröffnet. Ob entlang großer Flussrouten, durch ruhige Grenzregionen oder auf gut planbaren Rundstrecken - diese Radreisen laden dazu ein, mehrere Tage unterwegs zu sein und dem Weg ebenso viel Bedeutung zu geben wie dem Ziel. Wer etwa mit dem Fahrrad durch die Weinregionen Niederösterreichs unterwegs ist, entdeckt eindrucksvolle Kulturlandschaften zwischen Löss-Terrassen, idyllischen Kellergassen und traditionsreichen Winzerhöfen. Für Tourismusexpertin Lorenz stehen Weinradwege für genussvolles Reisen, nachhaltige Fortbewegung und persönliche Begegnungen mit den Menschen der Region. Entspannte Touren versprechen auch Routen entlang der Flüsse, die Niederösterreichs Landschaft prägen. Sie verbinden Weinorte, historische Städte, Täler und geschützte Naturschutzgebiete. Infos über Radurlaub in Niederösterreich: www.niederoesterreich.at/radfahren

Wer die sehenswertesten Orte Niederösterreichs aufsuchen möchte, sollte sich keinesfalls einen Besuch im historischen Benediktinerstift Göttweig, im barocken Stift Melk oder im bekannten Stift Dürnstein entgehen lassen. Sie gleichen himmlischen Palästen auf Erden und strahlen prunkvolle Eleganz und ewige Schönheit aus. Faszinierend aber auch die mittelalterliche Burgruine Aggstein in der Wachau, die zu den beliebtesten Ausflugszielen zählt. Die wehrhaften Burgen haben die Zeiten der Raubritter zwar hinter sich gelassen, erinnern aber immer noch an die damaligen Geschichten. Zu ihnen gehören etwa auch Schloss Rosenburg oder die Schallaburg, die in der Renaissance zu Märchenschlössern umgebaut wurden, andere blieben uns als Ruinen erhalten. Jede Burg und jedes Schloss haben ihre eigene Geschichte und Geheimnis, die darauf warten, entdeckt zu werden. Mit seinen gut erhaltenen Gebäuden, charmanten Gassen und zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist Krems an der Donau ein absolutes Muss nicht nur für Weinliebhaber.
Zwischen Barock und Moderne: Erst 1986 wurde St. Pölten zur niederösterreichischen Landeshauptstadt gekürt - und damit schlug die Stadt an der Traisen ein neues spannendes Kapitel auf. Prägend für Österreichs jüngste Landeshauptstadt sind etwa das moderne Festspielhaus und das Museum Niederösterreich, das für moderne Baukunst und Aufbruch gleichermaßen steht. St. Pölten verfügt über das älteste verbriefte Stadtrecht Österreichs, das ihr 1159 vom Passauer Bischof Konrad verliehen wurde. Zugleich ist St. Pölten eine Hauptstadt des Barock, geprägt von Baumeister Jakob Prandtauer, der 1689 hierher übersiedelte. Die Stadt punktet aber auch mit zahlreichen Bars, Cafés und Restaurants. Ein speziell für Niederösterreich entwickeltes Gütesiegel weist Ausflugsziele mit höchsten Qualitätsstandards aus, was von jährlich rund vier Millionen Besucherinnen und Besucher goutiert wird. Das vielfältige Angebot reicht von Naturparks über Stifte und Klöster, Burgen und Schlössern bis hin zu Bahnen und Bergbahnen.
Paul Kannamüller
Erschienen im Tagesspiegel am 09.05.2026