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Haimhausen: Bavarian International School - Eine Tür zur Welt
Haimhausen: Bavarian International School - Eine Tür zur Welt

Stipendiatin Isabella sieht ihr Stipendium als Chance „etwas Großes zu erreichen“. Foto: privat

BILDUNG AKTUELL

Haimhausen: Bavarian International School - Eine Tür zur Welt

Menschen helfen und etwas in der Welt bewegen: Die gemeinnützige Privatschule vergibt Stipendien. Bewerbungsschluss für Interessierte ist der 19. April.

Die Bavarian International School (BIS) hat einen Sponsor für das nunmehr dritte Stipendium gewonnen - sie ist damit die einzige internationale Schule in Deutschland mit solch einem Förderprogramm. Analog zum Schulslogan bietet die gemeinnützige Privatschule die Stipendien „Believe“, „Inspire“ und „Succeed“ an. Interessentinnen und Interessenten für das Vollstipendium der Klassen neun bis zwölf vom Schuljahr 2024/25 an können sich bis zum 19. April 2024 bewerben. Die Erfahrungen der ersten beiden laufenden Stipendien sind hervorragend: „Mit dem Stipendium habe ich eine Chance bekommen, etwas Großes zu erreichen. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um Menschen zu helfen und etwas in der Welt zu bewirken“, sagt die erste BIS-Stipendiatin Isabella.

Das vierjährige Stipendium gilt für die Klasse neun bis zum Abschluss mit dem International Baccalaureate Diploma (ID DP) in Klasse zwölf und umfasst die Übernahme der Anmelde-, Schul- und Busgebühren. Für das BIS-Stipendium „Succeed“ können sich alle lokalen und internationalen Schüler bewerben, die die formalen Anforderungen erfüllen und noch nicht die BIS besuchen. Zu den Anforderungen zählen unter anderem herausragende akademische Leistungen und eine Empfehlung der bisherigen Schule, sehr gute Englischkenntnisse, Nachweise von ehrenamtlich-sozialen Engagements, ein persönliches Essay zur Bedeutung des Schulmottos „Believe. Inspire. Succeed.“ und der Nachweis der finanziellen Bedürftigkeit der Familie. Die Bewerbungsfrist endet am 19. April 2024, im Mai finden die finalen Präsentationen statt, das neue BIS-Schuljahr beginnt am 21. August 2024. Koordiniert werden die Stipendien über den Förderverein der Schule, den Friends of BIS e.V.

Mehr Infos unter: www.bis-school.com


Kritik an Grundschulreform hält an

Widerstand kommt von Pädagogen, Eltern und aus der gesamten Kreativszene

Es ist der erste echte Gegenwind, der die neue Bayerische Kultusministerin Anna Stolz (FW) frontal erwischt: Ihre Pläne zur Reform der Grundschule, die sogenannte „PISA-Offensive Bayern“, lösen Kritik von allen Seiten aus. Insbesondere dass das neue geplante „Verbundfach Kunst/Musik/Werken und Gestalten“ zusammen mit Englisch Unterrichtsstunden abgeben soll, die für die Erweiterung der PISA-Fächer Deutsch und Mathematik um je eine Wochenstunde notwendig sind.

Zu den ersten Kritikern zählte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV mit seiner Präsidentin Simone Fleischmann, die sich schon am 30. Januar zu Wort gemeldet hatte, vier Wochen bevor das Kabinett das „Verbund fach“ aus dem Hut zauberte: „Das Streichkonzert hat begonnen!“, sagte Fleischmann. Die einen wollten Musik reduzieren, die anderen Religion, die nächsten Kunst oder Sport aufs Spiel setzen und wieder andere Englisch streichen. „Der BLLV sagt dazu Nein! Die Kinder an der Grundschule brauchen mehr! Mehr Bildung, mehr Förderung und mehr Differenzierung.“

Seitdem haben sich zahlreiche Verbände kritisch geäußert, etwa der Bayerische Elternverband oder auch der Deutsche Musikrat. Dessen Präsident Helmut Kaltenhauser sagte BR Klassik: „Wir hatten im Vorfeld schon ein Schreiben an die Ministerin geschickt, in dem wir darum gebeten haben, dass die Musik nicht darunter leiden soll. Es kam jetzt fast noch schlimmer, als ich erwartet habe. Die Zusammenlegung bedeutet faktisch, dass es eine Kürzung des Musikunterrichts geben wird. Das ist natürlich ein sehr verheerendes Signal.“ 28, teils weltweit bekannte Kulturschaffende wie die Geigerin Anne-Sophie Mutter oder der Dirigent Sir Simon Rattle verfassten einen offenen Brief, um gegen die geplante Unterrichtskürzung in den Kreativfächern zu protestieren. Auf Change.org läuft eine Petition mit dem Titel „Stoppe die Zusammenlegung der Fächer Kunst, Musik und Werken in den Grundschulen in Bayern“. Bis Redaktionsschluss hatten sie rund 210.000 Menschen unterzeichnet. Der Münchner Bariton Christian Gerhaher äußerte sich in einer Zeitung: „Ich befürchte, dass der Freistaat seiner Verantwortung für den Kulturauftrag, der ja an prominenter Stelle in der Verfassung steht, immer weniger nachkommt. In der Pandemie hat sich das schon in diese Richtung bewegt. Und die Zeichen verdichten sich immer weiter.“ Rainer Wenrich, Professor für Kunstpädagogik an der Katholischen Universität (KU) Eichstätt, stellte auf der Uni-Homepage (www.ku.de) fest, dass sich daraus das Bild ergebe „dass die Fächer Kunst und Musik weiterhin unbequeme Gäste im Schulhaus bleiben, über deren Verbleib sich niemand wirklich sicher ist.“ Auch der Bundesverband Musikunterricht und der Verband deutscher Musikschulen wehrte sich am 4. März in einem offenen Brief gegen die Reduzierung der künstlerischen Schulfächer. Die beiden Verbände benennen darin die Zusammenlegung und Abschaffung des eigenständigen Fachs Musik als „absolutes Armutszeugnis für die bayerische Bildungspolitik, ausgetragen auf dem Rücken der Kinder“. Der gleiche Versuch sei im Nachbarland Baden-Württemberg zwölf Jahre lang ausprobiert und – da er krachend gescheitert sei - 2016 wieder abgeschafft worden.

Dass Kultusministerin Stolz den kompletten Widerstand zu spüren bekommt, ist im Grunde nicht richtig, denn sie hatte eigentlich eine andere Position. So zitierte der Fränkische Tag die Unterfränkin etwa am 6. März: „Ich persönlich hätte mir gut vorstellen können, den Schulen auch bei den drei Stunden Religion Spielräume zu geben, zumal diese drei Stunden auch bundesweit einmalig sind.“ Allerdings hatte Ministerpräsident Markus Söder schon am 29. Januar einen Pflock eingehauen: „Bei Religion wird nicht gekürzt!“ Die Diskussion geht dennoch weiter. Stolz versucht, die Wogen zu glätten. Sie spricht von „Fehlannahmen“. Etwa dass die Fächer Musik, Kunst, Werken und Gestalten zusammengelegt würden. Alle drei Fächer blieben eigenständig. Sie verweist auf die angedachten „Gestaltungsspielräume“ der Schulleitungen und Fachlehrer vor Ort. Dass diese jedoch Hand anlegen dürfen an den Religionsunterricht - quasi die heilige Kuh der regierenden CSU - ist derzeit undenkbar.

Doch an der Tatsache, dass der Deutsch- und der Mathematikunterricht erweitert werden sollen, kommen auch die lokalen Pädagoginnen und Pädagogen nicht vorbei. Zumindest nicht, solange die Stundentafel nicht erweitert wird. Genau diesen Vorschlag machte die Grünen-Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel, die stellvertretende Vorsitzende des Bildungsausschusses. Auch, weil es mit dem Lehrkräftemangel an Bayerns Grundschulen bald vorbei sei. So zeigt es zumindest die Prognose des Bayerischen Kultusministeriums.

Horst Kramer

Er­schie­nen im Ta­ges­spie­gel am 15.03.2024

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