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Energien für die Zukunft

Beim Wissenschaftsjahr 2025 geht es um Zukunftsenergien, wie beispielsweise Wasserstoff. Wind- und Solarenergie spielen bei diesem renommierten Wettbewerb hingegen keine entscheidende Rolle - sie sind etabliert und werden ständig weiterentwickelt. Foto: Adobe Stock

BILDUNG AKTUELL

Energien für die Zukunft

Wasserstoff, Fusionstechnologien und Geothermie stehen im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahres und des Hochschulwettbewerbs 2025

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Spannung steigt: Welche Projekte und welche Institutionen nehmen am Wissenschaftsjahr 2025 des Bundesministeriums für Forschung und Bildung (BMBF) zum Thema „Zukunftsenergie“ teil? Denn mit dem „Gelingen der Energiewende entscheidet sich, ob Deutschland seine Klimaziele erreicht“, formuliert das Ministerium in seiner Ausschreibung. Die damalige Ministerin, die FDP-Politikerin Bettina Stark-Watzinger, sprach in diesem Zusammenhang von „Technologieoffenheit“. Und tatsächlich liegt der Fokus auf Wasserstoff-Technologien und -Infrastrukturen, auf Kernfusion mit ihren Varianten Magnet- und Laserfusion sowie auf Geothermie. Von Wind- und Sonnenkraft ist nicht die Rede, vermutlich weil sie die Energielieferanten der Gegenwart sind: Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE stammten im vergangenen Jahr beim sogenannten Strommix, also Strom, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, 56,9 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Auswirkungen auf den Alltag

Zur Klarstellung: In einem„Wissenschaftsjahr“ werden nicht bestimmte Forschungen gefördert, sondern Dialogformate zwischen der Forschung und der Öffentlichkeit sowie Bürgerbeteiligung und Wissenschaftskommunikation im politischen und darüber hinaus im öffentlichen Raum. Ein wichtiges Unterfangen, gerade in Sachen Energiewende, deren Ziel ja die Eindämmung des Klimawandels ist. „Wir müssen fossile Energieträger ersetzen und unvermeidbares CO₂ recyceln oder speichern“, konstatiert das BMBF und stellt dann die Gretchenfrage: „Ideen, wie das funktionieren kann, gibt es viele. Aber welche Ideen führen wirklich zum Ziel?“

So scheint es wissenschaftlicher Konsens zu sein, dass Kernfusion kurzfristig keine Lösung für eine nachhaltige Energiewende sein könnte - das zumindest war der Eindruck, den eine Bundestagsanhörung mit einschlägigen Expertinnen und Experten im September 2023 hinterließ. So prognostizierte zum Beispiel Rafael Laguna de la Vera, Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind), dass noch rund fünfzehn bis zwanzig Jahre ins Land gehen würden, bis Fusionskraftwerke tatsächlich Strom liefern könnten. Alle Fachleute waren sich indes einig, dass die Forschung an Fusionstechnologien weiter betrieben werden müsse, wie etwa Professor Thomas Klinger, Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, betonte.

Geopolitische Perspektiven der Energieerzeugung

Neben dem Stand der Forschung sollen in jedem Wissenschaftsjahr auch die Auswirkungen von neuen Technologien auf das tägliche Leben der bundesdeutschen Einwohnerinnen und Einwohner diskutiert werden. Zum Beispiel durch mit Geothermie betriebene Wärmenetzwerke, wie sie etwa von den Stadtwerken München derzeit energisch vorangetrieben werden. Oder durch „Emerging Technologies“, ein weiteres beliebtes Schlagwort im aktuellen Wissenschaftsbetrieb, insbesondere im Energiebereich: darunter fällt auch der „Wireless Energy Transfer“, also der Stromanschluss ohne Kabel. Was die erfreuliche Folge hätte, dass man nicht mehr Dutzende von Kabeln und Adaptern bevorraten müsste.

Mindestens ebenso spannend sind neue Speicherkonzepte und intelligente Energienetze, die in der Lage sind, Schwankungen bei der Erzeugung und beim Abruf von erneuerbaren Energien auszugleichen. Ein weiteres Feld sind geopolitische Perspektiven der Energieerzeugung, ihrer Verbreitung und Nutzung. Also kein primär naturwissenschaftlich-technisches Thema, sondern eines, das an politologischen, soziologischen oder humangeografischen Instituten erforscht und bewertet wird. Die Liste von wegweisenden und sogar zukunftsentscheidenen Projekten, an denen derzeit hunderte, wenn nicht tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Institutionen arbeiten, ist ellenlang. Umso spannender wird sein, welche Vorhaben im kommenden Jahr vorgestellt werden, in welchen Formaten und für welche Zielgruppen.

Die Projektideen mussten bis Anfang September beim Projektträger, dem DLR, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, eingereicht werden. Die Laufzeit beträgt sechs bis neun Monate. Am 31. Dezember des kommenden Jahres müssen sie abgeschlossen sein. Die Projekte werden mit Zuwendungen zwischen 30.000 bis 100.000 Euro gefördert, „in Ausnahmefällen“ könnten auch höhere Beträge gewährt werden, so das BMBF. Alle Vorhaben sollen anschließend evaluiert werden und zwar auf den drei Ebenen Output (etwa Publikationen, Kommunikationsmittel), Outcome (etwa Kompetenzzuwachs, Impulse für Folgeprojekte) und Impact (Wirkung auf gesellschaftlicher Ebene).

Wie immer läuft parallel der Hochschulwettbewerb für Studierende zum selben Thema. Für die besten Ideen von Nachwuchsforschenden schüttet das Ministerium immerhin jeweils 10.000 Euro aus. Der Startschuss fiel am 14. Oktober.

Horst Kramer

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 23.11.2024

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