Wer eine Eigentumswohnung sucht, ist damit nie allein. Ja, es gibt vielleicht sogar Interessenten in der eigenen Familie, mit denen man auf dem Markt konkurriert. Es wird hierzulande immer noch zu wenig gebaut und die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem, zumal auch Geldanleger nach geeigneten Objekten suchen. Man kann natürlich monatelang alle einschlägigen Portale durchforsten und Immobilienmakler beauftragen. Ob das letztendlich vom Erfolg gekrönt sein wird, steht in den Sternen. Man kann aber auch schlauer sein und in einer Gemeinschaft privater Bauherren selbst ein Mehrfamilienhaus bauen. Gemeinsam zu planen, dürfte allerdings etwas schwierig werden, wenn alle Beteiligten ein Mitspracherecht haben. Besser: Man plant selbst mithilfe eines Architekten und bietet die Wohnungen zur Mitfinanzierung nach einer sorgfältig durchdachten Kalkulation Mitbauherren an. So verteilen sich die Kosten und das Risiko auf mehrere Personen der Baugemeinschaft, entsprechende Verträge vorausgesetzt.
Geht man dabei lediglich von der Grundsubstanz aus, kann dennoch jeder künftige Mitbewohner seine Wohnung individuell ausstatten lassen, was allerdings teurer als ein einheitlicher Ausbau ist. Trotzdem kommt man nicht umhin, gewisse generelle Entscheidungen gemeinsam treffen zu müssen, zumindest für die gemeinschaftlich genutzten Bereiche, aber auch in Sachen Haustechnik.
Die anteiligen Kosten in einem Mehrfamilienhaus fallen gewiss günstiger aus als bei einem Einfamilienhaus. Allerdings nicht allzu deutlich, denn es kommen zusätzliche Ausgaben in Brand-, Schall- und Wärmeschutz hinzu, abhängig von der Größe des Objekts und vom Vorhandensein von Keller und Tiefgarage. Zu überlegen ist die Vermietung von Wohneinheiten, was steuerliche und sonstige Kostenvorteile mit sich bringt.
Erschienen im Tagesspiegel am 07.07.2025